21.02.2020, 10:13 Uhr

Fortbildung Ernährungstherapie in der Onkologie

 Foto: Klinikum/Rebl Foto: Klinikum/Rebl

Die Ernährung ist in Bezug auf Krebserkrankungen von hoher Bedeutung. Studien belegen, sie beeinflusst sowohl den Therapieverlauf und deren Verträglichkeit, die Lebensqualität sowie die Überlebensdauer betroffener Patienten. Doch immer noch ist die Ernährungsversorgung in der Onkologie deutschlandweit sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich nicht ausreichend gegenfinanziert.

Amberg. „Ernährungstherapie in der Onkologie – ein integrativer Bestandteil der Behandlung“ lautete der Titel einer Fortbildungsveranstaltung des Klinikums St. Marien Amberg in der OTH Amberg. „Mit unserem Angebot einer ambulanten Ernährungssprechstunde sowie Ernährungsworkshops im Rahmen der Integrativen Onkologie kommen wir dem Wunsch und Bedarf unserer Patienten nach. Wir wollen unser Wissen auf diesem Gebiet mit Hilfe solcher Fortbildungen gerne an unsere Kolleginnen und Kollegen weitergeben“, betont Dr. Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor des Klinikums.

Aktuelle Studien gehen von 1,5 Millionen Menschen aus, die an einer Mangelernährung leiden – bei hoher Dunkelziffer. Betroffen sind hier vor allem Menschen mit einer Krebserkrankung. Mehr als 20 Prozent sterben dabei nicht infolge der Krebserkrankung, sondern infolge ihrer Mangelernährung. „Patienten leiden häufig an Appetitlosigkeit. Gewichtsverlust ist die Folge. Und dieser wirkt sich nicht nur auf die Lebensqualität von Patienten aus, sondern hat eine Auswirkung auf die Prognose“, erklärt Dr. Ludwig Fischer von Weikersthal, Ärztlicher Leiter des Gesundheitszentrums St. Marien und Klinischer Leiter des Onkologischen Zentrums. „Auch bei scheinbarem Normalgewicht kann eine Mangelernährung vorliegen, die zu einem zunächst nicht zu erkennenden Muskelschwund führt. Deswegen ist das Thema Ernährung in Verbindung mit Bewegung, am besten eines eigens, auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten zugeschnittenen Bewegungsprogramms für Patienten mit onkologischer Diagnose ein so wichtiger integrativer Bestandteil der Krebstherapie.“

Gemessen wird das Gewicht mittels der sogenannten Bioelektrischen Impedanzanalyse, kurz BIA-Messung. Dabei handelt es sich um eine weltweit anerkannte Messmethode, bei der schwacher, für den Menschen nicht spürbarer, Strom durch den Körper geleitet wird. Gemessen am Fließwiederstand kann der Wasseranteil im Körper festgestellt und in Körperfettanteil umgerechnet werden. Am Onkologischen Zentrum St. Marien ist die Ernährungstherapie in zwei wesentlichen Bausteinen verankert. Ein Baustein ist die ambulante Ernährungssprechstunde in der Praxis für Strahlentherapie sowie der Praxis für Hämatologie und internistische Onkologie. Durch sie wird eine suffiziente Ernährung bereits vor beziehungsweise während der onkologischen Therapie sichergestellt. Mit acht Wochenstunden findet sie regelmäßig statt. Für jeden Patienten wird in diesem Rahmen ein speziell abgestimmtes, individuelles Ernährungskonzept ausgearbeitet.

In den Ernährungsworkshops der Integrativen Onkologie können die Patienten selbst aktiv werden und sich bei Zubereitungspräsentationen wichtige Tipps holen. Hierbei geht es vor allem um die Vermittlung einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Im Fokus solcher Fortbildungen steht der gegenseitige Austausch. Dank ihm wird aus Theorie gelebte Praxis.


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