13.03.2020, 18:50 Uhr

Pandemie Coronavirus legt gesellschaftliches Leben in Regensburg lahm


„Insgesamt macht mich das ganze richtig traurig, Gesellschaft ohne gesellschaftliches Leben ist im Grunde nicht vorstellbar. Aber man muss Verständnis haben für alle Maßnahmen weil es bedeutet, dass wir die Menschen schützen, die sonst sterben würden, wenn Gesundheitssystem am Ende ist“, sagte Regensburgs Bürgermeisterin angesichts der Corona-Krise. Am Freitagnachmittag, 13. März, informierte sie im Alten Rathaus bei einer Pressekonferenz.

Regensburg. „Ich denke, man muss Verständnis haben für harte Maßnahmen“, sagte Gertrud Maltz-Schwarzfischer. „Das ist jetzt alles schwierig, aber da muss die Gesellschaft jetzt zusammenstehen!“

Mittlerweile gibt es – Stand Freitag, 17 Uhr – sieben bestätigte Coronavirus-Fälle in Regensburg. Für alle Infizierten wurde eine häusliche Quarantäne angeordnet.

Bereits Ende Februar sei ein Pandemie-Plan erlassen worden, berichtete Maltz-Schwarzfischer, Dieser werde von Karl Eckert, dem Personal- und Verwaltungsreferenten der Stadt, geleitet.Dr. Walter Boeckh, Rechts- und Regionalreferent, leitet den Krisenstab, der ab Montag, 16. März, täglich zusammenkommen wird. Aktuell befinde man sich mit den Maßnahmen „eine Stufe unter dem Katastrophenfall“, so Boeckh. Letzterer sei aktuell keinesfalls gegeben, Seit dem 11. März sind in Bayern Veranstaltungen über 1.000 Teilnehmern verboten, die Stadt hat nun auch Veranstaltungen zwischen 500 und 1.000 Personen untersagt. Nur in begründeten Ausnahmefällen sei es möglich, solche Veranstaltungen abzuhalten. Die Hürden dafür seien sehr hoch, der Veranstalter müsse zum Beispiel nachweisen, dass eine Gefährdung ausgeschlossen sei. Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von 100 bis 500 müssen bei der Stadt angezeigt werden. Der Veranstalter muss hier eine Risikobewertung in Anlehnung an die Vorgaben des Robert-Koch-Institutes vorlegen. Bei einer Teilnehmerzahl von unter 100 geht man davon aus, dass es machbar ist, die Personen zu registrieren, um sie, falls nötig, kontaktieren zu können. Bei mehr als 100 Personen sei dies meist nicht mehr möglich, so Maltz-Schwarzfischer,

Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen geschlossen

In ganz Bayern sind ab dem kommenden Montag, 16. März, bis zu den Osterferien die Schulen geschlossen, auch Kinderkrippen, Kindergärten uns Horte haben geschlossen. Es gebe Notgruppen in den Kindergärten und Kinderkrippen, berichtet der Referent für Bildung, Sport und Freizeit, Dr. Hermann Hage. Aber: Dort werden nur Kinder betreut, deren Eltern bestimmten Berufsgruppen angehören. Dies sind medizinische Berufe, Pflegeberufe, Polizei und Feuerwehr sowie Rettungskräfte.Die Notgruppen dürfen zum einen Alleinerziehende in Anspruch nehmen, wenn sie einer der genannten Berufsgruppen angehören, oder auch Elternpaare, wenn beide Erziehungsberechtigte einer der genannten Berufsgruppen angehören. Hage bittet um Verständnis, dass alle anderen Eltern die Betreuung ihrer Kinder selbst organisieren müssen. Ähnliches gilt für Schulkinder der Klassen 1 bis 4,die einen Hort besuchen, und die städtischen Mittagsbetreuungseinrichtungen. Am Von-Müller-Gymnasium gibt es für die Jahrgangsstufen 5 und 6 ebenfalls ein Betreuungsangebot, „um in Bereichen der kritischen Infrastruktur die Arbeitsfähigkeit der Erziehungsberechtigten, die sich andernfalls um die Betreuung ihrer Kinder kümmern müssten, aufrecht zu erhalten. Zu den Bereichen der kritischen Infrastruktur zählen insbesondere die Gesundheitsversorgung, die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung einschließlich der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr (Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz) und die Sicherstellung der öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser, ÖPNV, Entsorgung)“.

Mehr Abstand bei Sitzungen des Stadtrates

Wenn das Thema an sich nicht so ernst wäre, könnte man bei der Frage nach den Sitzungen des Stadtrates schmunzeln. Die finden nämlich in den Veranstaltungsräumen des Jahnstadions statt, „dort ist es möglich, entsprechende Abstände zwischen den einzelnen Tischen darzustellen und auch für die Öffentlichkeit Sitzplätze mit entsprechendem Abstand vorzuhalten“.

Kommunalwahl findet statt

Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer teilte in Bezug auf die Kommunalwahlen am Sonntag, 15. März, mit, dass diese stattfinden. Jeder können seinen eigenen Kugelschreiber – einen mit blauer oder schwarzer Mine – mitbringen und den Stimmzettel damit ausfüllen. Sollte es zu einer Stichwahl kommen, bekommen alle Wählerinnen und Wähler automatisch Briefwahlunterlagen zugesandt.

Alle Infos rund um den Coronavirus finden sich im Internet unter www.regensburg.de.


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