08.07.2019, 17:58 Uhr

Ziel ist Durchführung von Studien „Kionet Bayern“ – sechs kinderonkologische Zentren in Bayern schließen sich zusammen

(Foto: UKR / Ulla Lohse)(Foto: UKR / Ulla Lohse)

Gemeinsam für krebskranke Kinder und Jugendliche in Bayern – dieses Motto treibt die Gründer des Kinderonkologischen Netzwerks („Kionet“) Bayern an.

REGENSBURG Die sechs, auf die Behandlung junger Krebspatienten spezialisierten Zentren der bayerischen Universitätskliniken Augsburg, Erlangen, Regensburg und Würzburg sowie der Technischen Universität und der Ludwig-Maximilians-Universität München, haben sich zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Dieses steht unter der Schirmherrschaft von Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Das Ziel ist die verstärkte Durchführung klinischer Studien, damit Kinder und Jugendliche in Bayern verbesserten Zugriff auf neuartige Medikamente haben. Verantwortlich für das „Kionet Bayern“ am Universitätsklinikum Regensburg ist Professor Dr. Selim Corbacioglu, Leiter der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation. Die Kick-off-Veranstaltung fand am Montag, 8. Juli, im Bayerischen Landtag in München statt.

Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Krebserkrankungen ist eine medizinische Erfolgsgeschichte: Dank moderner Therapien werden heute rund 80 Prozent der Betroffenen geheilt. Das bedeutet allerdings auch, dass für jeden fünften Patienten die aktuellen Behandlungsmethoden nicht ausreichend sind. Für diese jungen Patienten sind innovative Ansätze dringend erforderlich. Damit neu entwickelte Medikamente und Methoden bei Kindern angewandt werden dürfen, müssen Sicherheit und Wirkung zuvor in kontrollierten Studien getestet werden. Solche Studien sind aufwändig und besonders in Deutschland streng reglementiert. Daher sind viele neu entwickelte Behandlungen bisher nur in wenigen Zentren oder im Ausland für eine kleine Zahl von Patienten zugänglich.

Um die wichtigen Studien noch effektiver umzusetzen und eine größere Zahl von Patienten einzuschließen, ist der Zusammenschluss der sechs bayerischen Zentren ein wesentlicher Meilenstein. Das Einzugsgebiet des kinderonkologischen Studiennetzwerks deckt ganz Bayern ab, sodass krebskranke Kinder und Jugendliche auf höchstem Niveau und noch dazu heimatnah versorgt werden können.

Ärzte und Pflegekräfte vernetzen sich

Schon jetzt profitieren alle Beteiligen von dem Zusammenschluss: Durch den Verbund steht nun den Betroffenen und ihren Familien in Bayern die gebündelte Fachkenntnis aller sechs kinderonkologischen Zentren zur Verfügung. Die Angleichung von Arbeitsprozessen und Standards in den verschiedenen Standorten hilft den Patienten und Familien, die an ein anderes Zentrum überwiesen werden, überall vertraute Abläufe vorzufinden.

Nicht nur die Ärzte des „Kionet“-Netzwerks arbeiten enger zusammen als zuvor – auch die Pflegekräfte nutzen die Möglichkeit des überregionalen Verbunds: In Arbeitsgruppen erarbeiten die Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger aller sechs kinderonkologischen Zentren einheitliche Pflegestandards und tauschen sich aus. Das hat jetzt schon so viel bewegt, dass ein Pflegeausbildungsmodul für die pädiatrische Onkologie geplant ist.

Kick-off im Bayerischen Landtag

„Kionet Bayern“ wird von der Bayerischen Landesregierung gefördert und unterstützt. Am Montag, 8. Juli, startet der Verbund mit einem offiziellen Kick-off in München. Schirmherrin der Veranstaltung ist die ehemalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm. Teilnehmer sind Vertreter aus der Politik, den Universitätskliniken, den pharmazeutischen Unternehmen und Vertreter der Eltern aus ganz Bayern.


0 Kommentare