12.08.2018, 14:37 Uhr

Soziales Engangement Wenn Freiwillige das Leben so vieler verbessern 

Die Fachstelle Senioren und Inklusion im Landratsamt plant die Einrichtung eines neuen „Helferkreises für MeHr Leben“. (Foto: Ocskay Mark)Die Fachstelle Senioren und Inklusion im Landratsamt plant die Einrichtung eines neuen „Helferkreises für MeHr Leben“. (Foto: Ocskay Mark)

Die Fachstelle Senioren und Inklusion im Landratsamt plant die Einrichtung eines neuen „Helferkreises für MeHr Leben“.

REGENSBURG Die Zielsetzung der Initiative ist die stundenweise Entlastung und Unterstützung von Angehörigen im häuslichen Bereich bei der Pflege von Schlaganfall-Patienten und Patienten nach einer Schädel-Hirn-Verletzung durch die Freiwilligen. Der Helferkreis wird derzeit aufgebaut; wer Interesse hat, sich einzubringen, sollte sich bei der Fachstelle für Senioren und Inklusion im Landratsamt melden. Eine Entlastung für pflegende Angehörige von Menschen mit einer erworbenen Hirnschädigung anzustreben, ist eine von vielen Maßnahmen aus dem Seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises.

Wie Corina Eisner, Ansprechpartnerin des „Helferkreises für MeHr Leben“ betont, gebe es im Landkreis Regensburg weder für pflegende Angehörige von Schlaganfall - Patienten noch für Patienten nach einer Schädel-Hirn-Verletzung Hilfen im häuslichen Bereich. Zwar biete der Verein zweitesLEBEN e.V. mit seinem Nachsorgezentrum und vielen anderen Projekten eine echte Entlastung für die Betroffenen, jedoch kämen von Angehörigen immer wieder Nachfragen, ob es nicht auch eine Unterstützung im häuslichen Bereich gebe. „Da der Helferkreis Auszeit für Menschen mit Demenz eine sehr gute Nachfrage erlebt, möchten wir nun einen weiteren Helferkreis mit ausgebildeten Ehrenamtlichen einrichten. Wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele Personen für eine Mitarbeit in diesem Helferkreis bei uns melden würden.“

Mit dem Helferkreis soll erreicht werden, dass geschulte Ehrenamtliche einen Betroffenen, der einen Schlaganfall oder eine Schädel-Hirn-Verletzung erlitten hat, in seiner eigenen Wohnung für mehrere Stunden betreuen. Die Besuche werden nach den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen und Angehörigen gestaltet. Die Betreuung soll auch bei bettlägerigen Menschen stattfinden können.

Anfang nächsten Jahres starten die Schulungen für die „Helfer für MeHr Leben“. Die Ehrenamtlichen werden dabei unter anderem in den Bereichen Medizin, Psychologie, Kommunikation und Recht ausgebildet. Wer Interesse an einer Mitarbeit im neuen Helferkreis hat oder weitere Informationen wünscht, kann sich unter 0941 / 4009 – 708 oder Corina.Eisner@lra-regensburg.de an das Sachgebiet für Senioren und Inklusion wenden.

Der Schlaganfall ist mit 270.000 Betroffenen jährlich eine der großen Volkskrankheiten in Deutschland und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter. Fast zwei Drittel der Überlebenden sind dauerhaft auf Unterstützung, Therapie, Hilfsmittel oder Pflege angewiesen. Eine Schädel – Hirn – Verletzung hat ähnliche Auswirkungen im Alltag für die Betroffenen. In Deutschland geht man von bis zu 400 Schädel-Hirnverletzungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr aus. Etwa 180 von 100.000 Schädel-Hirntraumen sind dabei so schwer, dass hier langfristige Schäden zu erwarten sind und dass mehr als 4.000 Patienten jedes Jahr als dauerhaft Geschädigte mit schweren Verletzungen zu Langzeitpflegefällen werden.


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