04.06.2018, 16:14 Uhr

Peter Aumer in Nittendorf zu Gast „Pflegebedürftige sind keine Renditeobjekte!“

(Foto: Büro Aumer)(Foto: Büro Aumer)

In einer älter werdenden Gesellschaft nimmt die Pflege und Pflegebedürftigkeit von Angehörigen eine immer größere Bedeutung ein. Um sich vor Ort über die aktuelle Lage im Bereich der Pflege zu informieren, hat der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer das Seniorenheim der Diakonie in Nittendorf, das Argula-von-Grumbach-Haus, besucht.

NITTENDORF Aumer dazu: „Mir ist es wichtig, mit den Menschen und Verantwortlichen vor Ort ins Gespräch zu kommen, um die Sorgen und Herausforderungen zu besprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Die Altenpflege ist in meinen Augen einer der wichtigsten Politikbereiche. Im Umgang der Gesellschaft mit Pflegebedürftigen zeigen sich der Zusammenhalt und das Miteinander sowie der Respekt und die Anerkennung der Lebensleistung jedes Einzelnen.“

Das Argula-von-Grumbach-Haus bietet Platz für 92 Bewohner – die meist aus der Region kommen. Besonderheit des seit 1994 bestehenden Hauses ist, dass es eine eigene Küche für die Versorgung der Anwohner hat. Des Weiteren gibt es neben zahlreichen Veranstaltungen, die über das Jahr verteilt sind, einen festen Tagesablaufplan mit vielfältigen Angeboten für die Senioren. Die Struktur des Wochenplans hilft dabei vor allem den Demenzkranken bei der Bewältigung des Alltags. Im Argula-von-Grumbach-Haus haben rund 70 Prozent der Bewohner demenzielle Erscheinungen.

Ein wichtiges Thema für Peter Aumer war er Fachkräftebedarf im Bereich der Altenpflege. Die Leiterin des Hauses Frau Robin berichtet, dass derzeit sechs Auszubildende beschäftig sind, die in der Regel alle übernommen werden. Zudem sind rund 80 Mitarbeiter in vielfältigen Berufsfeldern angestellt. Die Bandbreite reicht von Mitarbeitern für Küche, Wäscherei, Verwaltung über Sozialbetreuer bis hin zu Pflegekräften. Der Pflegedienstleiter Herr Meißner kritisierte in diesem Zusammenhang die Generalisierung der Ausbildung im Bereich der Pflege, da sich dadurch weniger Auszubildende für einen Einsatz in der Altenpflege entscheiden würden.

Aumer verwies auf die von Gesundheitsminister Spahn angekündigten 13.000 Stellen in der stationären Altenpflege, die über ein Sofortprogramm geschaffen werden. Die Kosten von geschätzt einer Milliarde Euro pro Jahr werden von den Krankenkassen getragen. Dadurch wird die, wegen Leistungsausweitungen und der hohen Zahl an Pflegebedürftigen, ohnehin ausgelastete Pflegekasse nicht belastet. Hier ist es dem Bundestagsabgeordneten Peter Aumer wichtig, die Arbeitsbedingungen von Fachkräften und Betreuern in der Pflege so attraktiv zu machen, dass ausreichend Menschen den Pflegeberuf ergreifen, beibehalten und damit auch zukünftig die Versorgung sichergestellt ist.

In Bezug auf die Pflegeschlüssel konnte Frau Robin berichten, dass im Argula-von-Grumbach-Haus der Betreuungsschlüssel über den gesetzlichen Mindestvorgaben liegt und sogar an das Maximum heranreicht. Dies muss zwar von den Anwohner über die Zuzahlungen refinanziert werden, bedeutet aber gleichzeitig eine intensivere und bessere Betreuung für ein würdevolles Leben im Alter.


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