05.08.2019, 19:35 Uhr

Ein Ort der Geborgenheit Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern für Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis 2019 nominiert

Seit 2018 dient das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern Patienten und Angehörigen gleichermaßen als Ort der Geborgenheit. (Foto: Klaus Völcker)Seit 2018 dient das Patientenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern Patienten und Angehörigen gleichermaßen als Ort der Geborgenheit. (Foto: Klaus Völcker)

Die Leukämiehilfe Ostbayern e. V. kümmert sich seit fast 20 Jahren um Patienten mit der Diagnose Blutkrebs. Mit der Eröffnung des Patientenhauses im Jahr 2018 ist der Verein noch einen Schritt weiter gegangen.

REGENSBURG Das Haus dient Erkrankten und Angehörigen als Stützpunkt für die Therapien am direkt angrenzenden Universitätsklinikum Regensburg (UKR). Nun ist die Leukämiehilfe mit seinem Patientenhaus für den Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis 2019 nominiert.

Die Diagnose Leukämie ist für die Betroffenen ein Schock. Neben der körperlichen Erkrankung prasseln viele weitere Dinge und Fragen auf den Erkrankten ein. Wie kann ich meiner Familie helfen, mit der Diagnose Blutkrebs umzugehen? Wie kann ich meine Familie trotz Therapie nahe bei mir haben? Wer gibt mir Halt, wenn ich abseits meiner Familie Trost brauche? Antworten darauf liefert die Leukämiehilfe Ostbayern. Deren Mitarbeiter kümmern sich seit knapp 20 Jahren um Krebspatienten in Ostbayern. Sie setzen dort an, wo die Regelversorgung Grenzen setzt, unterstützen in Fragen zur Behandlung und geben den Betroffenen auch einmal eine Schulter zum Anlehnen, wenn es nötig ist.

Im Jahr 2018 stieß der Verein mit dem Bau des Patienten- und Angehörigenhauses dann in eine andere Dimension der Betreuung von Krebspatienten vor. „Wir hatten zwar schon seit 2001 eine Patienten- und Angehörigenwohnung in nächster Nähe zum Klinikum, aber mit den jetzigen Möglichkeiten ist das nicht zu vergleichen“, sagt Professor Dr. Reinhard Andreesen, Vorsitzender der Leukämiehilfe und ehemaliger Leiter der Abteilung für Hämatologie und internistische Onkologie des UKR. Rein spendenfinanziert, wurde das Patientenhaus mit seinen 18 Wohneinheiten errichtet, um Patienten mit weiter Anreise eine kliniknahe Übernachtungsmöglichkeit zu bieten und Angehörigen stationärer Krebspatienten viel Zeit am Krankenbett zu ermöglichen. Durch weitere Unterstützungs- und Betreuungsangebote stellt das Haus einen Ort der Geborgenheit und der Begegnung dar.

Modellprojekt für Patienten und Angehörige

„Das Patientenhaus hilft durch das Medikament ‚Zuwendung‘“, führt Professor Andreesen weiter aus. Die stationär am UKR behandelten, schwerkranken Patienten profitieren von der Nähe ihrer Angehörigen. Und auch die Angehörigen profitieren. So werden sie bei einer weiten Anreise zum einen nicht durch hohe Fahrt- und Übernachtungskosten belastet. Zum anderen können sie sich im Patienten- und Angehörigenhaus mit anderen Betroffenen in der gleichen Situation austauschen.

Das Patienten- und Angehörigenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern steht allen Krebspatienten des UKR und deren Angehörigen zur Verfügung. Aber auch Patienten mit anderen schweren Erkrankungen oder Verletzungen, können das Patientenhaus nutzen. Dies stellt einen weiteren Baustein für eine bestmögliche medizinische Betreuung am UKR dar. Das Patienten- und Angehörigenhaus der Leukämiehilfe Ostbayern ist ein bundesweites Modellprojekt. Nach nur 20-monatiger Bauzeit konnte es mit einem Gesamtaufwand von 4,9 Millionen Euro, rein durch Spenden finanziert, im Juni 2018 eröffnet werden.

Der Bayerische Gesundheits- und Pflegepreis

Eine Auszeichnung mit dem Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis bedeutet für die geehrte Institution, dass ihre außergewöhnlichen Leistungen im Bereich der Gesundheit und Pflege honoriert werden. Gleichzeitig möchte das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Akteure animieren, sich weiterhin für Innovationen und Verbesserungen in diesem Bereich einzusetzen. Ziel des Ministeriums ist es, den Gesundheits- und Pflegestandort Bayern auszubauen und zu stärken. Eine unabhängige Expertenjury bewertet die nominierten Projekte und kürt schlussendlich drei Preisträger. Der Preis ist mit je 7.500 Euro dotiert und wird am Dienstag, 24. September, in München verliehen.


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