23.03.2018, 13:06 Uhr

Darmkrebsvorsorge Boxenstopp für Mensch und Maschine – Ein Blick, der Leben rettet!

Prof. Alois Fürst, Rallye-Legende Walter Röhrl und Prof. Roland Büttner (v. r. n. l.) kämpfen gemeinsam gegen Darmkrebs. (Foto: Caritas/ Gerstenberger)Prof. Alois Fürst, Rallye-Legende Walter Röhrl und Prof. Roland Büttner (v. r. n. l.) kämpfen gemeinsam gegen Darmkrebs. (Foto: Caritas/ Gerstenberger)

Rallye-Legende Walter Röhrl und Professor Dr. Alois Fürst, Direktor der Klinik für Chirurgie am Caritas-Krankenhaus St. Josef setzen sich für Darmkrebsprävention ein und sind Botschafter der Stiftung LebensBlicke. Mir ihrer Veranstaltung „Jeder braucht einen Boxenstopp!“ schärften sie bei den zahlreichen Anwesenden den Blick für die Vorsorge.

REGENSBURG Walter Röhrl gibt seit 28 Jahren ehrenamtlich Fahrsicherheitstrainings. „Jeder Unfall, den ich durch gezieltes Training verhindern kann, zählt. Durch die Darmkrebsvorsorge können aber noch viel mehr Leben gerettet werden und Leid vermieden werden. Es lohnt sich, da genauer hinzusehen“, sagt Röhrl. „Jeder Mensch hat nur einen Körper. Wenn er reibungslos funktionieren soll, muss mindestens genauso gut gepflegt und versorgt werden, wie eine Maschine,“ so Röhrl weiter.

Professor Dr. Roland Büttner, Direktor der Klinik für Innere Medizin I am Caritas-Krankenhaus St. Josef und Privatdozent Dr. Michael Reng, Chefarzt der Medizinischen Klinik II an der Goldberg Klinik, erklärten, warum sich Darmkrebsvorsorge für jeden lohnt. Darmkrebs ist in den westlichen Industrieländern auf dem Vormarsch. In Deutschland ist er die zweithäufigste Krebsart. Die Darmspiegelung gilt als wichtigste Vorsorgemaßnahme. Rund 90 Prozent aller bösartigen Wucherungen im Dickdarm oder Mastdarm entstehen aus diesen Polypen, die viele Jahre lang unbemerkt bleiben können. Darmpolypen entstehen selten vor dem 30. Lebensjahr und kommen bei bis zu 20 Prozent der Bevölkerung vor, ab dem 50. Lebensjahr treten sie häufig auf. Als Wucherungen der Schleimhaut ragen sie in den Dickdarm oder Mastdarm hinein. In mehr als 95 Prozent sind diese Polypen gutartig, also Adenome, die vom Drüsengewebe der Schleimhaut ausgehen. Adenome wachsen zunächst langsam und stellen anfangs kein Problem dar. Sie können aber innerhalb von einem bis zehn Jahren entarten und bösartig werden. Wenn das Adenom größer als ein Zentimeter wird, nimmt das Risiko, dass sich ein Dickdarm- oder Mastdarmkrebs entwickelt, deutlich zu. Heutzutage können die meisten Darmkrebspatienten geheilt werden.

Prof. Fürst entwickelte hierfür verschiedene minimal-invasive OP-Methoden, die inzwischen deutschlandweit eingesetzt werden. Als Mitbegründer des Regensburger Darmkrebszentrums betreut er eine Studie zum Langzeitüberleben mit mehr als 500.000 operierten Darmkrebspatienten. Prof. Fürst erklärt „dass sich die schonende OP-Methode sehr positiv auf die Lebensqualität der Patienten auswirkt. Sie entwickeln auch seltener einen neuen Tumor“.

Josef Mühlbauer, Vorstandsvorsitzender der Mühlbauer Gruppe, überreichte der Stiftung LebensBlicke einen Spendenscheck in Höhe von 8.000 Euro. Mit Verantwortung für über 3.000 Mitarbeitern war es ihm ein besonderes Anliegen, die Stiftung, die sich seit 1998 für die umfassende Information der Bevölkerung über die Möglichkeiten der Darmkrebsfrüherkennung, ebenso wie für die Motivation zur Teilnahme an den angebotenen Maßnahmen, einsetzt, zu unterstützen.


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