04.02.2019, 11:10 Uhr

Zehnter Geburtstag Selbsthilfegruppen und Barmherzige Brüder feiern Jubiläum

Engagieren sich für die Selbsthilfefreundlichkeit im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg: Vertreter der Regensburger Selbsthilfegruppen und des Krankenhauses mit Selbsthilfebeauftragtem Dr. Heribert Stauder (1. Reihe, 3.v.l.) und KISS-Mitarbeiterin Lisbeth Wagner (1. Reihe, 2.v.l.) sowie Antje Liese (Foto: Stephanie Tschautscher)Engagieren sich für die Selbsthilfefreundlichkeit im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg: Vertreter der Regensburger Selbsthilfegruppen und des Krankenhauses mit Selbsthilfebeauftragtem Dr. Heribert Stauder (1. Reihe, 3.v.l.) und KISS-Mitarbeiterin Lisbeth Wagner (1. Reihe, 2.v.l.) sowie Antje Liese (Foto: Stephanie Tschautscher)

Das Krankenhaus Barmherzige Brüder und die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) kooperieren seit Jahren eng, um das Krankenhaus selbsthilfefreundlicher zu gestalten. Pünktlich zum zehnten Geburtstag kann das Modellprojekt zum dritten Mal die Auszeichnung „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ entgegennehmen. Keine andere Klinik in Bayern arbeitet bereits seit so vielen Jahren so eng mit Selbsthilfegruppen zusammen.

REGENSBURG Eine Krankheit endet häufig nicht mit der Entlassung aus dem Krankenhaus, sondern hält auch im Alltag für die Betroffenen viele Herausforderungen bereit. Hier setzt die Kooperation des Krankenhauses Barmherzige Brüder mit den Selbsthilfegruppen an: Schon während des Krankenhausaufenthaltes bekommen Patienten konkrete Hilfestellungen, wie sie ihren Alltag trotz Erkrankung gut bewältigen können. Die Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, zahlreiche Selbsthilfegruppen und das Krankenhaus Barmherzige Brüder arbeiten seit zehn Jahren eng zusammen und seit sechs Jahren in einem eigens eingerichteten Qualitätszirkel, um den Patienten eine ganzheitliche Unterstützung zukommen zu lassen.

„Unser größtes Ziel im Qualitätszirkel ist es, Patientenbedürfnisse für ein selbständiges Leben nach dem Krankenhausaufenthalt mit der professionellen Krankenhausversorgung zu vernetzen“, macht Lisbeth Wagner, pädagogische Mitarbeiterin von KISS Regensburg, deutlich. Dieses gemeinsame Ziel wurde erneut honoriert. Bereits zum dritten Mal überreichte die Berlinerin Antje Liesener vom bundesweit tätigen „Netzwerk für Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ dem Regensburger Ordenskrankenhaus die Auszeichnung „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“. Die Kooperation mit den Selbsthilfegruppen ist mittlerweile seit zehn Jahren ein wichtiger Bestandteil der Patientenversorgung im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg und wurde 2014 erstmals mit dem Gütesiegel ausgezeichnet. „Die enge Zusammenarbeit mit den Selbsthilfeaktiven ermöglicht uns, die Erkrankung aus der Perspektive des Patienten zu sehen“, erläutert Dr. Heribert Stauder, onkologischer Oberarzt und Selbsthilfebeauftragter im Krankenhaus. „Mit diesem neuen Blickwinkel können wir unsere Patienten mit ihren Bedürfnissen besser verstehen und unterstützen sie so bei der Bewältigung ihrer Erkrankung“. Ziel ist es, die Kommunikation mit allen Beteiligten zu intensivieren und auszubauen. „Auch die Arbeit der Selbsthilfeaktiven gewinnt durch die Einblicke, die wir in den Krankenhausalltag erhalten“, ergänzt Lisbeth Wagner.

Neben dem Erhalt der Auszeichnung konnte auch ein neues Gesicht im Qualitätszirkel begrüßt werden. Monika Wagner, onkologische Fachpflegekraft, übernimmt das Amt der Selbsthilfebeauftragten von Dr. Stauder und wird zukünftig für die Selbsthilfeaktiven im Krankenhaus neue Ansprechpartnerin sein. Dr. Heribert Stauder wünscht seiner Nachfolgerin alles Gute und hofft, dass es ihr im Miteinander mit den Selbsthilfeaktiven gelingt, weiterhin für die anvertrauten Patienten das Beste zu erreichen. Seit bereits über 20 Jahren ist Monika Wagner im Krankenhaus Barmherzige Brüder tätig und als onkologische Fachpflegekraft Teil des interdisziplinären Teams des Onkologischen Zentrums.

Im Rahmen der Kooperation sind mittlerweile über 16 Regensburger Selbsthilfegruppen im Qualitätszirkel und präsent im Krankenhausalltag. Die Deutsche Ilco, eine Selbsthilfegruppe für Darmkrebspatienten und Menschen mit künstlichem Darmausgang, ist beispielsweise fest in den Stationsablauf des Krankenhauses integriert. Die Selbsthilfeaktiven besuchen die Betroffenen am Krankenbett, wollen durch Gespräche Ängste abbauen und geben konkrete Hilfestellungen zur Bewältigung der Krankheit. Die Alzheimer Gesellschaft ist ebenfalls fest im Krankenhaus verortet. Insgesamt 15 Selbsthilfegruppen nutzen regelmäßig die Konferenzräume des Krankenhauses für Ihre Gruppentreffen und sind offen für neue Mitglieder aus den Reihen der Patienten, Angehörigen und Mitarbeiter. Weitere Informationen gibt es unter www.barmherzige-regensburg.de.


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