18.03.2019, 11:23 Uhr

30. Jubiläum des Vereins Sylvia Stierstorfer sagt dem VKKK ihre Unterstützung zu

Sylvia Stierstorfer sagte dem VKKK-Vorstand um Prof. Dr. Franz-Josef Helmig ihre Unterstützung zu. Mit im Bild: Theresia Buhl, Leiterin der Geschäftsstelle, Günther Linder, Vorstand, Sozialpädagogin Sonja Kramhöller, Ingrid Scherübl, Vorstand. (Foto: Christian Omonsky)Sylvia Stierstorfer sagte dem VKKK-Vorstand um Prof. Dr. Franz-Josef Helmig ihre Unterstützung zu. Mit im Bild: Theresia Buhl, Leiterin der Geschäftsstelle, Günther Linder, Vorstand, Sozialpädagogin Sonja Kramhöller, Ingrid Scherübl, Vorstand. (Foto: Christian Omonsky)

Die CSU-Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer hat dem VKKK Ostbayern e. V. ihre Unterstützung zugesagt. „Ich werde alle Ihre berechtigten Wünsche für eine bessere Versorgung krebskranker Kinder und deren Familien mit Gesundheitsministerin Huml besprechen“, sagte Stierstorfer bei einem Besuch im VKKK-Elternhaus zu. Die Abgeordnete hatte das 30. Jubiläum des Vereins zur Förderung krebskranker und körperbehinderter Kinder Ostbayern e. V. (VKKK) zum Anlass genommen, sich über den aktuellen Stand der Vereinsarbeit zu informieren.

REGENSBURG Der Vorstand um Prof. Dr. Franz-Josef Helmig nutzte den Besuch der Politikerin aus dem Landkreis Regensburg, um die Lücken bei der Versorgung krebskranker Kinder zu schildern. „Wir müssen im Jahr alleine rund 200.000 Euro an Spendengeldern sammeln, nur um Aufgaben zu erfüllen, die aus unserer Sicht Kernaufgabe der Krankenkassen sind“, nannte Prof. Helmig eine Zahl. „Krebsstationen für Kinder bekommen nicht mehr Personal als andere Krebsstationen. Die Kinder werden schlicht wie kleine Erwachsene eingestuft“, ergänzte der Kinderchirurg im Ruhestand. Dass es manchmal länger dauert, bis die kleinen Patienten die vielen Medikamente geschluckt haben oder dass Wartezeiten bei schwierigen Diagnose- und Therapieverfahren sinnvoll überbrückt werden müssen, wird bisher in der Erstattung durch die Krankenkassen kaum berücksichtigt. Um den Mangel zu lindern, finanziert der VKKK aktuell drei Stellen für die Kinder-Uniklinik, was 2018 alleine mit rund 160.000 Euro zu Buche schlug.

Mängel bei Personal und technischer Ausstattung

Mängel sieht der Verein ebenso bei der technischen Ausstattung. Als Beispiel nannte Vorstandsmitglied Irmgard Scherübl ein spezielles Lasergerät, das die Beschwerden an den Schleimhäuten lindert, die infolge der Chemotherapie auftreten. „Wie dringend nötig eine solche Behandlung für Kinder ist, haben die Kassen leider noch nicht erkannt.“ In Folge ist der Verein mit rund 25.000 Euro in Vorleistung getreten und hat das Gerät finanziert. Ähnlich stellt sich die Situation bei Fortbildungen für medizinisches Personal dar. „Spitzenmedizin und -pflege kann nur geleistet werden, wenn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf dem neuesten Stand sind und ihr Handwerk beherrschen“, so Prof. Helmig. Doch Krankenschwestern und -pfleger müssten notwendige Fortbildungen immer wieder aus eigener Tasche bezahlen, wenn der Verein die Kosten nicht übernehmen würde.

Eltern oft von finanziellem Ruin bedroht

Für betroffene Familien kann die Krebserkrankung eines Kindes zum finanziellen Ruin führen. Fahrtkosten von und zu den Behandlungen werden von den Krankenkassen nur teilweise erstattet. Die Kilometerpauschale deckt die wahren Kosten nicht. Die Mit-Aufnahme einer Bezugsperson im Krankenzimmer ist nur eine Kann-Leistung und muss bei Kindern über sechs Jahre jedes Mal aufwendig begründet werden – spätere Rückforderung durch die Krankenkasse nicht ausgeschlossen. Ebenso besteht für die Eltern kein Rechtsanspruch auf Freistellung am Arbeitsplatz. Die Erstattung des Verdienstausfalls kann die Krankenkasse übernehmen, muss sie aber nicht. „In Härtefällen springen wir ein“, erklärt Irmgard Scherübl.

Sylvia Stierstorfer nahm sich viel Zeit für die Anliegen des Vereins. Zwar sei für viele der angesprochenen Themen nicht der Freistaat Bayern, sondern die Bundespolitik zuständig. „Doch werde ich mich dafür einsetzen, dass unsere bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml die Sorgen an Bundesgesundheitsminister Spahn heranträgt“, sagte sie zu. Sie berichtete dem Vereinsvorstand von ihrem Gespräch mit Prof. Dr. Selim Corbacioglu, dem Leiter der Kinderonkologie am Uniklinikum Regensburg, vom selben Tag. Corbacioglu war einer der Motoren bei der Gründung des Kinderonkologischen Netzwerks Bayern, KioNet. Stierstorfer engagiert sich als Botschafterin des Klinikverbunds. In dem Netzwerk arbeiten alle kinderonkologischen Kliniken Bayerns zusammen, um die Forschung an neuen Behandlungsmethoden und Medikamenten voranzutreiben. Der Freistaat habe das Netzwerk mit einer Anschubfinanzierung von 400.000 Euro unterstützt, so die Abgeordnete.

Elternhaus voll ausgelastet

Kernaufgabe des VKKK Ostbayern e. V. ist Die Betreuung und Begleitung an Krebs erkrankter Kinder und Jugendlicher sowie deren Familien aus dem gesamten Einzugsbereich der Kinder-Universitätsklinik Regensburg in Niederbayern und der Oberpfalz. Der Verein mit aktuell rund 1.100 Mitgliedern feiert 2019 sein 30-jähriges Jubiläum. 2017 hat er 356 Patienten zwischen null und 18 Jahren betreut, 54 davon sind im Lauf des Jahres neu hinzugekommen. Um den Kontakt der Eltern zu den kleinen Patienten zu erleichtern, hat der VKKK 2010 direkt neben des Regensburger Universitätsklinikum ein Elternhaus mit 23 Appartements errichtet. Seit Herbst 2018 bietet er zusätzlich vier Elternappartements im Benachbarten Haus der Leukämiehilfe Ostbayern an. Mit aktuell rund 14.000 Übernachtungen pro Jahr sind alle Appartements weitgehend ausgelastet.


0 Kommentare