22.07.2020, 13:46 Uhr

Kostenlose Hotline Bürgertelefon des Bayerischen Krebsforschungszentrums geht auch am UKR an den Start

Prof. Dr. Dirk Hellwig, Mattea Löffler, Prof. Dr. Hans J. Schlitt, Sandra Windschüttl, Prof. Dr. Oliver Kölbl, Dr. Julia Maurer und Prof. Dr. Tobias Pukrop. Foto: UKR/Vincent SchmuckerProf. Dr. Dirk Hellwig, Mattea Löffler, Prof. Dr. Hans J. Schlitt, Sandra Windschüttl, Prof. Dr. Oliver Kölbl, Dr. Julia Maurer und Prof. Dr. Tobias Pukrop. Foto: UKR/Vincent Schmucker

Die Aufgaben des neu gegründeten Bayerischen Krebsforschungszentrums (BZKF) sind vielfältig und reichen von der Krebsprävention über klinische Studien und neueste Therapiemodelle bis zur Rehabilitation nach einer Erkrankung. Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) bietet dabei als einer der sechs BZKF-Standorte eine telefonische Beratung für die Region Ostbayern an.

Regensburg. Zwar sterben, laut Deutschem Krebsforschungszentrum, in Deutschland mehr Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die Diagnose Krebs ist für Betroffene dennoch eng mit Ängsten und Leiden verbunden. So folgen auf die Diagnose schnell viele Fragen wie „Wie geht es weiter?“, „Was muss ich tun?“ oder „An wen kann ich mich wenden?“. In diesem Fall kann das Bürgertelefon des Bayerischen Krebsforschungszentrums wichtige Hilfestellung und Orientierung geben.

„Durch die Einrichtung der kostenfreien Hotline bekommen Betroffene, Angehörige und Interessierte gleichermaßen einen direkten Zugang zu Experten im Umgang mit dem Thema Krebs“, erklärt Professor Dr. Hans J. Schlitt Mitglied im BZKF-Direktorium. „Wir wollen versuchen, den Anrufern die Angst vor ihrer Erkrankung zu nehmen und ihnen bei offenen Fragen und der Vermittlung von Experten für ihre individuelle Erkrankung behilflich sein“, so Professor Dr. Tobias Pukrop, der als Vorstandsvorsitzender des Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO) ein ostbayernweites Netzwerk gegen Krebs leitet und ebenfalls Mitglied im BZKF-Direktorium ist.

Die Hotline „Bayern gegen Krebs“ ist kostenfrei unter der Telefonnummer 0800/ 8510080 zu erreichen. Nach einer ersten telefonischen Beratung werden die Anrufer bei Bedarf an eines der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, München, Regensburg und Würzburg, welche sich zum BZKF zusammengeschlossen haben, weitervermittelt. „Die Tatsache, dass sich alle sechs universitätsmedizinischen Standorte in Bayern im BZKF zusammengeschlossen haben, erlaubt es den Mitarbeitern des Bürgertelefons, die Patienten möglichst heimatnah an ein spezialisiertes Krebszentrum zu verweisen“, so Dr. Julia Maurer, ärztliche Leiterin des BZKF-Bürgertelefons.

Im Falle des UKR sind das CCCO sowie das University Cancer Center Regensburg (UCC-R), welche das Universitätsklinikum Regensburg zusammen mit dem Caritas-Krankenhaus St. Josef betreibt, in das Netzwerk eingebunden. Beide Zentren leisten einen wichtigen Beitrag, um Patienten mit Krebserkrankungen aus dem gesamten ostbayerischen Raum Behandlungsmöglichkeiten nach höchsten medizinischen Standards zu bieten und darüber hinaus auch neue Diagnose- und Therapieverfahren zu entwickeln. Im UCC-R arbeiten 27 universitäre Kliniken, Abteilungen, Institute und interdisziplinäre Zentren zusammen. „Diese perfekt abgestimmten Strukturen erlauben es uns, eine hochprofessionelle Versorgung von Krebspatienten anbieten zu können und gleichzeitig auch unserem universitär-medizinischem Forschungsauftrag nachzukommen“, sagt Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR sowie UCC-R-Sprecher für das UKR und Mitglied im BZKF-Lenkungsausschuss. Dabei haben die Experten immer auch die Lebensumstände der Betroffenen und deren Angehörige im Blick. Zusätzlich zur medizinischen Therapie bieten die Zentren psychologische Betreuung, helfen in sozialen und rechtlichen Fragen und vermitteln Kontakt zu Selbsthilfegruppen.

Momentan befindet sich das BZKF noch in der Aufbauphase und wird vom Freistaat Bayern mit vier Millionen Euro unterstützt. Stufenweise sollen weitere Mittel zur Verfügung gestellt werden. Ein Ziel des BZKF ist die Senkung der Krebssterblichkeit und der Häufigkeit von Krebserkrankungen durch eine bessere und gezieltere Anwendung der neuesten Forschungsergebnisse. „Dazu sollen unter anderem sukzessiv moderne, molekulare Technologien für Forschung und Diagnostik bayernweit etabliert und die Anwendung personalisierter Therapieformen ausgebaut werden – und das mit möglichst wohnortnahem Zugang zu onkologischer Spitzenmedizin“, so Professor Dr. Dirk Hellwig, Mitglied im Lenkungsausschuss des BZKF und Dekan der Medizinischen Fakultät.


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