25.11.2019, 14:47 Uhr

Individuelle Gesundheitsvorsorge Impfkampagne am Caritas-Krankenhaus St. Josef – Expertin beantwortet Fragen rund um die Grippe-Impfung

(Foto: Caritas-Krankenhaus St. Josef )(Foto: Caritas-Krankenhaus St. Josef )

Bei der echten Grippe, der Influenza, handelt es sich um eine akute Erkrankung der Atemwege, die durch ein Virus ausgelöst wird. Sie ist unbedingt von der banalen Erkältungserkrankung („grippaler Infekt“) abzugrenzen, denn sie kann sogar tödlich enden. Die Impfung schützt, ist aber vielfach umstritten. Eine seit drei Jahren konsequent durchgeführte Impfkampagne am Caritas-Krankenhaus St. Josef soll aufklären und zeigt deutliche Erfolge.

REGENSBURG In Deutschland werden die Viren überwiegend in den Wintermonaten durch Tröpfcheninfektion übertragen. Die Viren sitzen in den Tröpfchen, die beim Sprechen, Niesen oder Nase Putzen abgegeben werden. Gelangen diese infektiösen Tröpfchen in den Körper eines anderen Menschen, wird dieser nach ein bis zwei Tagen sehr hohes Fieber entwickeln. Kopf- und Gliederschmerzen und starker Husten beuteln ihn. Hinzu kommt ein allgemeines Schwächegefühl, welches nicht selten bis zu zwei Wochen anhält. Je nach Grippesaison erkranken fünf bis 20 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland.

„Neben diesen unangenehmen Symptomen kommt es bei einigen Patienten leider auch zu lebensbedrohlichen Zuständen, wie Lungenentzündungen oder Entzündungen des Herzmuskels. Gerade auch bei schwangeren Patientinnen besteht ein erhöhtes Risiko für derartige Komplikationen“, erklärt Privatdozentin Dr. Sylvia Pemmerl. Die Internistin leitet die Klinikhygiene beziehungsweise stellvertretend die Notaufnahme am Caritas-Krankenhaus St. Josef. Grippepatienten kommen deshalb sehr häufig zu ihr.

Um eine Erkrankung zu verhindern, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Personen, die einer Risikogruppe angehören, Influenzaimpfungen, die jeder Hausarzt durchführt. Dies gilt für Ältere, geschwächte, Schwangere und chronisch Kranke, aber insbesondere auch für Mitarbeitende in Krankenhäusern und Arztpraxen, denn sie sind einem besonders hohen Erkrankungsrisiko ausgesetzt.

„Gerade hier haben Studien gezeigt, dass nicht nur das individuelle Risiko an Influenza zu erkranken erhöht ist, sondern auch alle Patienten in der Klinik von einer hohen Impfquote des Personals profitieren. Leider ist – wie in der Allgemeinbevölkerung – die Impfbereitschaft in den Kliniken viel zu gering. Neben generell ablehnender Einstellung zu Impfungen, sehen viele die Grippeimpfung mit nachfolgenden Erkältungssymptomen in Zusammenhang“, so Dr. Pemmerl.

Wie mehrere Studien und Untersuchungen aber klar zeigen konnten, ist diese Sorge unbegründet; statistisch gesehen besteht hier kein wissenschaftlich nachweisbarer Zusammenhang. Lediglich der lokale Schmerz nach der Injektion des Grippeimpfstoffes ist im Vergleich zur Verabreichung von Plazeboimpfstoffen nachgewiesen worden. Die Nebenwirkungen sind daher verschwindend gering und stehen in keiner Relation zur Wirksamkeit des Impfstoffes. Allerdings hilft die Impfung nicht gegen die üblichen und allgegenwärtigen Erkältungserkrankungen in den Wintermonaten, die mit leichtem Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und vielleicht etwas erhöhter Temperatur einhergehen. Die Impfung verhindert aber die echte, komplikationsreiche und daher gefährliche Influenza.

Dr. Pemmerl hat seit drei Jahren der mangelnden Impfbereitschaft gegen Influenza den Kampf angesagt. Mit ihrem Impfmobil, einem kleinen Wagen mit Informationsmaterial, Impfstoffen, Spritzen, Tupfern, Desinfektionsmitteln, Pflastern und als besonderer Prämie einem Schokoladenriegel hat sie sich zusammen mit Helfern aus der Notaufnahme und Klinikhygiene direkt an ihrem Arbeitsplatz am Caritas-Krankenhaus auf den Weg gemacht. Zudem wird der Ehrgeiz der einzelnen Bereiche durch Prämierung von Impfpreisen für die höchste Impfbereitschaft angespornt. Bereits in der Vorsaison konnte die Impfrate des Personals um über 200 Prozent gesteigert werden.

„Man muss die Menschen aufklären und Vorbehalte im persönlichen Gespräch aus dem Weg räumen. Es freut mich dann immer, wenn ich höre, dass die Kolleginnen und Kollegen, die sich impfen ließen, grippefrei durch den Winter kamen. Mit der Impfung erreichen wir natürlich eine Steigerung der individuellen Gesundheitsvorsorge. Aber im Krankenhaus haben wir dadurch auch eine Verbesserung und einen Schutz für unsere Patienten. Und die liegen uns allen jeden Tag am Herzen“, sagt Dr. Pemmerl, „dafür lohnt sich jeder Pieks“.


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