02.12.2017, 18:41 Uhr

Rückblick auf 15 Jahre Die Psychoonkologie – wichtiger Baustein in der Versorgung von Krebspatienten

Maria Carla Tealdi-Breitwieser, Gastreferentin Dr. Angela Grigelat und Johanna Stöcklmeier. (Foto: Rebl/Klinikum)Maria Carla Tealdi-Breitwieser, Gastreferentin Dr. Angela Grigelat und Johanna Stöcklmeier. (Foto: Rebl/Klinikum)

Die Psychoonkologinnen des Amberger Klinikums, Johanna Stöcklmeier und Maria Carla Tealdi-Breitwieser, haben ihr 15-jähriges Jubiläum gemeinsam mit Patienten, Kollegen und Interessierten gefeiert.

AMBERG „Krebs ist zwar keine reine Erkrankung der Seele, doch sind bei vielen Menschen reaktive seelische, psychologische, familiäre und soziale Probleme als Folge einer Krebserkrankung zu beachten“, weiß Maria Carla Tealdi-Breitwieser aus Erfahrung. „Zentrale Themen für die psychoonkologische Begleitung sind die Art und Weise, wie die betroffenen Patienten und deren Angehörige mit der Erkrankung umgehen, wie sie diese seelisch verarbeiten und wie sie ihre Ängste und Sorgen bewältigen. Dabei ist für uns wichtig, den Patienten zu helfen, ihre individuellen Bewältigungsstrategien zu finden“, so Johanna Stöckelmeier.

Wie das genau gelingt, erfuhren die Besucher des Jubiläumssymposiums. Außerdem gaben die beiden Psychoonkologinnen einen Rückblick auf die Anfänge ihrer Arbeit und erklärten, wie sich die Psychoonkologie im Allgemeinen und der Psychoonkologische Dienst am Klinikum im Speziellen seit dieser Zeit verändert haben: „2002 starteten wir unsere Arbeit auf Initiative von Prof. Dr. Scharl mit einem Pilotprojekt speziell für Brustkrebspatientinnen“, erinnert sich Johanna Stöcklmeier. Damit ist ihre Arbeit ein wichtiger Baustein innerhalb der onkologischen Versorgung und innerhalb des Projekts „Integrative Onkologie“, bei dem der ganzheitliche Behandlungsansatz von Krebspatienten noch stärker in den Mittelpunkt rückt.

Gastreferentin Dr. Angela Grigelat zeigte im Anschluss anhand der Fachliteratur auf, wie sich die medizinischen und damit die gesellschaftlichen Fragestellungen innerhalb der letzten Jahre verändert haben: So sei die Diagnose „Krebs“ heute aufgrund der guten Heilungschancen in vielen Bereichen nicht mehr unmittelbar mit dem Thema „Tod“ verknüpft. Dafür verunsichere das Medium Internet und die Selbstrecherche vieler Patienten. Eine wichtige Aufgabe des Psychoonkologischen Dienstes sei es daher, Patienten Wege aufzuzeigen, wie sie sinnvolle Strategien finden, das Medium richtig für sich zu nutzen.

So beispielsweise durch das neue Projekt „Integrative Onkologie“, das zusätzlich zur Schulmedizin und der Psychoonkologie Angebote aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, Entspannung und Naturheilkunde bieten möchte. Alles mit dem Ziel, Krebspatienten künftig noch besser im Kampf gegen Krebs zu unterstützen und dabei die Lebensqualität zu steigern.


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