26.10.2019, 22:09 Uhr

Am Klinikum Amberg Offene Chefarztsprechstunde zum Thema „Darm“ ein voller Erfolg

(Foto: Klinikum/Dietl)(Foto: Klinikum/Dietl)

Vom Reizdarm, der Divertikelkrankheit, den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen bis hin zum Darmkrebs – das Spektrum der Darmerkrankungen ist breit und die Zahl der Betroffenen steigt stetig an. Aus genau diesem Grund hat die Klinik Kompetenz Bayern eG ihre diesjährige Infowoche diesem wichtigen Organ gewidmet. Das Motto dafür lautete „Darm – verschlungene Geheimnisse“. Das Klinikum St. Marien Amberg hat sich daran mit einer offenen Chefarzt-Sprechstunde beteiligt. Diese war ein voller Erfolg.

AMBERG Im gut besuchten Speisesaal konnten alle Betroffenen, Angehörigen und Interessierten ihre Fragen rund um das Thema „Darm“ an die beiden zuständigen Chefärzte des Klinikums stellen: PD Dr. Marc Dauer, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin II, und Dr. Wolfram Schief, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. „Der wesentliche Unterschied zwischen Divertikeln und Polypen ist: Divertikel stülpen sich nach außen und entstehen durch Schwachstellen an der Darmwand. Polypen dagegen sind Neubildungen, die nach innen gehen und aus denen sich Darmkrebs entwickeln kann“, erklärte Dr. Schief. Dass Divertikel sich entzünden können, sei neben anderen Faktoren vor allem unserem Lebensstil zu verdanken: viel Sitzen, wenig Bewegung und eine ballaststoffarme Ernährung..

Die beste verfügbare Vorsorgemöglichkeit für den Darmkrebs ist die Koloskopie, die Darmspiegelung. Von den Krankenkassen wird sie bei Frauen ab dem 55. Lebensjahr und bei Männern ab dem 50. Lebensjahr übernommen. „Niemand braucht davor Angst zu haben – auch nicht bei Vorerkrankungen wie Divertikeln. Das Risiko einer Darmverletzung liegt weit unter einem Prozent“, betonte PD Dr. Dauer. „Die Darmspiegelung ist eine der wenigen Vorsorgeuntersuchungen, die mittlerweile vollkommen unstrittig ist. Sie senkt das Sterblichkeitsrisiko um 66 bis 90 Prozent.“

Der Effekt der Vorsorge wird oft unterschätzt. So soll eine Darmspiegelung Krebs nicht nur verhindern, sondern ihn auch im Frühstadium entdecken. Bei Männern über dem 50. Lebensjahr liegt das Risiko, dass dabei potentiell gefährliche Polypen entdeckt werden, bei mindestens 30 Prozent. Ab einem Alter von 50 Jahren können Männer und Frauen jährlich auch Stuhltests zur Vorsorge machen. Sie weisen kleinste Mengen Blut nach und werden von den Krankenkassen übernommen. Nach wie vor bleibt die Darmspiegelung aber die zuverlässigere Methode zur Früherkennung.

Passend zum Thema gab es auch gesunde, ballaststoffreiche Snacks aus unserer Klinikumsküche zum Probieren für alle. Darunter Hirse-Gemüse-Salat, Vollkorn-Nudelsalat oder Chia-Pudding. Die Gelegenheit wurde von beiden Chefärzten noch einmal für einen wichtigen Appell genutzt. „Darmkrebs ist eine der wenigen Krebserkrankungen, von der man vollständig geheilt werden kann. Bitte nutzen Sie die Angebote zur Früherkennung!“


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