29.06.2019, 12:03 Uhr

Gesundheit Bei der Reiseplanung den Impfschutz nicht vergessen!

(Foto: Alexander Raths/123rf.com)(Foto: Alexander Raths/123rf.com)

Wenige Wochen vor dem Start der Sommerferien in Bayern erinnern der Ärztliche Kreisverband und das Gesundheitsamt daran, bei der Reiseplanung das Thema Impfschutz nicht zu vergessen.

LANDKREIS AMBERG-SULZBACH Der erste Vorsitzende der Kreisärzteschaft, Dr. Martin Pöllath, ist nicht nur niedergelassener Chirurg, sondern auch Tropen- und Reisemediziner. Er hat kürzlich im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung für Ärzte die neuesten Erkenntnisse zu Reiseimpfungen und Malariaprophylaxe vermittelt. Gerne zitierte er in diesem Zusammenhang Goethe: „Unvorbereitetes Wegeilen bringt unglückliche Wiederkehr“. Neben vielen schönen Erlebnissen trifft man im Urlaubsgebiet leider auch immer wieder auf Krankheitserreger.

Viele Reisende denken dabei an Gelbfieber, Polio, Cholera oder Typhus. Bedeutsam sind jedoch auch Infektionserkrankungen, für die auch bei uns ein aktueller Impfschutz gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission bestehen sollte. Erwachsene sollten alle 10 Jahre gegen Tetanus/Diphtherie geimpft werden, wobei seit einigen Jahren empfohlen wird, eine Auffrischung mit einer Keuchhusten-Komponente zu ergänzen, da Keuchhusten auch im Erwachsenenalter vorkommen kann. Jeder Erwachsene sollte zudem auch eine zweimalige Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erhalten haben. Insbesondere bei jungen Erwachsenen werden immer wieder diesbezügliche Impflücken festgestellt, die zu Krankheitsausbrüchen führen können, worauf der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Roland Brey hinweist. Die Masern-Mumps-Röteln-Impfung (MMR) könne in jeder Altersstufe nachgeholt werden.

Zu den sogenannten Standardimpfungen gehört bei uns inzwischen die Impfung gegen das durch Zecken übertragene FSME-Virus, das sich in Europa immer stärker ausbreitet. Die Hepatitis A-Impfung ist eine klassische Reiseimpfung, die auch mit der gegen Hepatitis B kombiniert werden kann. Bei Fernreisen nach Südamerika, Afrika oder Asien ist zu klären, ob auch Gelbfieber- und Tollwutimpfungen verabreicht werden sollten. Welche Impfungen und ob eine Malaria-Prophylaxe im Einzelfall notwendig sein können, ist sehr unterschiedlich und hängt vom gewählten Reiseziel und von der persönlichen Situation ab. Die Empfehlungen für einen Geschäftsmann, der sich eine Woche in einem Fünf-Sterne-Hotel aufhält, sind anders als für einen Rucksackreisenden, der sechs Wochen kreuz und quer durch ein Land reist und auch in preiswerten Unterkünften übernachtet. Deshalb sollten Reisende möglichst bereits einige Wochen vor dem Urlaubsantritt detaillierte Auskünfte bei ihrer Hausärztin, ihrem Hausarzt oder einem anderen, reisemedizinisch erfahrenen Arzt einholen und den Impfschutz überprüfen lassen. Viele informieren sich heute auch schon im Internet, auf reisemedizinischen Portalen oder auf den Seiten des Auswärtigen Amtes unter www.auswaertiges-amt.de. Das Internet kann aber die kompetente ärztliche Beratung nicht ersetzen.

Auch das Gesundheitsamt Amberg bietet seit Jahren die telefonische oder persönliche Beratung zu Reiseimpfungen an unter der Telefonnummer 09621/ 39-669 und per Mail an gesundheitsamt@amberg-sulzbach.de.


0 Kommentare