25.10.2018, 13:16 Uhr

Therapie-Nebenwirkungen lindern Die gesunde Ernährung – ein wichtiger Baustein im Kampf gegen Krebs

Doris van Brakel, stellvertretende Küchenleitung bei der Herstellung eines Grünkohl-Smoothies. (Foto: Klinikum/Kölbl)Doris van Brakel, stellvertretende Küchenleitung bei der Herstellung eines Grünkohl-Smoothies. (Foto: Klinikum/Kölbl)

Appetitlosigkeit, ein veränderter Geschmackssinn und Übelkeit sind nur einige Begleiterscheinungen, die mit einer Krebstherapie einhergehen können. Die Folge: ein geschwächtes Immunsystem und zunehmender Gewichtsverlust. Mit der optimalen Ernährung können Betroffene jedoch aktiv gegensteuern. Wie das geht, verriet jetzt die Ernährungsexpertin des Klinikums St. Marien Amberg, Elisabeth Gaulard-Hirth in einem Vortrag im Rahmen der Reihe „Integrative Onkologie“.

AMBERG „Im Kampf gegen Krebs spielen viele Faktoren eine Rolle. Einen wichtigen Baustein nimmt auch die Ernährung ein. Sie kann beispielsweise helfen, körperlichen Mangelerscheinungen vorzubeugen und die Nebenwirkungen einer Chemo- oder Strahlentherapie gezielt zu lindern“, erklärt Diätassistentin Elisabeth Gaulard-Hirth. Gerade dann, wenn Begleiterscheinungen wie ein Appetitmangel, ein veränderter Geschmackssinn, Übelkeit und Erbrechen oder Beschwerden beim Schlucken tägliche Begleiter sind, ist eine ausgewogene Ernährung sehr wichtig. Von so genannten „Krebsdiäten“, die den Eindruck erwecken, Krebs verhindern oder gar kurieren zu können, hält die Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit und Ernährung wenig: „Nahrung alleine kann nicht heilen.“ Im vollbesetzten Speisesaal des Klinikums St. Marien Amberg konnten die Interessierten Anregungen und Impulse für eine dauerhafte Ernährungsumstellung bekommen. Der Spaß am Essen und der gute Geschmack standen dabei im Mittelpunkt. Ziel der Kochkurse und Fachvorträge ist es, den Patienten zu zeigen, wie sie mit der optimalen Ernährung die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken können, um ihn so bestmöglich im Kampf gegen Krebs zu unterstützen.

Damit das Immunsystem gut funktioniert, rät die Expertin, bei der Zusammenstellung der Lebensmittel auf eine hohe Qualität der Produkte zu achten: „Hochwertige Fette, wie wir sie in Öl-Saaten, Nüssen oder kaltgepressten Rohkost-Ölen finden sind ein wichtiger Baustein für eine gesunde und ausgewogene Ernährung – und anstelle von Zucker liefern Obst, Gemüse und hochwertige Getreideprodukte neben lebenswichtigen Kohlenhydraten auch gleich Mineralien und Spurenelemente wie Magnesium, Zink und Vitamin B mit, die unser Körper zum Verstoffwechseln des Zuckers benötigt. Zudem tragen die darin enthaltenen Ballaststoffe maßgeblich zur Gesunderhaltung des Darms bei. Als Alternative zu Fleisch und Eiern eignen sich pflanzliche Lebensmittel wie beispielsweise Hülsenfrüchte, Getreide und Nüsse hervorragend als Eiweißquelle.“ Und durch die richtige Kombination von Lebensmitteln – wie Zitrusfrüchte, rote Trauben und Weizenkeimöl, gemixt zu einem Smoothie – erhält man ein „wahres Bollwerk“ an antioxidativer Wirkung, um so genannte freie Radikale zu eliminieren. Freie Radikale sind dafür bekannt, Zellen anzugreifen und zu entarten.

Der Vorteil der Mixgetränke ist, dass der Körper ganz schnell mit vielen wichtigen Vitaminen und Kalorien versorgt werden kann. Zudem haben sich die Getränke besonders bei Patienten mit Mangelernährung bewährt: Als Zwischenmahlzeit in den Alltag eingebaut, sind sie meist besser bekömmlich als feste Nahrung und versorgen den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen. Am besten sollten sie vormittags getrunken oder gelöffelt werden, da es an die 20 Minuten dauert, bis sie vollständig verdaut sind. Wie sich Smoothies ganz einfach selbst herstellen lassen, zeigte die stellvertretende Leiterin der Klinik-Gastronomie, Doris van Brakel, direkt im anschließenden praktischen Teil der Veranstaltung. Gemixt wurde ein Grünkohl-Smoothie, den die Besucher natürlich probieren durften.

Fachexpertin Elisabeth Gaulard-Hirth und der Leiter der Klinikgastronomie Peter Fischer haben gemeinsam ein Verpflegungskonzept für Krebspatienten entwickelt und dafür 2017 den Förderpreis für Innovatives Verpflegungsmanagement erhalten. Den beiden Ernährungsexperten des Klinikums liegt eine frische, vitaminreiche, ausgewogene Ernährung sehr am Herzen.


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