09.07.2018, 21:18 Uhr

Ehrenpreis geht nach München Klinikum Weiden mit dem Bayerischen Organspendepreis ausgezeichnet

(Foto: BZgA)(Foto: BZgA)

Das Klinikum rechts der Isar der TU München, das Klinikum Weiden und das Klinikum Deggendorf sind am Montag in München mit dem diesjährigen Bayerischen Organspendepreis ausgezeichnet worden. Der Ehrenpreis ging an die studentische Initiative „Aufklärung Organspende“.

WEIDEN/BAYERN Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte am Montag, 9. Juli, anlässlich der gemeinsamen Verleihung mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) im Rahmen der 18. Jahrestagung der Transplantationsbeauftragten: „Alle drei ausgezeichneten Kliniken haben im vergangenen Jahr die Organspende im Freistaat Bayern vorbildlich unterstützt. Das ist insbesondere der herausragenden Arbeit der Transplantationsbeauftragten zu verdanken.“ Die Ministerin fügte hinzu: „Organspende erfordert aber auch die Unterstützung und Zusammenarbeit von Pflegern, Ärzten und Klinikleitung. Für dieses erfolgreiche Zusammenspiel stehen unsere diesjährigen Preisträger. Ich wünsche mir, dass viele Krankenhäuser diesen guten Beispielen folgen.“

Der diesjährige Ehrenpreis ging an die studentische Initiative „Aufklärung Organspende“, Lokalgruppe München. Huml unterstrich: „Ziel der Initiative ist es, in neutraler und ergebnisoffener Weise über die Organspende aufzuklären. Seit drei Jahren ist die deutschlandweite Vereinigung auch mit einer Lokalgruppe in München aktiv. Die Studentinnen und Studenten organisieren regelmäßig Aufklärungsveranstaltungen zur Organspende in Schulen, beteiligen sich an öffentlichkeitswirksamen Aktionen zum Tag der Organspende und sind Mitglied in unserem Bündnis Organspende Bayern. Für ihren engagierten Einsatz danke ich ganz herzlich!“

Seit 2001 zeichnet das bayerische Gesundheitsministerium gemeinsam mit der DSO Krankenhäuser aus, die sich besonders um das Thema Organspende bemühen. Mit Blick auf die aktuell niedrigen Organspenderzahlen in Deutschland warb die Ministerin für eine breite gesellschaftliche Debatte über das weitere Vorgehen. Huml unterstrich: „Wir haben in den vergangenen Jahren intensiv darüber informiert, dass Organspende Leben rettet. Aber bislang haben sich gerade einmal 36 Prozent der deutschen Bevölkerung für einen Organspendeausweis entschieden. Deshalb ist es an der Zeit, die bisherige Regelung auf den Prüfstand zu stellen und auch über die sogenannte Widerspruchslösung nachzudenken.“

Bei der Widerspruchslösung ist grundsätzlich jeder Mensch im Todesfall automatisch Organspender - es sei denn, er hat dem zu Lebzeiten widersprochen. Sie gilt unter anderem in Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Spanien und Portugal. Dagegen sieht die aktuell geltende Rechtslage in Deutschland vor, dass Organe im Todesfall nur dann entnommen werden dürfen, wenn der Betroffene zu Lebzeiten dem ausdrücklich zugestimmt hat oder - sofern keine Erklärung des Verstorbenen vorliegt - die Angehörigen nachträglich dies als Willen des Verstorbenen angeben. Huml erläuterte: „Niemand soll unter Druck gesetzt werden. Denn bei der Organspende handelt es sich um ein sensibles Thema, das Ängste auslösen kann. Aber auch die Widerspruchslösung ermöglicht es, dass jeder Mensch selbst über seine Position entscheidet.“

Bei der Entwicklung der Organspenderzahl in Bayern ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Im 1. Halbjahr 2018 ist die Zahl der postmortalen Organspender von 69 auf 65 im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 gesunken. Im gesamten Jahr 2017 gab es in Bayern 143 postmortale Organspender. Die DSO ist die Koordinierungsstelle für die postmortale Organspende gemäß dem Transplantationsgesetz und bietet den rund 1.250 Entnahmekrankenhäusern in Deutschland umfassende Dienstleistungen bei den Abläufen der Organspende an. Dazu gehören insbesondere die Teilnahme am Gespräch mit den Angehörigen, Unterstützung bei medizinischen Maßnahmen zur Erhaltung von Organen sowie die gesamte Koordinierung der Organentnahme und des Transports der Organe zum Transplantationszentrum.

Mehr Informationen finden sich im Internet unter www.organspende.bayern.de.


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