19.08.2020, 13:46 Uhr

Virtuelle „Mut-Tour“ Gemeinsam Stark für neue Perspektiven im Umgang mit dem Thema Depression

Gerd und Melanie, bei der „Mut-Tour“ 2019, unterwegs in Berlin. Foto: A. StenzelGerd und Melanie, bei der „Mut-Tour“ 2019, unterwegs in Berlin. Foto: A. Stenzel

Bei der „Mut-Tour“ machen Menschen mit und ohne Depressionserfahrung seit 2012 gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit. Sie setzen ihr Gesicht und ihre persönlichen Geschichten für mehr Wissen und Mut im Umgang mit psychischen Erkrankungen ein.

Regensburg. Bis 2019 waren die ehrenamtlichen Teilnehmenden jeden Sommer in Sechserteams auf Tandems und zu Fuß in Deutschland unterwegs, um mit Journalisten und Menschen am Wegesrand ins Gespräch zu kommen: 260 Menschen mit und ohne Depressionserfahrung haben gemeinsam mehr als 34.000 Kilometer zurückgelegt. Im März dieses Jahres hat das Projektteam beschlossen, ein Alternativangebot zu entwickeln, um möglichst viele Aspekte der Etappen Corona-konform und auch digital umzusetzen.

Am 20. Juni fiel der Startschuss für die erste Virtuelle „Mut-Tour“ mit einem „realen“ Event in Stadthagen. Seitdem können Interessierte im Internet unter www.mut-tour.de die ursprünglich geplante Strecke der zehn Etappenteams auf einer interaktiven Deutschlandkarte verfolgen. Dort finden sie Tipps, Informationen und Hilfsangebote am Wegesrand und können verschiedene Portraits und Geschichten der Teilnehmenden entdecken. Um den Etappencharakter auch auf dem Bildschirm nachempfinden zu können, wird zwischen dem 20. Juni und dem 30. August etwa alle neun Tage ein neuer Streckenabschnitt veröffentlicht, der jeweils rund 350 virtuelle Kilometer lang ist.

Im Rahmen der Aktion „Vertretungsradeln“ haben Fahrradfreunde außerdem die Möglichkeit, GPS-Tracks herunterzuladen und einzelne Etappenabschnitte auf eigene Faust abzufahren. So kann wenigstens ein kleiner Teil der insgesamt 3.679 Kilometer langen Strecke in der Realität zurückgelegt werden. Begleitet wird das Angebot durch eine bundesweite Geocaching-Aktion, der interaktiven „Mut-Schnipseljagd“, die ebenfalls online auf der Karte zu finden ist: Interessierte können sogenannte „Mut-Schnipsel“ suchen und verstecken, also kleine Dinge oder Texte, die Mut machen oder gut tun. Weitere Details findet man im Internet unter www.mut-tour.de.


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