26.07.2019, 13:24 Uhr

Digitalisierung „Kollege Computer“ hält Einzug im OP-Saal

Digitalisierung im Operationssaal. (Foto: Bertram Solcher)Digitalisierung im Operationssaal. (Foto: Bertram Solcher)

Die Digitalisierung hat alle Branchen ergriffen – und auch in Operationssälen Einzug gehalten. Einer der Vorreiter ist die Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe. Hier setzt der Ärztliche Direktor und Chefarzt, Professor Dr. Heiko Graichen, nicht nur digitale Unterstützung ein, sondern entwickelt sie von medizinsicher Seite aus mit.

SCHWANDORF Unter anderem ist die Klinik eines der Referenzzentren für den „Surgical Procedure Manager“, kurz SPM genannt. SPM ist eine intuitiv bedienbare und modulare Plattform, die eine Operation in genau definierte Prozesse und standardisierte Arbeitsschritte einteilt. Dabei haben Professor Graichen und sein Team zusammen mit dem Hersteller die Workflows, beispielsweise einer Kniewechseloperation selbst entwickelt und implementiert. Bedeutet zusammengefasst: Jeder an der Operation beteiligte Mediziner und jede OP-Pflegekraft wissen zu jedem Zeitpunkt ganz genau, was zu tun ist. Dabei diktiert aber der SPM nicht vor, sondern dient nur als Hilfestellung.

Immer schon den nächsten Schritt vor Augen: Genaue Planung schont den Patienten.

Der SPM hat einen großen Bildschirm und eine Audiowiedergabe. Das OP-Team rund um den Operierenden agiert anhand der dort angezeigten Checkliste. Den nächsten Schritt haben sie schon vor Augen, um rechtzeitig das nächste und richtige Instrument anzureichen. Auch zeigt das System, wo man sich zeitlich innerhalb der Operation befindet. So kann für die OP-Planung genau vorher gesagt werden, wann die OP beendet ist, die Narkose patientenschonend ausgeleitet und der nächste Patient vorbereitet werden kann.

Mit einem Navigationssystem auf dem Weg zur „smarten Operation“

Neben dem SPM setzt Professor Graichen eine intelligente Navigationssoftware ein. Mit dieser lässt sich die komplexe Interaktion zwischen 3D-Kinematik, Gelenkstabilität und Implantat-Ausrichtung darstellen und zusammenfassen. Das heißt konkret: Noch bevor am Knochen ein Stück entfernt wird, werden am Bildschirm Informationen zur Analyse und Überprüfung des voraussichtlichen klinischen Ergebnisses sowie Röntgenbilder und Planvorlagen angezeigt.

Das Navigationssystem sammelt ferner detaillierte Daten zu Krankheitsbild, Schnittpositionen und finalem Ergebnis der korrigierenden Operation. „All diese Erkenntnisse“, so der Ärztliche Direktor, „die wir bei den Operationen gewinnen, fließen in die technologischen Weiterentwicklungen ein. Wir haben die ersten Schritte zur smarten Operation getan, jetzt folgen die nächsten.“

Die Digitalisierung wird den Patienten aber auch außerhalb des OP-Bereiches mit einbeziehen – mit interaktiven Trainingsprogrammen, verbesserter OP-Vorbereitung und mehr Möglichkeiten zur Patienteninformation.

Professor Graichen: „Es wird eine lange Reise sein, bei der wir heute auch noch nicht abschließend sagen können, was sich noch alles entwickeln wird. Vor uns liegt eine spannende Zeit mit viel Potential für Patienten und Ärzte mit ihren OP-Teams.“

Die Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe

Als eine der größten Spezialkliniken für den Bewegungsapparat in Ostbayern hat sich die Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe durch Ihre Qualität in der Region und weit über deren Grenzen hinaus einen ausgezeichneten Namen gemacht. Ihr medizinisches Spektrum umfasst in vier chefärztlich geführten Abteilungen alle Bereiche der Orthopädie.

Prof. Dr. Graichen leitet das zertifizierte Endoprothesen-Zentrum der Maximalversorgung an der Klinik. Hier werden jährlich über 1.300 endoprothetische Eingriffe durchgeführt – deutlich mehr als irgendwo sonst in der Oberpfalz. Prof. Dr. Graichen, seit Jahren unter anderem in der Focus TOP-Liste vertreten, gehört zu den weltweit renommiertesten Medizinern in seinem Fachgebiet. Er ist nicht nur als außerordentlicher Professor an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt tätig, sondern auch in den USA und Asien ein gefragter Experte.


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