19.05.2018, 11:09 Uhr

Gesunde Ernährung und mehr Bewegung Zahl der stark übergewichtigen Erstklässler im Freistaat liegt unter dem Länderdurchschnitt

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat anlässlich des Europäischen Adipositas-Tages am 19. Mai dafür geworben, dass Eltern verstärkt auf eine gesunde Ernährung bei ihren Kindern achten.

BAYERN Huml betonte am Samstag: „Die Zahl der stark übergewichtigen Erstklässler in Bayern stagniert seit einigen Jahren. So waren im Schuljahr 2014/2015 nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) 3,2 Prozent der Einschulungskinder im Freistaat stark übergewichtig.“ Die Ministerin ergänzte: „Zwar lag dieser Wert bei der Schuleingangsuntersuchung für das Schuljahr 2003/2004 noch bei 3,9 Prozent. Das ist für uns aber kein Grund zum Zurücklehnen. Wir werden vielmehr in unseren Bemühungen nicht nachlassen, gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen vorzugehen. Erfreulich ist, dass die Adipositasrate bei Einschulungskindern in Bayern niedriger ist als im Durchschnitt der anderen Länder.“

Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) waren bei den Schuleingangsuntersuchungen 2014/2015 3.290 Kinder – 3,2 Prozent – stark übergewichtig (adipös) und 5.243 Kinder – 5,1 Prozent – übergewichtig. Zehn Jahre zuvor gab es noch 4.417 adipöse und 7.400 übergewichtige Einschulungskinder in Bayern. Insgesamt hat der Anteil adipöser Kinder im Freistaat in den Jahren nach der Schuleingangsuntersuchung 2003/2004 eine leicht rückläufige Tendenz gezeigt und ist seit 2008/2009 konstant geblieben. Huml, die approbierte Ärztin und zweifache Mutter ist, unterstrich: „Trotz der stagnierenden Zahlen ist es weiterhin notwendig, bereits im Kindergarten- und Schulalter der Entstehung von Adipositas vorzubeugen. Denn weniger als die Hälfte der Kinder schafft es, einmal erworbenes Übergewicht wieder loszuwerden. Bei den Kindern mit Adipositas bleiben sogar zwei Drittel (65 Prozent) auch als Jugendliche noch adipös. Deshalb ist es wichtig, dass insbesondere Eltern auf eine gesunde Ernährung und mehr Bewegung bei ihren Kindern achten.“

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind lediglich 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen im Alter von drei bis 17 Jahren mindestens 60 Minuten körperlich aktiv pro Tag und erreichen damit die Bewegungsempfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Ministerin erläuterte: „Schon im Jugendalter kann starkes Übergewicht zu Bluthochdruck, Diabetes, Leberschäden, Stoffwechselstörungen oder Gelenkproblemen führen. Hinzu können erhebliche seelische Probleme kommen. Deshalb brauchen Kinder und Jugendliche mit Fettleibigkeit Unterstützung, um ein normales, altersgerechtes Gewicht zu erreichen. Je länger das Übergewicht besteht, desto wahrscheinlicher ist es, dass Folgeerkrankungen auftreten.“ Huml fügte hinzu: „Gesundes Aufwachsen ist ein zentrales Handlungsfeld in unserem bayerischen Präventionsplan. Wenn schon in jungen Jahren die Weichen für eine gesundheitsförderliche Lebensweise gestellt werden, kann damit häufig Volkskrankheiten wie Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorgebeugt werden. Wir werden auch künftig intensiv für eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und Bewegung werben. Mit mehr als drei Millionen Euro fördern wir jährlich mit unserer Initiative Gesund.Leben.Bayern. Modellprojekte, die Menschen verschiedenster Altersgruppen in ihrer Entscheidung für eine gesundheitsförderliche Lebensweise unterstützen. „ Die Ministerin ergänzte: „Gesunde Ernährung und Freude an Bewegung sollten einem Kind vorgelebt werden – am besten, die ganze Familie macht mit! Für ein gesundes Körpergewicht ist ein aktiver Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung entscheidend.“

Im Rahmen der Initiative Gesund.Leben.Bayern. fördert das bayerische Gesundheitsministerium mehrere Projekte, die speziell einen gesunden Lebensstil bei Kindern unterstützen. Dazu gehören unter anderem das Projekt „GeliS – Gesund leben in der Schwangerschaft“ und die „Fit & Aktiv-Tour“ von Ski-Star Viktoria Rebensburg. Seit Jahren ist das Gesundheitsministerium zudem Partner im Landesprogramm „Gute gesunde Schule“ des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. Eine Reihe beispielhafter Projekte und Initiativen, die sich der gesunden Ernährung widmen, sind zudem im Bayerischen Präventionsplan verzeichnet.

Im Jahr 2015 hatte das bayerische Gesundheitsministerium darüber hinaus mit einer Schwerpunktkampagne zur Kindergesundheit zahlreiche Aktionen in den Bereichen Ernährung und Bewegung bei Kindern unterstützt.

Weitere Informationen, speziell für Kinder und Jugendliche, gibt es im Internet auch unter www.stmgp.bayern.de.


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