19.02.2020, 11:13 Uhr

Gymnasium Neutraubling „Hilfe, mein Zahn!“ – schnelle Rettung mit der neuen Zahnbox


Zahnunfälle gibt es häufiger, als man denkt – Rettungsbox sorgt für Erste Hilfe. Auch am Gymnasium Neutraubling ist sie jetzt im Einsatz.

Neutraubling. Manche jüngeren Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Neutraubling haben noch Milchzähne – aber egal in welchem Alter, bei einem Zahnunfall sollte jeder wissen, wie man einen Zahn richtig „rettet“. Denn schnell ist es passiert, sei es in der Turnhalle oder auf dem Schulhof, dass ein Zahn abbricht oder herausfällt.

Deshalb bekamen am Mittwoch, 12. Februar, die Schulsanitäter des Gymnasiums in Neutraubling eine Einweisung in die Zahnrettungsbox. Das Zahntraumazentrum des Universitätsklinikums Regensburg überreichte diese und gab zahlreiche Tipps rund um das Thema Zahnunfall. Schulleiter Dr. Elmar Singer ist sehr stolz auf das Projekt und auf „seine“ 15 Schulsanitäter, die einen „ganz tollen Service“ leisten und oft aufgrund eines Einsatzes den Schulunterricht verpassen. Meist seien die Einsätze zum Glück nicht sehr dramatisch, doch von Schüler zu Schüler funktioniere die – durch Ausbildung sehr kompetente – Erstversorgung auf gleicher Augenhöhe einfach besser. So seien die Schulsanitäter eine wichtige Einrichtung des Gymnasiums, die „heute mit der Zahnrettungsbox bereichert wird“, so Singer.

Prof. Dr. Dr. Torsten E. Reichert, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie, erklärt im Pressegespräch nach der Einweisung, dass man Zähne durchaus retten kann und sollte. Denn „wenn man‘s richtig macht“, kann der Zahn wieder an der richtigen Stelle eingesetzt werden und ein Leben lang halten. Und gerade im Jugendalter seien Zähne mitverantwortlich für die weitere Gesichts- und Kieferentwicklung. Jede Schule, jeder Sportverein, jede Einrichtung sollte deshalb genau wissen, wie ein Zahn erhalten werden kann. Deshalb sei es das Bestreben des Zahntraumazentrums, die Zahnrettungsbox an allen Schulen im Landkreis zu verteilen.

Idealerweise wird ein Zahn in der Nährlösung der Rettungsbox in die Klinik transportiert. Bis zu 48 Stunden kann der Zahn dabei in der Box aufbewahrt werden. Prof. Dr. Wolfgang Buchalla, Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, hat selbst immer eine Zahnrettungsbox im Handschuhfach und erklärt, dass es sehr wichtig sei, dass der Zahn nicht austrocknet. Wenn keine Box vorhanden ist, kann (der eigene) Speichel eine Alternative sein, Wasser sei jedoch nicht geeignet. Auf keinen Fall sollte man den Zahn trocken im Taschentuch in der Hosentasche zur Klinik bringen, das sei eine Katastrophe und dürfe dank der Zahnrettungsbox nicht mehr vorkommen, so Reichert. Die beste Alternative nach der Rettungsbox sei H-Milch, in die man den Zahn einlegen soll, resümiert Buchalla. Die Klinik kümmert sich dann um alles weitere, der Zahn wird circa eine Woche lang geschient und es erfolgt eine Wurzelbehandlung. Sofern der Knochen nicht massiv beschädigt ist, dauert es nur wenige Wochen, bis er wieder funktionsfähig ist, erklärt Reichert auf Nachfrage der Schüler.

Landrätin Tanja Schweiger bedankte sich bei den Initiatoren und sprach die Herausforderung an, jede Schule im Landkreis zu erreichen, sodass die Zahnrettungsbox kein Einzelprojekt werde. Die Box müsse immer vor Ort deponiert sein und jeder müsse wissen, dass es sie gibt und wo man sie im Notfall findet. Die Box ist fest verschlossen und hält gut zwei Jahre lang. Wird sie geöffnet, verfärbt sich die hellrosa Nährlösung gelb. Nach der Verwendung kann die Box nicht noch einmal benutzt werden.

Am Gymnasium in Neutraubling wird man die Zahnrettungsbox nun ab sofort überall verteilen und finden, zum Beispiel im Sanitätsraum und im Erste-Hilfe-Schrank in unmittelbarer Nähe der Turnhalle. Außerdem werden Lehrer, vor allem Sportlehrer, über die Box in Kenntnis gesetzt werden und die Schulsanitäter, die bereits eine Einweisung erhalten haben, werden die Box innerhalb, aber auch außerhalb der Schule noch bekannter machen und über richtige Zahnerhaltung aufklären!


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