29.11.2019, 12:04 Uhr

Herzwochen-Veranstaltung Starke Resonanz beim Vortrag „Plötzlicher Herztod“ – Fragen der Besucher ausführlich und anschaulich geklärt

(Foto: Astrid Hausladen / Sana Kliniken)(Foto: Astrid Hausladen / Sana Kliniken)

Auf sehr große Resonanz stieß am Mittwochabend, 27. November, die Vortragsreihe zu den Herzwochen der Sana Kliniken des Landkreises Cham und der Bayerwald-Klinik. 150 interessierte Gäste hatten sich im Saal 2 der Stadthalle Cham eingefunden, um den drei Facharztvorträgen sowie der praktischen Vorführung eines Defibrillators an der Übungspuppe zu folgen. Im Zentrum des Abends stand das Thema „Plötzlicher Herztod“.

CHAM Nach der Begrüßung der Gäste durch Prof. Dr. Buchner erklärten Bernhard Premm und Karl Weber, Fachkrankenpfleger am Sana Krankenhaus Cham, gleich zu Beginn der Veranstaltung, dass im Fall des Notfalls eine schnelle Reaktion und effektive Hilfe unerlässlich sind. Sie demonstrierten anhand der Übungspuppe die Maßnahmen der Wiederbelebung und den richtigen Einsatz eines Defibrillators, der an zahlreichen Stellen im Landkreis Cham vorgehalten wird.

In anschaulichen Vorträgen referierten Prof. Dr. Stefan Buchner, Chefarzt der Abteilung für Interventionelle Kardiologie, und Dr. Andreas Rieger, Oberarzt der Abteilung für Interventionelle Kardiologie, von den Sana Kliniken des Landkreises Cham sowie MUDr. Pavol Rakický, Chefarzt für Kardiologie von der Bayerwald-Klinik. Die drei erfahrenen Kardiologen widmeten sich aus jeweils unterschiedlicher Perspektive dem plötzlichen Herztod, der oft mit Vorerkrankungen einhergeht.

Den Anfang der Vortragsreihe machte Dr. Andreas Rieger, der in seinem Beitrag erklärte, wann Herzrhythmusstörungen harmlos sind und wann bedrohlich. Auch Wege, sich so gut es geht davor zu schützen, zeigte er in seinen Ausführungen auf. Leichte, beziehungsweise gelegentliche Unregelmäßigkeiten des Herzschlages werden oft gar nicht bemerkt, andere wiederum führen sofort zu Unwohlsein, Schwindel oder gar zum Herztod. Wichtig bei Letzteren ist es, die Ursachen zu klären und an Hand derer eine gezielte Therapie einzuleiten.

Wie häufig der Plötzliche Herztod ist und wie es in den meisten Fällen dazu kommt, erläuterte Prof. Dr. Buchner in seiner Präsentation. „Der plötzliche Herztod reißt die Betroffenen mitten aus dem Leben“, so Prof. Dr. Buchner, „meist sprechen die Hinterbliebenen davon, dass es völlig unerwartet kam“. Ein plötzlicher Herztod – eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland – wird letztendlich immer durch eine schwere Herzrhythmusstörung verursacht.

Der Plötzliche Herztod zeigt sich zunächst durch eine plötzliche Bewusstlosigkeit des Betroffenen. Innerhalb kurzer Zeit setzt die Spontanatmung aus. Die Bewusstlosigkeit entsteht durch einen Kreislaufstillstand: Das Herz pumpt nicht mehr ausreichend Blut in das Gehirn und die anderen Organe. Durch den dadurch bedingten Sauerstoffmangel fällt die Gehirnfunktion aus. Beim Betroffenen ist kein Puls mehr tastbar und seine Pupillen weiten sich. Wird dieser Zustand nicht innerhalb weniger Minuten behoben, tritt nach kurzer Zeit der Tod ein.

Meist zeigen sich aber Warnsignale im Vorfeld. Treten Druck- oder Engegefühl im linken Brustkorb, vor allem bei Belastung auf, oder Schwindel und Ohnmacht, Luftnot und Wassereinlagerungen sowie ausgeprägte Herzrhythmusstörungen, können dies erste Anzeichen für eine Herzerkrankung sein. Prof. Dr. Buchner nannte auch begünstigende Faktoren wie den eigenen Lebenswandel, die genetische Veranlagung sowie Vorerkrankungen.

Wie sieht ein Leben mit dem Defibrillator aus? Wie steht es um die Lebensqualität und welche Probleme ergeben sich daraus? Diesen Fragen ging MUDr. Pavol Rakický auf den Grund. Das kleine Gerät verschafft den Betroffenen Sicherheit. Es erkennt lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen frühzeitig und greift im lebensbedrohlichen Fall mit sanften Impulsen sofort ein. Ein Alltagsleben ist damit durchaus möglich, auch, wenn gewisse Dinge im Umgang beachtet werden müssen und eine regelmäßige Kontrolle beim Kardiologen unerlässlich ist.

Die Referenten standen allen Interessierten im Anschluss an die Vorträge für Fragen zur Verfügung; eine Möglichkeit, die rege genutzt wurde. Darüber hinaus hatten alle Gäste die Möglichkeit, sich an einem Stand der Bayerwald Klinik über deren Angebot sowie bei den Sana Kliniken über die Wiederbelebung zu informieren.


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