03.07.2019, 13:53 Uhr

Lebensqualität erhalten Schwerstkranken Menschen den Verbleib in der gewohnten häuslichen Umgebung ermöglichen

(Foto: StMGP)(Foto: StMGP)

Am Montag, 1. Juli 2009, hat das erste Team zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) seinen Betrieb in Bayern aufgenommen. SAPV soll es Patienten, die in ihren letzten Lebenstagen einer besonders komplexen Versorgung benötigen ermöglichen, diese Zeit in ihrem gewohnten Umfeld zu verbringen. Seit diesem Jahr besteht in Bayern eine weitgehend flächendeckende Versorgung mit SAPV-Leistungen. Dies wurde am Donnerstag, 27. Juni, im Rahmen eines Festaktes mit Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml in München gefeiert.

AMBERG Wenn man sich Zeit nimmt, sich traut und die Patienten fragt, wo sie gerne sterben möchten, ist die Antwort meist die gleiche: „zu Hause“. Damit dies auch für Schwerstkranke ermöglicht werden kann, kann SAPV für Patienten mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden und bereits weit fortgeschrittenen Erkrankung, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, verordnet werden. Die Leistung soll es den Patienten ermöglichen, selbstbestimmt und in Würde in ihrem gewohnten Umfeld versterben zu können. Das kann zu Hause in der eigenen Wohnung sein oder in einer stationären Pflegeeinrichtung. Lebensqualität und Autonomie des Sterbenden sollen auch in der letzten Lebensphase ermöglicht werden.

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml betonte: „Ich danke allen Beschäftigten, die den Palliativgedanken durch ihr außergewöhnliches Engagement mit Leben füllen. Mein besonderer Dank gilt den SAPV-Teams, die durch ihre unschätzbar wertvolle Arbeit schwerstkranken Menschen den Verbleib in der gewohnten häuslichen Umgebung ermöglichen.“ Die Ministerin ergänzte: „Seit 2010 hat Bayern den Aufbau der SAPV-Teams mit rund 563.000 Euro gefördert. Wir werden den Ausbau von Hospiz- und Palliativangeboten auch künftig fördern – unser Ziel ist die Verdoppelung dieser Angebote.“

Die Patienten und ihre Zugehörigen werden durch multiprofessionelle SAPV-Teams unterstützt, welche aus speziell ausgebildeten Medizinern und Palliative Care-Krankenschwestern und -pflegern sowie je nach Bedarf aus Angehörigen weiterer Berufsgruppen, zum Beispiel Sozialarbeitern, besteht. Haus- und Fachärzte, die den Patienten bisher betreuten, sind immer weiterhin mit in die Versorgung eingebunden und auch Familienangehörige sollen, soweit wie möglich, einbezogen werden.

Die SAPV-Leistungen werden bei Bedarf von niedergelassenen Ärzten verordnet. Seit dem Jahr 2019 können sie in Bayern weitgehend flächendeckend erbracht werden. Die Versorgungsgebiete der mittlerweile 45 SAPV-Teams sind nach Postleitzahlen aufgeteilt. Unter www.sapv-bayern.de kann für jedes Gebiet das zuständige Team gefunden werden.

Das zehnjährige Bestehen der SAPV in Bayern wurde am 27. Juni im Rahmen eines Festaktes im Schloss Fürstenried in München gebührend gefeiert.


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