18.04.2019, 08:41 Uhr

„Geschenk der Engel“ Johannes-Hospiz in Pentling wird fünf – Leuchtturmprojekt fest in der Region etabliert

(Foto: Julia Eisenhut )(Foto: Julia Eisenhut )

„Bereicherung“ – „Geschenk“ – „wertvoll“: Viele wertschätzende Worte sind bei der Feier „Fünf Jahre Johannes-Hospiz“ für das Hospiz in Pentling gefallen. Seit dem 1. April 2014 ist das Haus eine Herberge für Menschen, die unheilbar krank sind und im Hospiz ihren letzten Lebensabschnitt verbringen. Zum „Geburtstag“ kamen zahlreiche Unterstützer und Freunde der Einrichtung.

REGENSBURG Die beiden Seelsorger des Hauses Bernhard Götz und Klaus Göldner hielten den ökumenischen Gottesdienst. Diesen gestalteten auch die Mitarbeiter des Hospiz mit – sie lasen den Psalm vor und sprachen die Fürbitten. Emotional wurde es, als die beiden Seelsorger Erinnerungskarten von Angehörigen vorlasen, die an das Hospiz-Team gerichtet waren. „Das Hospiz ist ein Geschenk der Engel und ihr seid die Engel“, so der Wortlaut einer Karte. Dabei wurde ganz deutlich, wie viel den Hinterbliebenen der Gäste im Hospiz, die Arbeit der Pfleger und Hauswirtschaftskräfte bedeutet.

Anschließend begrüßte Johanniter-Regionalvorstand Martin Steinkirchner die Gäste im Rathaus von Pentling. Er erinnert sich noch genau: „Vor zehn Jahren hatte ich das erste Treffen mit dem Hospizverein Regensburg und wir haben zum ersten Mal darüber geredet, ein Hospiz in die Region zu bringen.“ Nun, zehn Jahre später ist das Hospiz nicht nur Wirklichkeit geworden, sondern ein Leuchtturmprojekt in der Region. Bis heute ist das Johannes-Hospiz das erste und einzige Hospiz in der Oberpfalz. Er sei froh, dass die Einrichtung auch in Pentling bei den Bürgern von Anfang an so gut angenommen wurde. Er bedankte sich außerdem bei den vielen Spendern und Gönnern, ohne die ein solches Projekt nicht möglich sei.

Auch Pentlings erste Bürgermeisterin Barbara Wilhelm blickt in ihrem Grußwort auf die Anfänge des Hospiz zurück: „Im Jahr 2009 standen die Johanniter und der Hospizverein Regensburg mit ihrer Idee vor der Tür. Ich habe nicht lange überlegen müssen. Ich stand von Anfang an hinter diesem Vorhaben.“ Glücklicherweise war auch der Gemeinderat mit großer Mehrheit dafür. Und so konnte 2012 der erste Spatenstich für das Hospiz gesetzt werden. „Pentling fühlt sich mit dem Johannes-Hospiz eng verbunden“, so Wilhelm.

„Die Mitarbeiter haben mir meine anfängliche Beklommenheit vollkommen genommen. Ihr Engagement hat mich nachhaltig beeindruckt.“ Kerstin Radler, Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, erzählt von ihren eigenen Erfahrungen im Hospiz, als sie eine Bekannte dort besuchte. „Das Hospiz ist eine Bereicherung für die gesamte Region.“ Stellvertretender Landrat Willibald Hogger nannte das Johannes-Hospiz als Beispiel der guten Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis. Das Hospiz stehe für Mitmenschlichkeit. „Ich danke dem gesamten Team für diese wertvolle Arbeit.“

Ganz spontan ergriff Hubertus Mühlig, Rechtsritter der Subkommende Regensburg, das Wort. „Vor rund 900 Jahren fanden die Kreuzritter vor den Toren Regensburg ein Hospital vor und kümmerten sich um die Menschen. Es war die Geburtsstunde des Johanniter-Ordens“, so Mühlig, „900 Jahre später gibt es in Regensburg wieder ein Hospiz. Die Ritter von heute sind die Mitarbeiter im Hospiz.“

Für drei Damen hielt der Abend dann noch eine große Überraschung bereit: Leitung des Johannes-Hospiz Sabine Sudler, Pflegedienstleitung im Hospiz Beate Hochmuth und die ehemalige Vorsitzende des Hospizvereins Regensburg Petra Seitzer, erhielten das Ehrenzeichen der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.. Dieses wird an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ehrenamtliche, aktive Mitglieder der Johanniter verliehen. In Ausnahmefällen können es auch Persönlichkeiten außerhalb der JUH, die deren Aufgaben hervorragend unterstützen, erhalten. Zum Schluss traten Sabine Sudler und Beate Hochmuth ans Mikro. Sie dankten namentlich jedem ihrer Mitarbeiter, die Tag für Tag mit Herzblut und Engagement an ihre Arbeit gehen. Einen Wunsch hatten sie als „Geburtstagskind“ dann doch noch: „Wir wünschen uns aus der Politik mehr Anerkennung für die Pflegeberufe.“ Darauf folgte ein langer Applaus der Gäste.


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