31.03.2020, 22:00 Uhr

Pandemie Anlaufstelle für Stadt und Landkreis – Regensburg bekommt ein weiteres Corona-Testzentrum

 Foto: Ursula Hildebrand Foto: Ursula Hildebrand

Reges Treiben herrscht im Funktionsgebäude des Jahnstadions in Regensburg. Hier entsteht eine zentrale Ambulanz mit Corona-Testzentrum. Gedacht ist es als weitere Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten aus Stadt und Landkreis Regensburg – zusätzlich zum Testzentrum am Uniklinikum..

Regensburg. Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und Landrätin Tanja Schweiger haben am Montag, 30. März, das Konzept vorgestellt. Wichtig: Das Testzentrum kann nur nach vorheriger Anmeldung in Anspruch genommen werden! Es mache keinen Sinn, einfach zum Jahnstadion zu fahren, das Testzentrum sei kein Drive-in, betonen Maltz-Schwarzfischer und Schweiger.

Und so funktioniert das Testzentrum: Patientinnen und Patienten mit Symptome sollen sich zunächst telefonisch bei ihrem Hausarzt melden, sie bekommen einen Zugangscode und ein Zeitfenster zugeteilt, in dem sie zum Jahnstadion komme sollen. Dort findet dann eine Beratung und gegebenenfalls auch eine Untersuchung statt, der Abstrich für den Corona-Test wird genommen. „Das Testzentrum soll eine zentrale Anlaufstelle für an Coronavirus Erkrankte und Menschen mit Erkältungs- oder Fieber-Symptomen bieten. Als erstes muss jedoch immer der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden: Er kann oft in Kenntnis des Erkrankten und der Krankheitsvorgeschichte eine wertvolle Hilfestellung geben, sodass viele Probleme bereits im Vorfeld geklärt werden können und eine Überlastung der Einrichtung vermieden wir.“ Maltz-Schwarzfischer betonte, dass das Testzentrum als Entlastung für die Notaufnahmen der Krankenhäuser in der Region gedacht ist. Auch die niedergelassenen Ärzte werden so entlastet. Im Laufe der Woche soll das Testzentrum starten – zunächst mit einem Arzt. Ab der kommenden Woche werde man dann mit einem Schichtplan arbeiten.

Bürgermeisterin und Landrätin waren sich einig, dass so eine Einrichtung nur gemeinsam für Stadt und Landkreis sinnvoll ist. So sei ja auch das Gesundheitsamt am Landratsamt auch für das Stadtgebiet zuständig, so Schweiger. Auch die Kassenärztliche Vereinigung sei für beides zuständig.

Kapzitäten an den Kliniken

Dr. Markus Zimmermann von der Uniklinik Regensburg wurde zum ärztlichen Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) berufen. Er kümmert sich um die Kapazitäten an Intensivbetten in Stadt und Landkreis Regensburg sowie in Neumarkt und Cham. Schweiger berichtete, dass an der Kreisklinik Wörth von de 120 zur Verfügung stehenden Betten aktuell unter 50 belegt sind. Alle planbaren Operationen seien zum Beispiel verschoben worden, um die Betten frei zu halten für den Fall, dass verstärkt Betten für Corona-Patienten benötigt werden. Maltz-Schwarzfischer bestätigte, dass an den Kliniken in der Stadt ebenso gehandelt worden sei.

Berufung von Versorgungsärzten

Schweiger hat zudem Dr. Heribert Szika aus Neutraubling zum Versorgungsarzt berufen, Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer hat hier Dr. Stefan Semmler für die Stadt Regensburg ausgewählt. „Der Versorgungsarzt ist unmittelbar an die örtliche Katastrophenschutzbehörde angebunden. So sollen vom Versorgungsarzt beispielsweise Schwerpunktpraxen für die Untersuchung und Behandlung von COVID-19-Patienten und die Rekrutierung des hierfür erforderlichen Personals eingerichtet werden. Der Versorgungsarzt trifft außerdem alle notwendigen Maßnahmen, um die ärztliche Grundversorgung im Katastrophenfall aufrechtzuerhalten“, beschreibt Gesundheitsministerin Melanie Huml die Aufgabe dieser Ärzte.


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