11.03.2019, 16:41 Uhr

Gesundheit Herzklappenfehler können am Klinikum in Amberg jetzt mit einem minimalinvasiven Katheterverfahren behandelt werden

Das „MitraClip“-Team des Klinikums St. Marien Amberg zusammen mit den Pflegekräften des Herzkatheterlabors und der Anästhesie sowie Mitarbeitern der Herstellerfirma Abbott. (Foto: Klinikum/Dietl)Das „MitraClip“-Team des Klinikums St. Marien Amberg zusammen mit den Pflegekräften des Herzkatheterlabors und der Anästhesie sowie Mitarbeitern der Herstellerfirma Abbott. (Foto: Klinikum/Dietl)

Luftnot, geschwollene Beine, Wasser in der Lunge, keine Leistungsfähigkeit mehr: die so genannte Mitralklappenundichtigkeit kann viele Beschwerden verursachen. Dieser Klappenfehler ist häufig eine Erkrankung des älteren Menschen, was die Medizin für viele Jahre vor große Herausforderungen stellte.

AMBERG Lange Zeit war die offene Herzoperation unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine die einzige Möglichkeit, diesen Klappenfehler kausal zu behandeln. „Dies aber ist bei den häufig älteren Menschen nur mit deutlich erhöhtem Risiko möglich“, so Privatdozent Dr. Christoph M. Birner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I am Klinikum in Amberg. Viele der Patienten sind letztlich unbehandelt geblieben, was bedeutete, dass auch ihre Beschwerden nicht adäquat gelindert werden konnten. Seit einigen Jahren existiert nun ein minimalinvasives Katheterverfahren, der so genannte „MitraClip“, mit dem sich dieser Klappenfehler nur durch eine Punktion der Leistenvene mit sehr gutem Erfolg und geringem Komplikationsrisiko beheben lässt. Dr. Birner leitete vormals diesen Therapiebereich im Universitätsklinikum Regensburg und hat dieses Verfahren nun in Amberg etabliert. „Nach vielen Monaten der Vorbereitung konnten wir am 6. und 7. März unsere ersten Patienten hier im Klinikum Amberg erfolgreich behandeln“, berichtet Dr. Birner stolz. Tatsächlich erfordert dieses Therapieverfahren eine spezielle Schulung des Teams, die zum Teil in Brüssel durchgeführt werden musste. Auch ist eine enge Abstimmung mit der Anästhesie um Chefarzt Privatdozent Dr. Andreas Redel erforderlich. „Als es soweit war, lief alles Hand in Hand und mit hoher Professionalität des gesamten Teams ab“, freut sich Dr. Birner.


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