29.10.2017, 15:33 Uhr

Gesundheit Aktionstag rund um den gesunden Rücken zog viele Interessierte an

Jürgen Müller von der Arbeitssicherheit erklärt, wie der optimale Arbeitsplatz eingerichtet sein sollte. (Foto:Gräß/Klinikum)Jürgen Müller von der Arbeitssicherheit erklärt, wie der optimale Arbeitsplatz eingerichtet sein sollte. (Foto:Gräß/Klinikum)

Egal ob im Auto, im Büro oder zuhause auf der Couch: Wir verbringen einen großen Teil unserer Zeit im Sitzen. Und das kann mit der Zeit ganz schön ins Kreuz gehen. Rückenschmerzen sind die Folge. Wie man sie möglichst verhindert oder was man tun kann, wenn der Rücken schon schmerzt, das war jetzt Thema beim KKB-Infotag „Gesunder Rücken“ am Klinikum St. Marien Amberg.

AMBERG Viele Interessierte waren gekommen, um sich in Fachvorträgen und bei praktischen Übungen informieren und anleiten zu lassen. Pflegedirektorin Kerstin Wittmann empfing alle Besucher mit ihren Mitarbeitern in der Eingangshalle an einem Infostand. Außerdem hatte Jürgen Müller von der Arbeitssicherheit einen kompletten Arbeitsplatz aufgebaut, an dem er den Besuchern zeigen konnte, worauf es beim Sitzen ankommt: „Wichtig ist, dass man aufrecht sitzt, mit dem Po also ganz bis an die Rückenlehne rutscht. Die Beine sollten im Sitzen einen rechten Winkel bilden – dann ist die Stuhlhöhe optimal eingestellt“, so Jürgen Müller. „Und auch die Arme sollten ungefähr im 90-Grad-Winkel auf der Tischplatte abgelegt werden können, dann stimmt die Schreibtischhöhe.“ Ausreichende Beleuchtung durch Tageslicht und indirektes Licht seien ebenso wichtig wie beispielsweise eine Raumtemperatur von etwa 20 Grad. Den passenden Fachvortrag zum Thema „Bildschirmergonomie“ gab es von AOK-Referentin Simone Roßmann. Und auch Amr Al Mukhallalati von der Klinik für Neurochirurgie referierte zum Thema „Praktische Vorgehensweise bei Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfall – was ist gesichert?“. Er und Privatdozent. Dr. Hischam Bassiouni, der Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie in Amberg und Weiden, standen allen Beteiligten im Anschluss noch für Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Christian Dowridge, Physiotherapeut am Klinikum, zeigte allen Interessierten kleine Übungen, die ohne großen Aufwand zwischendurch mit alltäglichen Hilfsmitteln wie beispielsweise einem Gehstock gemacht werden können. „So kann man gezielt und im Alltag den Rücken trainieren und damit stärken, damit es erst gar nicht zu Schmerzen kommt.“

Gleich nebenan wurde in einem Kinaesthetics-Parcours gezeigt, welche alltäglichen Hilfsmittel genutzt werden können, um sich oder pflegebedürftige Angehörige sicherer und leichter zu bewegen. „Wir haben unser Bodenbett aufgebaut“, erklärt Kinaesthetics-Trainerin Margarete Hirsch. „Damit können beispielsweise pflegebedürftige Angehörige bodennah auf einer Matratze liegen und so vor einem Sturz aus dem Bett bewahrt werden, bei dem sie sich im schlimmsten Fall schwere Verletzungen zuziehen könnten.“

Doris Kastner von der Schmerztagesklinik zeigte, wie die „Progressive Muskelentspannung“ helfen kann, mit Schmerzen umzugehen. Neben einem Vortrag gab es auch gleich eine kleine Probeeinheit für alle Teilnehmer. „Wir freuen uns, dass sich so viele Menschen für den Aktionstag interessieren“, so Klinikumsvorstand Manfred Wendl. „Wir haben natürlich auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu ermutigt, die Vorträge zu besuchen und bei den Aktionen mitzumachen, denn Prävention ist eine wichtige Sache.“

Der Infotag „Gesunder Rücken“ läuft in diesem Jahr an allen Kliniken, die dem Verbund Klinik-Kompetenz-Bayern, kurz KKB, angehören. Jedes Jahr steht der Tag unter einem anderen Motto. Das Motto für das kommende Jahr steht noch nicht fest.


0 Kommentare