08.03.2019, 09:57 Uhr

Pilotbetrieb Keine Chance für gefälschte Arzneimittel – Apotheken in Regensburg und Umgebung nutzen „securPharm“

(Foto: janmika/123RF)(Foto: janmika/123RF)

Die Vertriebskette für Arzneimittel in Deutschland gehört zu den sichersten der Welt. „Trotzdem mussten wir in letzter Zeit leider erleben, wie mit viel krimineller Energie lebenswichtige Arzneimittel europaweit gestohlen, verschickt und anderswo wieder eingeschleust wurden“, sagt Josef Kammermeier, Sprecher der Apotheker in Regensburg und Umgebung.

REGENSBURG „Wir Apothekerinnen und Apotheker in Regensburg und Umgebung trugen schon bisher erheblich dazu bei, dass gefälschte Arzneimittel nicht in die Hände von Patienten gelangen“, sagt Kammermeier. „Um Patienten aber noch besser vor Fälschungen in der legalen Lieferkette zu schützen, ist seit einem Monat in allen deutschen Apotheken das Schutzsystem ,securPharm‘ in Kraft.“

„securPharm“ erkennt Fälschungen sofort

Bei „securPharm“ erhält jede Packung eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels eine europaweite individuelle Seriennummer als 2D-Data-Matrix-Code. Der Apotheker scannt diesen Code bevor er dem Patienten das Präparat aushändigt. Damit löst er eine Abfrage in einer europaweit vernetzten Datenbank aus und stellt damit sicher, dass die Packung legal in den Handel gelangt ist.

Seit 9. Februar 2019 dürfen in Deutschland nur noch verschreibungs-pflichtige Arzneimittel in Verkehr gebracht werden, die auf ihrer Packung eine individuelle Seriennummer tragen und deren Unversehrtheit erkennbar ist. Alle vor dem 9. Februar im Handel befindlichen Arzneimittel, die noch keinen 2D-Code besitzen, können über den Stichtag hinaus bis zum Erreichen ihres Verfalldatums abgegeben werden.

Apotheker Josef Kammermeier ist von dem System überzeugt: „Wir Apothekerinnen und Apotheker in Regensburg und Umgebung möchten sicher sein, dass jedes verschreibungspflichtige Arzneimittel in jeder Apotheke auf seine Echtheit überprüft werden kann, bevor es an den Patienten gelangt.“ Und für die Patientinnen und Patienten wird es trotz des zusätzlichen Sicherheitschecks keine zusätzlichen Wartezeiten geben: „Im Pilotbetrieb mit rund 400 Apotheken bundesweit hat sich bereits gezeigt, dass keine Verzögerung der Arbeitsabläufe eintritt. Innerhalb von Millisekunden ist die Verifikation durchgeführt, und das Arzneimittel kann abgegeben werden.“


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