30.09.2020, 13:40 Uhr

Infektionsgefahr abwägen Grippeschutzimpfung für alle?

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Angesichts steigender Corona-Infektionen sind Ärzte und Experten in Sorge, wie sich die Lage im Herbst und Winter entwickeln könnte – vor allem wenn eine heftige Grippewelle die Situation noch verschärfen sollte. Deshalb fordern Politiker aktuell kostenlose Grippeschutzimpfungen für alle Krankenversicherten, nicht nur für Risikogruppen.

Regensburg. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten bereits schon heute – auch die KKH Kaufmännische Krankenkasse. „Für uns ist das selbstverständlich. Die KKH zahlt jedem Versicherten die Impfung in der hausärztlichen Praxis, wenn dies gewünscht wird“, erklärt Sven Seißelberg, Apotheker bei der KKH Kaufmännische Krankenkasse. „Ob sich Versicherte impfen lassen möchten, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Jeder sollte für sich und für seine Familienmitglieder abwägen, welches Influenza-Infektionsrisiko besteht und ob eine Schutzimpfung sinnvoll ist. Im Zweifelsfall hilft ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt, der individuell beraten kann.“

Das Coronavirus und die Grippe könnten in zweierlei Hinsicht in den nächsten Monaten eine gefährliche Kombination sein: Zum einen ist nicht geklärt, wie sich eine zweifache Infektion auf den menschlichen Körper auswirkt und zum anderen könnte bei steigenden Fallzahlen von Corona-und Grippeinfizierten die befürchtete Überlastung des Gesundheitssystems eintreten. Insbesondere Risikopatienten sollten sich deshalb für eine Grippeschutzimpfung entscheiden. Dazu zählen nach Einschätzung der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts vor allem ältere Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. „Auch für Personen mit erhöhter Gefährdung aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit wie medizinisches Personal oder Arbeitnehmer mit viel Publikumsverkehr ist eine Grippeschutzimpfung in diesem Herbst ratsam. Dies gilt auch für die Menschen, die engen Kontakt zu Personen aus diesen Risikogruppen haben“, erklärt Sven Seißelberg.

Da sich die Virenstämme stetig verändern, wird jedes Frühjahr ein neuer Impfstoff entwickelt. Eine jährliche Auffrischung der Impfung ist deshalb notwendig, um ausreichend geschützt zu sein. Jetzt zum Herbstanfang ist der beste Zeitpunkt, um eine Grippeschutzimpfung durchzuführen. „In der Regel wird der Piks gegen die Influenza-Viren gut vertragen. In manchen Fällen treten im Nachgang leichte Erkältungssymptome auf“, erklärt Seißelberg. Die durch Influenza-Viren hervorgerufene Grippe unterscheidet sich von einem harmlosen Husten oder Schnupfen. Symptome sind zum Beispiel plötzlich einsetzendes Fieber mit über 38,5 Grad Celsius, Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten und eine andauernde körperliche Schwäche. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.kkh.de.


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