27.12.2019, 09:12 Uhr

Guter Vorsatz für 2020 Gesundheitsministerin ruft zu Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen auf

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml hat dazu aufgerufen, im neuen Jahr Vorsorge- und Früherkennungsangebote der gesetzlichen Krankenkassen wahrzunehmen. Huml betonte am Freitag, 27. Dezember: „Vorsorge-Untersuchungen sollten nicht aus Angst vor einer schlechten Nachricht gemieden werden. Denn viele Krankheiten – selbst einige Krebsarten – sind heilbar, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.“

BAYERN Die Ministerin fügte hinzu: „Unser Bayerischer Präventionsbericht, den wir 2019 vorgestellt haben, zeigt, dass Angebote der Vorsorge und Früherkennung je nach Altersgruppe unterschiedlich wahrgenommen werden. Mein Ziel ist es, insgesamt mehr Menschen zur Wahrnehmung der Vorsorge- und Früherkennungsangebote zu bewegen.“

Die Ministerin hob hervor: „Bei den Vorsorgeuntersuchungen des Kindesalters, den sogenannten ‚U-Untersuchungen‘, werden bereits ganz hervorragende Teilnahmequoten erreicht – durchschnittlich sind es rund 97 Prozent aller Kinder, deren Eltern zuverlässig dafür sorgen, dass ihre Kleinen zur ‚U‘ kommen. Dagegen besteht bei der Jugendgesundheitsuntersuchung J1 im Alter von zwölf bis 14 Jahren noch Steigerungsbedarf.“ Landesweit hatten im Jahr 2015 nur 42 Prozent der Jugendlichen daran teilgenommen. Einer Studie des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zufolge ist die mangelnde Bekanntheit der J1-Untersuchung der häufigste Grund für eine Nicht-Teilnahme. Vor diesem Hintergrund förderte das bayerische Gesundheitsministerium eine Kampagne zur J1 mit altersgerechten Informationsmaterialen – abrufbar im Internet unter www.j1-untersuchung.de – mit Erfolg, die Teilnahmerate konnte im Modellprojekt um bis zu 16 Prozent gesteigert werden. Inzwischen wird der Flyer „Dein Ticket zur J1“ bayernweit im Rahmen der Impfbuchdurchsicht in den sechsten Klassen durch die Gesundheitsämter verteilt.

Huml ergänzte: „Steigerungsbedarf sehe ich auch bei den Vorsorgeuntersuchungen im Erwachsenenalter, etwa beim Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs. Daran nahmen in Bayern im Jahr 2016 nur 44 Prozent der anspruchsberechtigten Frauen teil. Die Darmkrebsfrüherkennung nehmen sogar bundesweit nur circa 17 Prozent der anspruchsberechtigten Männer und Frauen wahr.“ Die Ministerin verwies auf weitere Vorsorgemöglichkeiten: „Im Gesundheits-Check-up für Erwachsene werden wichtige gesundheitliche Risiken und Belastungen erfasst und auch der Impfstatus überprüft, um Erkrankungen rechtzeitig vorzubeugen. Dafür wurde der bisherige „Check-up 35“ weiterentwickelt und die mit der Untersuchung verbundene Beratung verstärkt. Ich hoffe, dass der weiterentwickelte Check-up nun von mehr Männern und Frauen als bisher wahrgenommen wird. Zuletzt (2016) war es deutschlandweit nur ein Viertel der Anspruchsberechtigten.“

Versicherte ab 35 Jahren können den Check-up 35 nun alle drei Jahre in Anspruch nehmen. Zusätzlich kann der Check-up 35 einmalig im Alter von 18 bis 34 Jahren genutzt werden. Die Kosten tragen die gesetzlichen Krankenkassen. Ist es medizinisch angezeigt, stellen Ärztinnen und Ärzte eine individuelle Präventionsempfehlung für Leistungen zur verhaltensbezogenen Prävention aus, zum Beispiel zur Bewegung oder zur Förderung einer gesunden Ernährung. Dabei verweisen sie an die Krankenkassen, die über geprüfte und anerkannte Präventionsangebote informieren und unter bestimmten Voraussetzungen auch einen Teil der Kurskosten übernehmen können.


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