06.04.2019, 11:36 Uhr

Bessere Patientenversorgung Pilotprojekt „GeLiS“ soll die Kommunikation verbessern

(Foto: UKR/Klaus Völcker)(Foto: UKR/Klaus Völcker)

Mit Beginn des Sommersemesters 2019 startet an Universität und Universitätsklinikum Regensburg (UKR) das Pilotprojekt „GeLiS – Gemeinsames Lernen interprofessioneller Skills“. Medizinstudierende sowie Auszubildende und Studierende der Pflege lernen das Berufsfeld des jeweils anderen kennen. Dadurch wird die Kommunikation untereinander verbessert, was sich positiv auf die Patientenversorgung auswirken soll.

REGENSBURG Kommunikation gehört in jedem Berufsfeld zum Grundrüstzeug. Ein offenes Gespräch und ein offenes Ohr können viele Missverständnisse im Vorfeld ausräumen. Gerade dieser Umstand ist in der Medizin unglaublich wichtig, da das Wohl und die Gesundheit eines Menschen, des Patienten, immer im Vordergrund steht. Behandelnde Ärzte und das Pflegepersonal müssen daher zwingend die gleiche Sprache sprechen. Durch das Pilotprojekt „GeLiS – Gemeinsames Lernen interprofessioneller Skills“ wird die gemeinsame Kommunikation schon in der Ausbildung verankert. Ziel ist es, die Zusammenarbeit von Medizinern und Pflegekräften schon während ihrer Lehrzeit zu fördern, um so möglichst früh den Grundstein für eine gelungene interprofessionelle Teamarbeit zu legen. Dazu ist es wichtig, dass die „GeLiS“-Teilnehmer sich jeweils auf das Terrain des anderen begeben. Medizinstudierende und Auszubildende/Studierende der Pflege müssen die spezifischen fachlichen Fähigkeiten, Aufgaben und Herausforderungen des jeweils anderen Berufsfelds kennen, verstehen und schätzen lernen. Nur so kann die bestmögliche Patientenversorgung gewährleistet werden.

Was genau ist „GeLiS“?

Seit dem Sommersemester 2017 lernen und üben Auszubildende und Studierende der Pflege an der Universität Regensburg gemeinsam mit Medizinstudierenden im interprofessionellen Skills Lab klinische Fertigkeiten am Modell. Der Unterricht erfolgt in kleinen Gruppen und wird moderiert durch erfahrene Praxisanleiter. „GeLiS“ ergänzt dieses Konzept nun um das Erlernen einer gemeinsamen Sprache und institutionalisiert das Skills Lab als interdisziplinäres Kursangebot für Medizinstudierende und Auszubildende/Studierende in der Pflege. Nach einer Konzeptions- und Vorbereitungsphase seit Oktober 2018, geht das Projekt nun im April 2019, mit Beginn des Sommersemesters, in die Pilotphase. „Wir müssen erst einmal sehen, was machbar ist und wie alles funktioniert. Dann analysieren wir den Probelauf, befragen die Teilnehmer und starten zum Wintersemester 2019/20 mit der überarbeiteten ‚GeLiS‘-Version“, erklärt Projektbetreuerin Ilona Stocker von der Stabsabteilung Personalentwicklung des UKR. Spätestens zum Sommersemester 2020 soll „GeLiS“ als festes Kursangebot für Medizinstudierende im Praktischen Jahr und angehende Pflegekräfte etabliert sein.

Als Vorlage dient das Lehrkonzept „FInKo“ der Ludwig-Maximilians-Universität München, ein Lehrkonzept zur Verbesserung der interprofessionellen Kommunikationskompetenz. Die Robert Bosch Stiftung unterstützt „GeLiS“ im Rahmen seines Förderprogramms „Operation Team“ noch bis 30. September 2020 mit insgesamt 59.000 Euro. Neben Studierenden der Humanmedizin richtet sich „GeLiS“ an Auszubildende und Studierende des PflegeCampus Regensburg sowie der Berufsfachschule für Krankenpflege des medbo Bezirksklinikums Regensburg.

Miteinander, von- und übereinander lernen

Das „GeLiS“-Konzept dient also dem Training der zielgerichteten, praxis- und realitätsnahen Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegekräften. Sie sollen im Zuge dieser Veranstaltung Patientenfälle gemeinsam besprechen und den direkten Patientenumgang mittels simulierter Visiten erlernen. Um die Ausbildung so realitätsnah wie möglich zu gestalten, werden die zukünftigen Ärzte und Pflegekräfte ihr neu erworbenen interprofessionellen Fertigkeiten an Schauspielpatienten ausprobieren. So lernen die Beteiligten am besten, wie man mit individuellen Stimmungen, Schmerzen und anderen persönlichen Merkmalen von Patienten umgeht und welche Ansprache sie für die jeweilige Situation benötigen. Darüber hinaus üben die Lernenden, sich über Probleme der Patienten strukturiert auszutauschen, auf diese einzugehen und mit dem Patienten einen gemeinsamen Lösungsvorschlag zu erarbeiten. Während der 16 Stunden umfassenden Unterrichtszeit stehen den Kursteilnehmern erfahrene Mediziner und pflegerische Praxisanleiter zur Seite. In jedem Fall ist „GeLiS“ eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Auszubildende und Studierende verbessern ihre Kommunikation untereinander und die Patienten profitieren im Nachgang von einer ganzheitlichen Sichtweise des medizinischen Personals.


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