30.05.2019, 09:12 Uhr

Welt-MS-Tag am 30. Mai MS-Ambulanz am Klinikum Amberg steht Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite

Dr. Thorsten Heider, Oberarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum St. Marien Amberg im Gespräch. (Foto: Klinikum Amberg)Dr. Thorsten Heider, Oberarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum St. Marien Amberg im Gespräch. (Foto: Klinikum Amberg)

Knapp 240.000 Menschen leiden allein in Deutschland an der Krankheit Multiple Sklerose. „Keine(r ) sieht’s. Eine(r) spürt’s.“ – das Motto für den diesjährigen Welt-MS-Tag am 30. Mai 2019, ins Leben gerufen von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, kurz DMSG.

AMBERG Hinter MS steckt eine Autoimmunerkrankung. Eine Erkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem das zentrale Nervensystem angreift. MS wird auch als Krankheit mit den 1.000 Gesichtern bezeichnet.

Diagnostiziert wird die Krankheit MS typischerweise zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr. „Die größte Angst, die vor allem junge Menschen haben, ist: Ich bin bald auf den Rollstuhl angewiesen“, weiß Dr. Thorsten Heider, Oberarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum St. Marien Amberg. „Nach wie vor ist Multiple Sklerose nicht heilbar, aber es ist sehr erfreulich, dass wir durch Therapien in der Lage sind, bei vielen Betroffenen die Gehfähigkeit lange zu erhalten. Patienten können so für eine lange Zeit ein selbstständiges Leben führen.“

Durch eine Liquorpunktion, eine Untersuchung des Nervenwassers, und durch ein MRT kann die Krankheit diagnostiziert werden. „Typische Erstsymptome, gerade bei jungen Menschen, sind Sensibilitätsstörungen in Händen und Füßen oder Sehstörungen. Sehen wie durch ein Milchglas“, beschreibt Dr. Heider. Außerdem typisch: Die Symptome kommen und gehen. Ein Verlauf in Schüben.

Seit Juli 2017 gibt es am Klinikum die MS-Ambulanz, eine sogenannte Ermächtigungs-Ambulanz. „Zu uns in die Ambulanz kommen Patienten, die sich zum Beispiel eine Zweitmeinung einholen wollen, aber auch wenn bisherige Therapien nicht mehr anschlagen und ein Krankheitsverlauf sehr kompliziert ist. Außerdem können wir auch Kontrollen übernehmen, wenn Patienten auf ein aktiveres Medikament umgestellt werden.“ Die MS-Ambulanz wird sehr gut angenommen. „Die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Neurologen ist dadurch noch intensiver geworden. Es ist eine Arbeit auf der persönlichen Ebene, bei der wir für die Kollegen beratend zur Verfügung stehen.“ Kontakt zur MS-Ambulanz erfolgt über das Sekretariat der Klinik für Neurologie unter der Nummer 09621/ 38-1852.

Der Welt-MS-Tag soll aufklären. Für eine Krankheit sensibilisieren, deren Symptome nicht gleich auf den ersten Blick erkennbar, für die Betroffenen aber spürbar sind. „Es hat sich viel getan und die Forschung geht weiter“, resümiert Dr. Heider. „Dank der Forschung in den vergangenen Jahren können wir Patienten maßgeschneiderte Therapien anbieten, mit denen wir den Verlauf dieser Krankheit beeinflussen können. Patienten können so lange Zeit stabil bleiben“.


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