07.12.2017, 16:04 Uhr

Landärztemangel besiegen Klinik und Hausärzte gründen Weiterbildungsverbund in Oberviechtach

Gründung des Weiterbildungsverbundes SOVIA. (Foto: Asklepios)Gründung des Weiterbildungsverbundes SOVIA. (Foto: Asklepios)

Am Mittwoch, 6. Dezember, begründen Dr. Christian Glöckner (Asklepios-Klinik), Dr. Herbert Killer und Carmen und Dr. Friedrich Feldmeier (Schönsee), Dr. Georg Schwindl und Dr. Adolf Ried (Oberviechtach) sowie Dr. Birgitt Weinhold (Tiefenbach) die Schönsee-Oberviechtacher Verbundweiterbildung in Allgemeinmedizin (SOVIA).

OBERVIECHTACH Der Mangel an jungen Hausärzten im ländlichen Bereich ist bereits jetzt ein großes Problem in Bayern. Laut einer Prognose der kassenärztlichen Vereinigung wird sich der Mangel an Nachfolgern für die Allgemeinarztpraxen bis 2030 noch weiter zuspitzen. Um den Landärztemangel zu bekämpfen, haben Politik, Ärztekammer und kassenärztliche Vereinigung verschiedene Projekte ins Leben gerufen, so zum Beispiel die von der Bayrischen Gesundheitsministerin Melanie Huml initiierte Landarztquote, die Studienplätze für Medizin für angehende Mediziner vorhält, die sich verpflichten, zehn Jahre nach ihrem Studium im ländlichen Raum zu arbeiten. Außerdem erhalten die Studierenden zur Finanzierung ihres Studiums monatlich 500 Euro als Zuschuss. Aber wie geht es nach dem Studium weiter? „Damit die frisch gebackenen Ärzte ihren Verpflichtungen gerecht werden, zehn Jahre in strukturschwachen Regionen zu arbeiten, müssen für die Jungmediziner auch Möglichkeitengeschaffen werden, ihre fünfjährige Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in solchen Regionen zu absolvieren.“, so Dr. Christian Glöckner, Chefarzt für Innere Medizin und Ärztlicher Direktor an der Asklepios Klinik in Oberviechtach.

Seit Kurzem besitzt er die volle Weiterbildungsermächtigung, um den stationären Teil der Hausarztausbildung direkt in Oberviechtach anbieten zu können. Gemeinsam mit den fünf weiterbildungsermächtigten Hausärzten der Region wurde nun am Nikolaustag ein Weiterbildungsverbund gegründet, in dem die jungen Ärzte die komplette Ausbildung zum Hausarzt nach einem Curriculum durchlaufen können. „Wir begleiten die jungen Kollegen vom ersten Tag bis zum Erhalt der Facharzturkunde!“, freut sich Dr. Georg Schwindl, einer der Mitbegründer des Verbundes. Je nach Wunsch und Kapazität können die jungen Kollegen die Ausbildung in einer der Praxen oder auch in der Klinik beginnen. Sie rotieren dann zwischen Klinik und Praxis in festgelegten Abständen, die jedoch auch flexibel an die Wünsche der angehenden Allgemeinmediziner angepasst werden können. „Wir wollen unseren Ärzten ein möglichst großes Spektrum bieten – die Landarztmedizin ist sehr breit gefächert, so dass auch Kenntnisse aus Spezialbereichen wie Kinderheilkunde, Augenheilkunde, Urologie oder HNO zu den täglichen Aufgaben gehören.“, sagen Carmen und Dr. Friedrich Feldmeier, Hausärzte in Schönsee, die die Gründung des Verbundes von Anfang an begleitet haben. Die Kooperation von Klinik und Verbundhausärzten ist dafür ideal. „Durch die Tätigkeit in der Klinik erlernen die Assistenzärzte sowohl die Grundlagen der Inneren Medizin als auch die der Viszeral- und der Unfallchirurgie.“, erläutert Dr. Glöckner. Da Mittwoch nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen ab 18 Uhr die KV-Bereitschaftspraxis, also der hausärztliche Notdienst, von der Oberviechtacher Klinik übernommen wird, erhalten die Mediziner hier bereits Einblicke in die alltägliche hausärztliche Versorgung.

„Gemeinsam haben wir hier die Grundlage für den Fortbestand der hausärztlichen Versorgung in der Region schaffen können“ sind sich Dr. Herbert Killer aus Schönsee, Dr. Adolf Ried aus Oberviechtach und Dr. Birgitt Weinhold aus Tiefenbach einig, nachdem der Kooperationsvertrag am Nikolaustag 2017 an der Asklepios Klinik Oberviechtach bei einer kleinen Feierstunde unterzeichnet wurde.


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