26.07.2019, 19:51 Uhr

Abschiedssymposium Entwicklungen und Herausforderungen der Neugeborenenmedizin

Setzen sich für eine hochqualitative Neugeborenenmedizin ein: Prof. Dr. Michael Obladen, Berlin; Prof. Dr. Rolf Maier, Marburg; Prof. Dr. Evelyn Kattner, Hannover; Prof. Dr. Christoph Bührer, Berlin; Janet Ring, Regensburg; Prof. Dr. Hugo Segerer, Regensburg; Prof. Dr. Wolfgang Göpel, Lübeck; Prof. Dr. Birgit Seelbach-Göbel, Regensburg. (Foto: Svenja Uihlein)Setzen sich für eine hochqualitative Neugeborenenmedizin ein: Prof. Dr. Michael Obladen, Berlin; Prof. Dr. Rolf Maier, Marburg; Prof. Dr. Evelyn Kattner, Hannover; Prof. Dr. Christoph Bührer, Berlin; Janet Ring, Regensburg; Prof. Dr. Hugo Segerer, Regensburg; Prof. Dr. Wolfgang Göpel, Lübeck; Prof. Dr. Birgit Seelbach-Göbel, Regensburg. (Foto: Svenja Uihlein)

Nach 23-jähriger Tätigkeit als Chefarzt und als führender Neonatologe (Neugeborenen-Mediziner) an Bayerns größtem und auch universitärem Perinatalzentrum, welches an der Regensburger KUNO Klinik St. Hedwig angesiedelt ist, wird Prof. Dr. Hugo Segerer Ende Juli in den Ruhestand treten.

REGENSBURG Auf dem Neonatologie-Symposium 2019, das am Freitag, 12. Juli in Regensburg stattfand, würdigten sieben Wegbegleiter Prof. Segerers Wirken mit Fachvorträgen. 180 Experten aus ganz Deutschland waren zusammengekommen, um über die aktuellsten Entwicklungen und Herausforderungen rund um kranke Neugeborene zu diskutieren.

Während in dem ersten Teil des Symposiums durchdrangen Prof. Dr. Michael Obladen, ehemaliger Klinikdirektor für Neonatologie an der Berliner Charité, und sein Nachfolger an der Charité, Prof. Dr. Christoph Bührer, die geschichtlichen, gegenwärtigen und zukünftigen Aspekte der Neugeborenenmedizin in Deutschland. Prof. Bührer strich heraus, dass man trotz hervorragender Überlebensraten von Frühgeborenen und sinkenden Komplikationsraten in Deutschlands noch nicht am Ende der Bemühungen stehe. Prof. Dr. Evelyn Kattner aus Hannover ergänzte die Ausführungen mit einem Vortrag über die neonatologische Arbeit in Entwicklungsländern.

Nach der Pause stellte Prof. Dr. Wolfgang Göpel vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck das German Neonatal Network vor, ein freiwilliges Netzwerk von mehr als 50 deutschen Kliniken, welche im Rahmen einer Studie die Versorgung von sehr kleinen Frühchen optimieren möchte. Die Stellvertretende Pflegedirektorin Janet Ring der Klinik St. Hedwig hinterfragte in ihren Ausführungen, ob die Pflege von Frühgeborenen aufgrund des Pflegekräftemangels und der besonderen Herausforderungen, welche seitens einer Pflegekraft in der Neonatologie gemeistert werden müssen, in der Zukunft gefährdet sei.

Ministerialdirigent Herwig Heide vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege rückte die Neonatologie in das Blickfeld der Gesundheitspolitik und ging darauf ein, welche Anstrengungen für die Neugeborenenmedizin seitens der Politik unternommen werden müssen. Prof. Segerer hielt abschließend eine Rückschau und betonte zusammenfassend, welche herausragende Bedeutung eine gute Zusammenarbeit aller Fachkräfte für die Frühgeborenen hat. Er betonte: „Gute Neonatologie braucht Verstand und Herz, Sachkunde und Visionen, Einfühlungsvermögen, Kommunikationsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft – all jenes, was ein gutes Team ausmacht.“ Er ermunterte seine Fachkollegen, auch im gesundheitspolitischen Bereich für die Belange von Frühgeborenen und ihren Eltern einzutreten, und ermutigte dazu, die bislang erreichten Erfolge mit positiver Energie weiterzuführen. Die Symposiumsteilnehmer quittierten dies mit lang anhaltendem Applaus.


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