21.03.2019, 11:44 Uhr

Demographischer Wandel Ausstellung an der Uniklinik – das Alter liegt im Auge des Betrachters

„Was heißt schon alt?“ Die gleichnamige Ausstellung am UKR befasst sich mit den Facetten des Alterns. (Foto: Alex Harvey/unsplash.com)„Was heißt schon alt?“ Die gleichnamige Ausstellung am UKR befasst sich mit den Facetten des Alterns. (Foto: Alex Harvey/unsplash.com)

Der demographische Wandel und damit eine zunehmend alternde Gesellschaft macht auch vor Regensburg und Umgebung nicht Halt. Doch was heißt eigentlich alt? Dieser Frage nimmt sich der Verein der Freunde und Förderer der Pflege (VFFP) mit einer Ausstellung und einem Pflegekongress am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) an.

REGENSBURG „Man ist immer nur so alt, wie man sich fühlt“, „Zum alten Eisen gehören“, „Alt sein findet im Kopf statt, jung bleibt man im Herzen“. Man könnte die Liste der Plattitüden rund um das Thema Alter und Altwerden beliebig weiterspinnen. Doch das hat alles schon einen viel zu langen, grauen Bart. Allerdings wissen wir jetzt immer noch nicht wie sich „alt“ definieren lässt. Ab wann ist man denn nun alt? Eine klare Antwort findet man trotz angestrengter Suche jedoch nicht. Nur so viel: laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist man alt, wenn das 65. Lebensjahr vollendet ist. In Deutschland und den USA spricht man davon erst ab dem 70. Lebensjahr. Jetzt könnte man noch zwischen dem biographischen und dem biologischen Alter unterscheiden, aber das würde doch zu weit führen. Und auch, wenn man per Definition alt ist – was hat dies zu bedeuten? Ist man dann automatisch immobil oder krank? Oder blüht man im Alter vielleicht erst so richtig auf? Antworten auf diese Fragen versucht die Wanderausstellung „Was heißt schon alt?“ zu geben. Zu sehen ist sie vom 26. März bis 15. April im Foyer des Universitätsklinikums Regensburg. Die Vernissage findet statt am Dienstag, 26. März, um 17 Uhr und ist für alle Interessierten offen. Die Eröffnung der Ausstellung bildet gleichzeitig den Auftakt für den 25. Regensburger Pflegetag am 27. März, der ebenfalls vom VFFP organisiert wird und den alternden Patienten für die tägliche Arbeit von Pflegekräften in den Fokus rückt.

Wie unsere Senioren mit ihrem Alter umgehen, zeigt auf eindringliche Weise die Wanderausstellung „Was heißt schon alt?“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Fotos gewähren einen faszinierenden Einblick in das Altern und öffnen dem Betrachter einen völlig neuen Blick auf das vorherrschende Altersbild. Zukünftig wird es deutlich mehr ältere Menschen und Senioren geben. Um diesem demographischen Wandel gerecht zu werden, der alle Gesellschaftsbereiche betrifft, muss sich das Umfeld und die Umwelt auf die sich ändernden Bedürfnisse einstellen. Die Fotos zeigen die Senioren in ihrem täglichen Lebensumfeld, mit Urenkeln, Kindern, auf dem Fahrrad oder im emotionalen Porträt. Die Ausstellung kann bis 15. April während der regulären Öffnungszeiten des UKR bei freiem Eintritt besichtigt werden.

Im Alter fit zu sein und das Seniorenleben zu genießen, ist wünschenswert. Leider aber erfüllt sich dies nicht für alle. Denn mit steigendem Alter erhöht sich auch die Krankheitswahrscheinlichkeit. Viele Patienten leiden sogar an mehreren Erkrankungen parallel. Diese sogenannte Multimorbidität stellt eine besondere Herausforderung in der medizinischen und pflegerischen Versorgung dar, die aufgrund des demografischen Wandels künftig noch zunehmen wird. Auf dem 25. Regensburger Pflegetag widmen sich Experten der Geriatrie diversen Krankheitsbildern sowie Behandlungsstrategien der alternden Bevölkerung. Unter dem Titel „Der geriatrische Patient als Herausforderung“ bietet die Veranstaltung Medizinern und Pflegepersonal gleichermaßen interessante Einblicke in die Besonderheiten der älteren Patienten. Multimorbidität, Kontinenzprobleme und Ernährung spielen eine ebenso große Rolle wie Multimedikation und spezielle Anforderungen an die Pflege. Besonders im Fokus stehen die Fragen, wie sich Auswirkung der Erkrankung(en) bestmöglich in den Alltag der Patienten integrieren lassen und wie Pflegekräfte den täglichen Umgang mit den Senioren noch besser meistern können.

Der Regensburger Pflegetag ist inzwischen eine Institution. Aus ganz Bayern und teilweise sogar aus ganz Deutschland treffen sich hier jedes Jahr Kollegen in pflegerischen Berufen, um sich über ein aktuelles Thema ihrer Arbeitswelt auszutauschen.


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