23.01.2020, 16:30 Uhr

Antrag an Kreistag in Arbeit Frauen-Union Regensburg-Land fordert Pflegestützpunkt im Landkreis

(Foto: Birgit Skanta-Weitzel)(Foto: Birgit Skanta-Weitzel)

Jeder kann sich plötzlich in einer Pflegesituation wiederfinden. Dann ist schnelle Hilfe gefragt, um Informationen zu finanzieller Unterstützung, Hilfsangeboten und gesetzlichen Leistungen zu erhalten. Unter dem Motto „Beratung, Hilfe und Begleitung rund um das Thema Pflege – Koordiniert helfen“ informierten die Ortsverbände Alteglofsheim, Hagelstadt, Köfering, Obertraubling, Neutraubling und Schierling der Frauen-Union (FU) Regensburg-Land in Köfering über 100 interessierte Gäste.

KÖFERING Am Ende stand die Forderung des FU-Kreisverbandes nach einem Pflegestützpunkt im Landkreis Regensburg. Einen entsprechenden Antrag wollen die Frauen nun an den Kreistag richten.

Gunda Dirmeier, Ortsvorsitzende der FU Köfering und Mitveranstalterin, brachte die aktuelle Situation auf den Punkt: „Jeder kann heute plötzlich zum Pflegefall werden – nicht nur durch ein hohes Alter, sondern auch nach einem Unfall oder durch Krankheit.“ Dirmeier berichtete über das derzeitige Hilfsangebot, das bereits vorhanden sei, aber besser zusammengeführt werden müsse. Die FU-Kreisvorsitzende Sylvia Stierstorfer ergänzte: „Das Thema Pflege geht uns alle an, viele sind im Alltag damit konfrontiert und wissen oft nicht, wo sie sich hinwenden können, um Unterstützung zu erhalten“. Viele Menschen, die Fragen zu Finanzierung, Heimplatzsuche oder ambulanten Pflegemöglichkeiten haben, fühlen sich neben der belastenden Situation einen Angehörigen zu pflegen, oft alleingelassen. Auch individuelle Blockaden und Ängste hindern oft bei der Suche nach passgenauer und bedarfsgerechter Hilfe. Auf Nachfragen im Umfeld wussten viele Befragte nicht, wo sie sich in dieser Lage unabhängig beraten lassen können. Unter der Moderation von Christine Paul, Vorsitzende der FU Obertraubling und Kreistagskandidatin, wurde mit einer Betroffenen diskutiert, die erklärte, dass es vielfältige Angebote gebe, die allerdings kaum vernetzt seien. Es sei mühsam, das passende Angebot für die jeweilige Situation zu finden und die richtige Beratung zu erhalten, erklärte Renate Schrüfer.

Abhilfe kann ein Pflegestützpunkt schaffen, der als zentrale Anlaufstelle die vorhandenen Angebote bündelt und mit einem Ansprechpartner für hilfe- und pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen erreichbar ist. Dieser hilft bei Antragsstellungen, benennt die richtigen Ansprechpartner und koordiniert und begleitet, wenn gewünscht, durch alle Phasen der Pflege. Der Freistaat Bayern hat bereits 2009 den Weg zur Errichtung von Pflegestützpunkten geebnet. Träger können nach Abschluss eines Rahmenvertrages die Kranken- und Pflegekassen sowie der Landkreis oder Städte und Bezirke sein. Leider sind bis heute nur wenige Pflegstützpunkte in Bayern entstanden. Einer davon ist der Pflegestützpunkt Neuburg-Schrobenhausen. Der Leiter Christian Kutz berichtete über seine tägliche Arbeit und betonte, dass die Anlaufstelle ein Zugewinn für den gesamten Landkreis sei. Durch seine Ansiedelung beim Landratsamt sei das Beraterteam sehr gut zu erreichen. Spontan kam aus dem Publikum der Ruf: „Warum haben wir im Landkreis Regensburg noch keinen Pflegestützpunkt?“

Genau dieser Forderung will die Frauen-Union Regensburg-Land nachkommen und gemeinsam mit der CSU-Fraktion den Kreistag in einem Antrag zur Einrichtung eines Pflegestützpunktes auffordern. Sylvia Stierstorfer berichtete, dass der Freistaat Bayern eine einmalige Anschubfinanzierung für neue Pflegestützpunkte in Höhe von bis zu 38.000 Euro leiste. Insgesamt stehen im Haushalt 900.000 Euro für den Aufbau neuer Pflegestützpunkte zur Verfügung, so die Abgeordnete. Neu sei, dass die Landkreise und Kommunen ein Initiativrecht zur Einrichtung eines Pflegestützpunktes haben. Darauf ziele der Antrag der Frauen-Union ab. Volle Unterstützung sagte auch der CSU-Landratskandidat Rainer Mißlbeck zu, der die Situation in seinem engen Umfeld selbst erlebt hat.


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