16.04.2018, 17:03 Uhr

Landkreis Amberg-Sulzbach ist dabei Impfwoche steht unter dem Motto „Schutz des Neugeborenen: Ihr Impfschutz ist auch sein Schutz“

(Foto: Family Veldman/123rf.com)(Foto: Family Veldman/123rf.com)

Mit der Bayerischen Impfwoche soll bayernweit für das Impfen geworben werden. Ziel ist es, die Menschen vom Nutzen zu überzeugen, vergessene oder übersehene Impfungen nachzuholen und Impflücken zu schließen. Die diesjährige Impfwoche vom 23. bis 29. April steht unter dem Motto „Schutz des Neugeborenen: Ihr Impfschutz ist auch sein Schutz“. Das Gesundheitsamt Amberg und der Ärztliche Kreisverband Amberg-Sulzbach unterstützen gemeinsam dieses Anliegen.

LANDKREIS AMBERG-SULZBACH „Ein geimpftes Umfeld ist gerade für das Neugeborene sehr wichtig, um es möglichst weitgehend vor der Übertragung von Infektionen zu schützen“, erklärt der erste Vorsitzende des Ärztlichen Kreisverbandes, Dr. Martin Pöllath. Jährlich erkrankten Neugeborene an schweren Verläufen von Infektionskrankheiten, für die es einen Impfschutz gäbe. So seien beispielsweise in Deutschland im Jahr 2016 drei Säuglinge durch Keuchhusten gestorben. Auch Masern seien in den ersten Lebensjahren eine große Gefahr. Es könne zu schweren Komplikationen wie Lungenentzündung oder Gehirnhautentzündung kommen. Eine Grippeinfektion in den ersten Lebenswochen könne oft zu einem schweren Krankheitsverlauf mit hohem Fieber und einer Austrocknung des Körpers mit der Gefahr einer Hirnschädigung führen.

„Die diesjährige Impfwoche richtet sich deshalb besonders an drei Zielgruppen: Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere und alle weiteren Kontaktpersonen von Neugeborenen“, berichtet der Leiter des Gesundheitsamtes Amberg, Dr. Roland Brey. Bereits während der Schwangerschaft könnten einige Infektionskrankheiten für den Embryo gefährlich sein. Dazu gehörten etwa eine Rötelninfektion der Mutter, Windpocken oder Grippe. Hier sei es wichtig, dass sich Frauen bereits vor der Schwangerschaft impfen lassen, da nicht alle Impfungen während einer Schwangerschaft durchgeführt werden können, zum Beispiel die Masern-, Mumps- Röteln- oder Windpockenimpfung. Für Schwangere werde auch eine Impfung gegen Grippe in der Regel ab dem 4. Monat empfohlen. Da Neugeborene nicht sofort geimpft werden können, sei ein geimpftes Umfeld besonders wichtig. Der Fokus liege dabei nicht nur auf der Familie, es sei auch an alle medizinischen Berufsgruppen wie Ärzte, Hebammen, Krankenschwestern und medizinische Fachangestellte zu denken.

Das Gesundheitsamt Amberg möchte überdies auf die für jeden Erwachsenen wichtigen Impfungen hinweisen. Oft würden die Auffrischimpfungen gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) und Diphtherie vergessen, noch wenig bekannt sei die Empfehlung einer Auffrischung des Impfschutzes gegen Keuchhusten. Erkrankte Erwachsene seien die Hauptansteckungsquelle für Säuglinge und Kleinkinder, bei denen die Infektion sogar tödlich verlaufen kann.

Dr. Pöllath und Dr. Brey hoffen auch, dass die diesjährige schwere Grippewelle mit rund 1.500 laborbestätigten Erkrankungen in Stadt und Landkreis künftig zu einer verstärkten Inanspruchnahme der Grippeimpfung führen wird.

Gerade für unsere Region sei zudem die FSME-Impfung, also die Impfung gegen die durch Zecken übertragene Hirnhaut- bzw. Gehirnentzündung, von großer Bedeutung, wie die hohen Erkrankungszahlen der letzten Jahre zeigten. Die Zeckenaktivität steige derzeit wieder deutlich an!

Gegen die bakterielle Erkrankung Borreliose stehe keine Impfung, sondern eine wirkungsvolle antibiotische Therapie insbesondere in der Frühphase der Erkrankung zur Verfügung. Am besten sei es jedoch, nach einem Zeckenstich die Tiere so schnell wie möglich vom Körper zu entfernen, da mit der Dauer des Saugaktes das Infektionsrisiko steigt. Als kleines Hilfsmittel könne eine sog. Zeckenkarte verwendet werden.

Wegen des hohen Zeckenrisikos hat das Gesundheitsamt wieder Zeckenkarten des Bay. Gesundheitsministeriums organisiert. Sie können in der Impfwoche zwischen Montag, 23. April, und Donnerstag, 26. April, (jeweils von 8 bis 12 und 13 bis 16 Uhr) kostenlos im Gesundheitsamt Amberg abgeholt werden, solange der Vorrat reicht. Eine Zusendung ist nicht möglich, pro Person werden maximal drei Karten ausgegeben.

Im Rahmen der fünften Bayerischen Impfwoche berät Gesundheitsamt verstärkt zu allen Impffragen. Dies ist telefonisch möglich unter der Rufnummer 09621/ 39-669, per Mail an gesundheitsamt@amberg-sulzbach.de oder auch persönlich (möglichst nach telefonischer Voranmeldung) in der Hockermühlstraße 53 in Amberg. Wer sicher gehen möchte, ausreichend geimpft zu sein, kann im Gesundheitsamt den Impfpass überprüfen lassen.


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