18.03.2020, 13:45 Uhr

Coronavirus Die Nordoberpfalz managt die Katastrophe gemeinsam

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Nachdem Ministerpräsident Markus Söder am Montagvormittag den Katastrophenfall ausgerufen hatte, begannen die verschiedenen Akteure aus den Landkreisen Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth sowie der kreisfreien Stadt Weiden umgehend mit dem Aufbau eines gemeinsamen Lagezentrums.

Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Auch wenn das Gesetz jeweils eigene „Führungsgruppen Katastrophenschutz“ (FüGK) vorschreibt, ist eine enge Zusammenarbeit schon wegen vieler gemeinsamer relevanter

Strukturen sinnvoll und erforderlich. So sind die Kliniken Nordoberpfalz

und die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz für das gesamte Gebiet zuständig.

Gesundheitsämter gibt es eines in Tirschenreuth und ein gemeinsames für Weiden und Neustadt an der Waldnaab. Der gemeinsame Lagedienst ist ab sofort jeden Tag im Einsatz, ist aber keine öffentlich zugängliche Anlaufstelle, sondern eine Führungsstruktur. Dort werden weder Beratungen noch Untersuchungen oder Testungen durchgeführt!

Am Dienstag wurde zunächst einmal die Situation für das Gebiet mit insgesamt rund 209.500 Einwohnern erfasst. Wie viele Krankenhausbetten gibt es, wie viele davon sind Intensivplätze und wie viele sind ausgelastet? Welche Ressourcen gibt es beim Personal in den Bereichen Ärzte, Kranken- und Altenpflege, Rettungsdienst, Leitstelle, Gesundheitsämter usw. Und wie sieht es mit persönlicher Schutzausrüstung und den Kapazitäten in den Testlaboren aus? Welche Abläufe sind sinnvoll und praktikabel und welche Arbeitsschutzvorschriften sind unbedingt einzuhalten? Das Team in Neuhaus arbeitet intensiv an der Beantwortung dieser Fragen.

Außerdem wird versucht, bestehende Kapazitäten in all diesen Bereichen aufzustocken. Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung der Lage ist eine ständige Anpassung und vorausschauendes Arbeiten wichtig, aber auch hochkompliziert. Auf diese Erkenntnisse können die drei Führungsgruppen aus Weiden Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth gleichermaßen zugreifen und dann ihre Entscheidungen treffen, die sofern sie gemeinsame Strukturen betreffen natürlich auch eng abgestimmt werden. Die Landräte Andreas Meier und Wolfgang Lippert und Oberbürgermeister

Kurt Seggewiß stehen in ständigem Austausch.

Auch wenn die meisten Corona-Infizierten einen eher milden Krankheitsverlauf durchleben, kann diese Krankheit, insbesondere bei Älteren und Menschen mit Vorerkrankung, lebensbedrohliche bis tödliche Folgen haben. Bei einer unkontrollierten Ausbreitung könnten sich in den nächsten Wochen bis zu 70 Prozent der Menschen infizieren. Nach bisherigem Kenntnisstand über Covid-19 müsste dabei mit bis zu 12.500 Patienten gerechnet werden, die intensiv-medizinisch betreut und teils auch beatmet werden müssten. Da diese Kapazitäten nicht vorhanden sind, sind die derzeit laufenden, sehr einschneidenden Maßnahmen unbedingt notwendig, um das Auftreten neuer Fälle über einen möglichst langen Zeitraum zu verteilen.


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