10.10.2018, 10:57 Uhr

Welttag der Seelischen Gesundheit Psychische Erkrankungen nicht tabuisieren

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml wirbt anlässlich des Welttags der seelischen Gesundheit am 10. Oktober für mehr Offenheit beim Umgang mit psychisch erkrankten Menschen. Huml betonte am Mittwoch, 10. Oktober: „Eine psychische Störung darf kein Tabu sein. Denn es ist wichtig, dass sich Betroffene rechtzeitig professionelle Hilfe holen.“

BAYERN Die Ministerin fügte hinzu: „Menschen mit psychischen Krankheiten sind ein Teil unserer Gesellschaft. Sie brauchen professionelle Hilfe – und das Gefühl, nicht stigmatisiert zu sein.“ Huml unterstrich: „Es ist ein zentrales Anliegen der Bayerischen Staatsregierung, für die Menschen in Bayern flächendeckend eine qualitativ hochwertige psychiatrische Versorgung zu gewährleisten. Deshalb haben wir die entsprechenden Strukturen in den vergangenen Jahren ausgebaut – und wir werden hierbei auch künftig nicht nachlassen. Fast zwei Milliarden Euro an Fördermitteln sind bayernweit bisher in den Ausbau und die Modernisierung der akutpsychiatrischen Behandlungseinrichtungen geflossen.“

Die Ministerin erläuterte: „Darüber hinaus stärken wir mit dem im Juli beschlossenen Bayerischen Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz die psychiatrische Versorgung in Bayern. Nach jetziger Planung werden Menschen in akuten psychischen Notlagen, aber auch deren Angehörige ab 2020 über eine bayernweit einheitliche Rufnummer Beratung und Hilfe finden. Damit schaffen wir ein einmaliges Hilfsangebot, das es bislang so in keinem anderen Flächenland in Deutschland gibt.“ Wenn nötig, schicken die sieben Leitstellen mobile Fachkräfte des Krisendienstes zu den Betroffenen vor Ort. Für den Betrieb der Leitstellen stellt der Freistaat jährlich bis zu acht Millionen Euro bereit. Im Gegenzug übernehmen die Bezirke die Kosten für die mobilen Fachkräfte.

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit leiden in Bayern circa 2,8 Millionen Menschen in der Altersgruppe der 18- bis 79-Jährigen im Laufe eines Jahres unter einer klinisch relevanten psychischen Störung. Darunter sind rund eine Million Erwachsene mit Depressionen, die zu den häufigsten psychischen Erkrankungen zählt. Huml ergänzte: „Um die Bevölkerung für psychische Erkrankungen stärker zu sensibilisieren, hat das bayerische Gesundheitsministerium 2016 eine Informationskampagne über das Thema gestartet. Im ersten Teil ging es um die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Dazu fanden zahlreiche Veranstaltungen in ganz Bayern statt. Im zweiten Teil der Kampagne wurde von Herbst 2016 bis ins Frühjahr 2017 das Thema Depressionen bei Erwachsenen aufgegriffen.“

Mehr Informationen zur Kampagne finden sich im Internet unter www.bitte-stoer-mich.de.


0 Kommentare