29.12.2019, 14:20 Uhr

Informationen und Ratschläge „Klinik im Dialog“ – wann ist Vergesslichkeit noch normal oder schon Demenz?

Eva-Maria Zitzmann referierte in einem vollen Vortragssaal. (Foto: Andrea Zach)Eva-Maria Zitzmann referierte in einem vollen Vortragssaal. (Foto: Andrea Zach)

Ein voller Vortragssaal, hochinteressierte Zuhörerinnen und Zuhörer sowie jede Menge Fragen, die allesamt kundig und verständlich beantwortet wurden: Als Eva-Maria Zitzmann zum Abschluss eines Abends, der viel länger als erwartet gedauert hatte, mit reichlich Applaus bedacht wurde, lag dies sicher am für viele Menschen aktuellen Thema „Vergesslichkeit – noch normal oder schon Demenz?“, aber auch daran, dass es die Funktionsoberärztin Innere Medizin verstanden hatte, neben einer detaillierten Erklärung der verschiedenen Arten von Demenz und den Therapiemöglichkeiten viele Ratschläge für Betroffene wie Angehörige mit auf den Weg zu geben.

OBERVIECHTACH Ber 50 Krankheitsbilder, 1,7 Millionen Menschen allein in Deutschland, die davon betroffen sind, rund 300.000 Neuerkrankungen im Jahr: Demenz ist die Volkskrankheit der alternden Gesellschaft. „Oder einfach gesagt: Wenn wir lange genug leben, entwickeln wir alle irgendwann eine Demenz“, so Eva-Maria Zitzmann. Die unterschiedlich lange Lebenserwartung sei auch ein Grund, warum Frauen weit häufiger an Demenz leiden.

Vom Umgang mit dementen Menschen

In ihrem Vortrag im Rahmen der bekannten „Klinik-im Dialog“-Reihe spannte die Ärztin einen weiten Bogen von der Definition der Krankheit über Varianten (Alzheimer, Vaskuläre Demenz, Parkinson etc.) über Diagnostik und Therapie bis hin zum Umgang mit dementen Menschen, zu dem vor allem viel Geduld gehört. Den Angehörigen riet sie: „Gönnen Sie sich auch selbst Auszeiten, verteilen Sie die Lasten auf mehrere Schultern und holen Sie sich Hilfe, die zum Beispiel ambulante Pflegedienste, Caritas Nachmittage, Tagespflegeeinrichtungen und Selbsthilfegruppen bieten.

Besonders aufmerksam samt vieler Fragen verfolgte die Runde die Ausführungen von Eva-Maria Zitzmann zur Demenzvorbeugung/Prophylaxe. Laut WHO könnten hier positive Einflüsse haben: eine ausgewogene Ernährung, Gehirntraining, kein/wenig Alkohol und kein Nikotin, natürlich Bewegung und vor allem auch soziale Aktivität.

Demenz als Gegenstand medizinischer Forschung. Noch stehe man hier, so die Funktionsoberärztin, am Anfang, noch gebe es „leider nur wenige“ Therapieoptionen. Allerdings bestehe auch Hoffnung, dass man auch auf diesem Gebiet bald Fortschritte erziele.


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