28.01.2020, 23:50 Uhr

Lebensqualität zurückgeben Ärztin der Asklepios-Klinik Lindenlohe im humanitären Auslandseinsatz in Indien

Die Fachärztin inmitten ihrer Patienten und deren Angehörigen. (Foto: Nguyen)Die Fachärztin inmitten ihrer Patienten und deren Angehörigen. (Foto: Nguyen)

Operationssäle mit modernster Technik, topausgebildetes OP-Personal und höchste Hygienevorschriften, die keine Kompromisse zulassen. Wenn Dr. Vanilla Nguyen an der Asklepios Orthopädischen Klinik Lindenlohe einen Patienten operiert, dann kann sie neben ihrer Erfahrung und ihrem medizinischen Können als Fachärztin für Chirurgie, Handchirurgie und Plastische Chirurgie auch auf beste Rahmenbedingungen vertrauen. Diese tauscht sie jedoch zwei Wochen im Jahr ein, wenn sie ehrenamtlich zu einem humanitären Einsatz nach Vietnam oder Indien reist.

SCHWANDORF Für Dr. Nguyen ist ihr Beruf „meine Berufung“, die seit vielen Jahren in ihrem Urlaub nicht endet. Ihr jüngster Einsatz führte sie mit Unterstützung der Organisation „pro interplast Seligenstadt“ zum dritten Mal ins Jeevan Jyoti Hospital in Meghnagar im Nordwesten Indiens. Dort operierte sie durchgehend an neun Tagen insgesamt 52 Patientinnen und Patienten; „alle Operationen liefen ohne Komplikationen ab und stellen für alle Behandelten eine deutliche Verbesserung ihrer Lebensqualität dar“, freute sich die Ärztin nach ihrer Rückkehr nach Deutschland.

Das ist so selbstverständlich nicht, denn die Bedingungen in dem indischen Krankenhaus sind ärmlich, die Technik ist veraltet „und es kam regelmäßig vor, dass der Strom ausfiel und meine OP-Lampe nur noch mit Notstrom funktionierte“. Dr. Nguyen war in Indien vor allem als Operateurin in der rekonstruktiven, plastischen und Verbrennungschirurgie gefragt, als es zuallererst darum ging, Körperoberflächen und Körperfunktionen nach Unfällen, Verbrennungen oder bei angeborenen Fehlbildungen bestmöglich wiederherzustellen.

„Wie erwartet“, lag auch diesmal der OP- und Behandlungsschwerpunkt der Leitenden Ärztin aus Lindenlohe auf Verbrennungen im Kopf- und Halsbereich (bei Frauen nicht selten als Folge einer Säureattacke) sowie bei Kindern mit Verwachsungen und Vernarbungen an Händen und am Körper. Was Dr. Nguyen besonders wichtig ist: „Die Menschen werden nach ihrer Operation nicht allein gelassen. Vielmehr schule ich nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ die Ärzte vor Ort und weise sie sehr genau in die Nachbehandlung ein – und stehe auch noch lange Zeit danach mit ihnen in Kontakt, um mich über den jeweiligen Genesungsfortschritt zu informieren und bei Bedarf den einen oder anderen Rat ins ferne Indien zu geben.“

Es sind häufig sehr tragische Schicksale, denen die Ärztin bei ihren Auslandseinsätzen begegnet. „Hier helfen zu können, empfinde ich als Privileg, zumal die Dankbarkeit und die ungeheure Freundlichkeit der Menschen vor Ort – seien es die Patienten oder das Team aus einheimischen Pflegern und Ärzten, das mich unterstützt – ein Geschenk sind, das nicht mit Geld aufzuwiegen ist.“


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