12.07.2018, 16:37 Uhr

Fachtagung Arbeitskreis gegen sexuellen Missbrauch befasst sich mit der Gewalterfahrung im Familiensystem

Arbeitskreisleiterin Helga Forster (links), Fachreferentin Evelyn Schätzler (Dritte von links) und die Mitglieder des Arbeitskreises diskutierten verschiedene Aspekte des sexuellen Missbrauchs. (Foto: Landratsamt Schwandorf)Arbeitskreisleiterin Helga Forster (links), Fachreferentin Evelyn Schätzler (Dritte von links) und die Mitglieder des Arbeitskreises diskutierten verschiedene Aspekte des sexuellen Missbrauchs. (Foto: Landratsamt Schwandorf)

Gut besucht war die vom Arbeitskreis Sexueller Missbrauch im Landkreis Schwandorf organisierte Fachtagung im Landratsamt zum Thema „Wie wirken sich sexuelle Gewalterfahrungen auf das Familiensystem aus?“.

LANDKREIS SCHWANDORF Dass über 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit aus dem Landkreis und weitere Fachkräfte aus Einrichtungen der ganzen Oberpfalz daran teilnahmen, zeige, so die Gleichstellungsbeauftragte und Koordinatorin des Arbeitskreises Helga Forster, dass „das Thema so wichtig ist und viele Fachkräfte Informationen zu dem Thema suchen“.

Der Arbeitskreis Sexueller Missbrauch ist ein seit 1993 bestehender Zusammenschluss von Beratungs- und Hilfseinrichtungen und staatlichen Stellen sowie den Jugendsozialarbeitern an Schulen, die im Landkreis Schwandorf mit diesem Thema befasst sind. Referentin war die erfahrene Dipl.-Psychologin und Systemische Paar- und Familientherapeutin Evelyn Schätzler aus Regensburg. „Da Kinder und Jugendliche in erschreckendem Maße physischer und sexueller Gewalt ausgesetzt sind und durch diesen Missbrauch durch Vertrauenspersonen innerhalb der Familie, im schlimmsten Fall durch die eigenen Eltern, schwerwiegende Traumatisierungen entstehen, ist ein Grundwissen über die Auswirkungen für alle Helfenden unentbehrlich“, so die Psychotherapeutin.

Systemische Sichtweisen und Interventionsansätze haben sich im Umgang mit sexueller Gewalt in der Familie bewährt. Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen dabei die Auswirkungen der Missbrauchserfahrung auf das gesamte familiäre System und den Umgang miteinander. Die Referentin machte deutlich, dass bei sexuellem Missbrauch innerhalb der Familie immer alle Familienmitglieder betroffen sind und sich dieser Missbrauch auf das gesamte Familiensystem auswirkt.

Mit Beispielen aus ihrer Praxis verdeutlichte Evelyn Schätzler, wie wichtig die familiären Ressourcen und der Blick auf die vorhandenen und zu entwickelnden Lösungsstrategien sind. Ausführlich ging die Referentin auf das Transgenerationale Phänomen ein. Darunter versteht man das Phänomen, dass eine Generation der anderen ihre Vorstellungen, Verhaltensweisen und auch materiellen Werte weiter gibt.


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