07.05.2019, 14:20 Uhr

European Trauma Course Ärzte aus Amberg und Weiden üben Teamarbeit im Schockraum

(Foto: Klinikum/Uschold)(Foto: Klinikum/Uschold)

Ein schwerverletzter junger Mann, 28 Jahre alt, drogenabhängig. Er hat Stichverletzungen im Oberbauch und in der Leistengegend, verursacht durch ein Messer. Der Verletzte hat sehr kleine Venen. Ein Szenario auf das Ärzte jederzeit treffen können. Hier gilt es schnell und sauber zu handeln, aber nicht alleine, sondern in einem Team. Wie das am besten funktionieren kann, haben jetzt neun Ärzte des Klinikums St. Marien Amberg und neun Ärzte der Kliniken Nordoberpfalz AG in dem sogenannten European Trauma Course (ETC) erfahren können.

AMBERG Das ist ein Trauma Kurs, der auf einem Teamkonzept basiert. Das heißt es wird den Teilnehmern gezeigt, wie es in einem Teamsystem effektiv ist, die Primärversorgung eines Schwerverletzten im Schockraum zu bewältigen. Die zweieinhalb Tage interaktiven Unterrichts werden in zwei Lektionen eingeteilt. „Lektion eins umfasst: Wie gestaltet man den primären Untersuchungsablauf und die Akutbehandlung der lebensbedrohlichen Verletzungen eines Patienten effizient und strukturiert?“ Im zweiten Teil geht es dann mehr um die Entscheidungsfindung, das Situationsbewusstsein, Aufgabenverteilung, Teammanagement sowie die Kommunikation, die man im Team lernen muss“, so Dr. Georg Rappold, Course Director und Unfallchirurg.

Geübt wird in vielen Praxiseinheiten, aufgeteilt in drei Räume. In Raum 1 steht am ersten Tag die Beurteilung und Sicherung der Atemwege im Fokus. Hier ist die vorherige Absprache enorm wichtig, wer macht was, wer assistiert usw. Erst dann geht es los. „ Jeder hat die Verantwortung, Probleme sofort anzusprechen, Kommunikation ist ein essentielles Element der Arbeit“, so Jens Schlör, Co-Director des ETC und Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie des Klinikums St. Marien. In Raum 2 wird unter anderem an diesem Tag die Anlage einer Thoraxdrainage an einem realistischen Model geübt. Diese wird benötigt, falls die Lunge im Rahmen einer schweren Verletzung geschädigt wurde, damit sich die Lunge wieder ausdehnen kann. Im dritten Workshop liegt eben jener Schwerverletzte mit den Stichverletzungen, der versorgt werden muss. Hier wird auf die verschiedenen Formen des Schocks und dessen Behandlungsmethoden eingegangen.

Am zweiten Tag geht es mehr um die Teamarbeit. Wie agieren Teammitglieder und Teamleiter in kritischen Situationen miteinander. Insgesamt werden an diesen zweieinhalb Tagen 30 Szenarien geübt und am letzten Tag in einem Qualitässicherungsgespräch abgeschlossen. „Im Rahmen dieser Abschlussprüfung werden die vermittelten Elemente des Kurses anhand eines realistischen Fallbeispieles nochmals überprüft, bevor dann das Europäische Zertifikat verliehen wird“, so Jens Schlör. Das Team des ETC möchte den Anstoß dafür geben, dass sich die Teilnehmer selbst die Antworten auf ihre Fragen geben, dann so ist der Aha-Effekt größer und es wird einem selbst viel mehr bewusst, was anders oder besser gemacht werden kann. Und so gehen interessante Tage zu Ende mit jeder Menge Input und Ärzten, die nun noch besser auf den Ernstfall vorbereitet sind.


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