24.11.2017, 10:39 Uhr

Gesundheit Wenn Schlafen zum Problem wird: Schlaflabor hilft Patienten mit Schlafstörungen

So oder ähnlich sehen die Masken aus, mit denen Schlafpnoe behandelt werden kann. (Foto: Klinikum/Gräß)So oder ähnlich sehen die Masken aus, mit denen Schlafpnoe behandelt werden kann. (Foto: Klinikum/Gräß)

Schlappheit, Müdigkeit und Tagschläfrigkeit. All diese Symptome können darauf hindeuten, dass es nachts mit dem Schlafen nicht so funktioniert, wie es funktionieren sollte. Und das kommt gar nicht so selten vor.

AMBERG In Deutschland hat etwa jeder dritte Erwachsene ab und zu Probleme mit dem Ein- oder Durchschlafen, jeder Zehnte schläft dauerhaft schlecht. Dabei ist Schlaf extrem wichtig für unser psychisches und körperliches Wohlbefinden. Deshalb sollten die Ursachen für länger andauernde Schlafprobleme dringend abgeklärt werden – und zwar von Profis wie den Mitarbeitern des Schlaflabors am Klinikum St. Marien Amberg.

Volkskrankheit

Wie dort gearbeitet wird, das haben sich die Mitglieder der Diabetes-Selbsthilfegruppe aus Neunburg vorm Wald genauer angeschaut. „Wir machen immer wieder Ausflüge mit der gesamten Gruppe“, so Maria Nothaaß, die Leiterin der Selbsthilfegruppe. „Jedes Mal mit einem medizinischen Ziel. Ich suche meistens Themen aus, wo die Leute vielleicht unnötigerweise Scheu haben vor der Technik, die zum Einsatz kommt, und wo man Vorurteile abbauen kann – da hat sich das Schlaflabor einfach angeboten.“

Aufgeteilt auf mehrere Gruppen erfuhren die Mitglieder der Selbsthilfegruppe Wissenswertes über das Thema „Schlaf und Gesundheit“. „Erholsamer Schlaf ist sehr wichtig“, erklärte Humanbiologin Dr. Andrea Duberow, die Stationsleiterin des Schlaflabors. „Nachts laufen bestimmte Vorgänge wie Verdauung oder Immunsystem verstärkt ab – dafür ist tagsüber nicht genug Energie zur Verfügung. Außerdem werden beim Schlafen unsere Energiespeicher wieder aufgefüllt.“ Im Schlaf entspannt sich die Muskulatur, der Blutdruck sinkt, der Puls ist reduziert und auch die Atmung verlangsamt sich. All diese Parameter können im Schlaflabor gemessen werden. „Wir messen beispielsweise die Gehirnströme, die Bewegungen des Schlafenden, oder den Sauerstoffgehalt. Mithilfe dieser und vieler anderer Daten können wir sehen, ob eine Schlafstörung vorliegt.“

Dem Problem auf den Grund gegangen

Dann geht es an die Ursachensuche: „Häufig liegt bei Schlafstörungen eine sogenannte Schlafapnoe vor“, schilderte Dr. Martin Fröbe, Schlafmediziner und Lungenfacharzt. „Dabei haben Betroffene Atemverflachungen oder sogar -pausen, die den Schlaf stören. Die Patienten merken das in der Nacht normalerweise gar nicht, aber: Diese Atemaussetzer führen über kurz oder lang zu Beschwerden, meist zu Tagesschläfrigkeit. Sie sind Stress für den Körper, Blutdruck und Herzfrequenz steigen, Stresshormone werden ausgeschüttet. Auf Dauer kann das Herz-Kreislauf-Probleme zur Folge haben.“

Die Ursache für das Schlafapnoe-Syndrom liegt meist in einer Verengung der Atemwege. „Es kann sein, dass die Zunge oder die Mandeln zu groß sind“, erläuterte Dr. Fröbe. „Zunehmendes Alter und Übergewicht spielen auch eine Rolle. Im Schlaf entspannt sich der Körper – und auch die Muskeln, die die Zunge halten. Diese kann nach hinten fallen und den Atemweg verengen. Wird es zu eng, schnarchen wir – im schlimmsten Fall haben wir Atemaussetzer.“

Mit Schlaflosigkeit muss man nicht leben

Schlafapnoe kann heutzutage gut behandelt werden. „Bei Atemaussetzern in Rückenlage kann man die Rückenlage verhindern: Da gibt es Westen mit eingebauten Halbzylindern, die verhindern, dass man sich im Schlaf dreht“, so Dr. Fröbe. „Es gibt auch Schienen, die den Unterkiefer nach vorne verlagern. So kann die Zunge im Schlaf nicht so weit nach hinten fallen.“ Die entscheidende Therapie mit den besten Ergebnissen sei aber die CPAP-Therapie. „Dabei tragen unsere Patienten eine Maske beim Schlafen. Die Maske wird für jeden Patienten speziell ausgesucht, damit sie gut passt und angenehm zu tragen ist. Durch ein kleines Kästchen auf dem Nachttisch wird Raumluft über einen Filter angesaugt und komprimiert. Der Druck wird individuell für jeden Patienten angepasst und über die Maske in die Atemwege geleitet. So wird die Enge im Rachenraum offengehalten. Sicherlich ist das erstmal gewöhnungsbedürftig, aber immer wieder sind unsere Patienten schon nach der ersten Nacht begeistert, weil es funktioniert.“

„Sollten Symptome für eine Schlafstörung auftreten, sollten Betroffene zur Voruntersuchung zum Lungenfacharzt“, so Dr. Duberow. „Ist die auffällig, sollten die Patienten ins Schlaflabor kommen. Hier können wir die Ursachen abklären und eine Therapie in Angriff nehmen.“


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