15.07.2018, 21:58 Uhr

Rascher Behördenaufbau Landesamt für Pflege in Amberg nimmt seinen Betrieb auf

(Foto: Kacso Sandor/123rf.com)(Foto: Kacso Sandor/123rf.com)

Das neue Landesamt für Pflege startet am Montag am Standort Amberg mit seiner Arbeit. Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml am Sonntag, 15. Juli, hingewiesen.

AMBERG Huml betonte: „Am 16. Juli werden die ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesamts für Pflege in den angemieteten Räumlichkeiten am Campus 4.0 ihre Arbeit aufnehmen. Mit dem raschen Aufbau der neuen Behörde sorgen wir dafür, dass die im April beschlossenen Maßnahmen des bayerischen Pflege-Paketes schnell bei den Menschen ankommen.“ Die Ministerin erläuterte: „Ein Kernteam mit den ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird den Aufbau der Behörde organisieren. Bis Jahresende sollen bereits 50 Beschäftigte am neuen Landesamt in Amberg tätig sein. Das Interesse an einer Tätigkeit am Landesamt ist groß. Auf die erste Stellenausschreibung gab es viele qualifizierte Bewerbungen.“ Huml unterstrich: „Mit einem eigenständigen Landesamt für Pflege setzen wir ein starkes Signal für die Pflege in Bayern.“ Als erstes werden die Zentralabteilung und die Abteilung für das neue bayerische Landespflegegeld schrittweise aufgebaut. Übergangsweise wird das Verfahren für das Landespflegegeld vom Landesamt für Finanzen abgewickelt. Huml erläuterte: „Damit stellen wir sicher, dass das Landespflegegeld in Höhe von 1.000 Euro jährlich schnell und unbürokratisch bei den Pflegebedürftigen ankommt.“

Das Antragsformular für das Landespflegegeld steht unter www.landespflegegeld.bayern.de zum Download bereit. Mit elektronischem Personalausweis ist die Antragstellung auch online möglich. Antragsformulare gibt es außerdem vor Ort bei den Finanzämtern, den Landratsämtern und dem Zentrum Bayern Familie Soziales. Das Landespflegegeld bekommen Pflegebedürftige, die ihren Hauptwohnsitz in Bayern und mindestens Pflegegrad 2 haben. Die Kosten für das neue Landespflegegeld werden bei rund 400 Millionen Euro jährlich liegen. Mit der Auszahlung soll im September gestartet werden. Die Ministerin ergänzte: „Schon jetzt ist das Landespflegegeld als Unterstützung für Pflegebedürftige ein großer Erfolg. Seit 8. Mai haben bereits rund 117.000 Menschen in Bayern das Bayerische Landespflegegeld beantragt. Mit dem Landespflegegeld geben wir den Pflegebedürftigen mehr finanziellen Spielraum. Damit können sie zum Beispiel Angehörigen oder anderen Menschen, die sie bei der Bewältigung ihres schwierigen Alltags unterstützen, eine finanzielle Anerkennung zukommen zu lassen – oder sich selbst etwas Gutes tun.“ Huml fügte hinzu: „Klar ist: Das Bayerische Landespflegegeld wird ungeschmälert in der vollen Höhe von jährlich 1.000 Euro an alle Berechtigten ausgezahlt werden. Es wird auch keine Anrechnung des Landespflegegeldes auf die Hilfe zur Pflege geben.“

Das Landespflegegeld ist Teil eines umfangreichen Pflege-Paketes, das die Staatsregierung beschlossen hat. Die Ministerin betonte: „Im Pflege-Paket enthalten ist auch ein Fünf-Millionen-Euro-Programm zur Förderung weiterer 500 Kurzzeitpflegeplätze in Bayern. Denn häuslich Pflegende werden durch verstärkte Möglichkeiten, Angehörige in Kurzzeitpflege zu geben, spürbar entlastet. Auch das trägt dazu bei, dass Pflegebedürftige möglichst lange in der gewohnten häuslichen Umgebung bleiben können.“

Ziel ist es außerdem, die hospizlichen und palliativmedizinischen Versorgungsangebote in Bayern in den nächsten fünf Jahren zu verdoppeln. Der Ministerrat hat ferner eine neue staatliche Investitionskostenförderung für stationäre Pflegeplätze in Höhe von 60 Millionen pro Jahr beschlossen. Das Konzept sieht vor, jährlich 1.000 neue Pflegeplätze zu fördern.


0 Kommentare