15.03.2018, 18:47 Uhr

Sylvia Stierstorfer wird Botschafterin Bayerische Staatsregierung fördert Kinderonkologisches Netzwerk

Dr. Franz Rieger, Prof. Dr. Markus Metzler, Paul-Robert Binner, Prof. Dr. Selim Corbacioglu, Prof. Dr. Paul-Gerhardt Schlegel, Prof. Dr. Oliver Kölbl, PD Dr. Dr. Irene Teichert-von Lüttichau, Sylvia Stierstorfer, Prof. Dr. Dr. Michael Frühwald, Bernd Sibler. (Foto: UKR/Klaus Völcker)Dr. Franz Rieger, Prof. Dr. Markus Metzler, Paul-Robert Binner, Prof. Dr. Selim Corbacioglu, Prof. Dr. Paul-Gerhardt Schlegel, Prof. Dr. Oliver Kölbl, PD Dr. Dr. Irene Teichert-von Lüttichau, Sylvia Stierstorfer, Prof. Dr. Dr. Michael Frühwald, Bernd Sibler. (Foto: UKR/Klaus Völcker)

Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler informierte am Donnerstag, 15. März, am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) über die finanzielle Unterstützung des Kinderonkologischen Netzwerks Bayern (KIONET-Bayern) durch den Bayerischen Staatshaushalt. Die Landtagsabgeordnete Sylvia Stierstorfer wird erste Botschafterin des Projekts.

REGENSBURG Bei etwa 2.000 Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren wird pro Jahr in Deutschland eine Krebserkrankung diagnostiziert. Krebs ist damit in dieser Altersgruppe eine eher seltene, aber doch sehr langwierige und schwere Erkrankung, die das Leben der Kinder und ihrer Eltern auf einen Schlag völlig verändert. Und obwohl die geringe Inzidenz auf den ersten Blick positiv wirken mag, birgt diese in der Behandlung enorme Herausforderungen. Wenn beispielsweise die Ersttherapie versagt, sind neue Medikamente gefragt, deren Entwicklung ein aufwendiger und kostspieliger Prozess ist. Sind nur wenige Patienten von einer bestimmten Erkrankung betroffen, sind entsprechende klinische Studien für die Pharma- und Biotech-Industrie ökonomisch uninteressant, was die Entwicklung moderner und nebenwirkungsarmer Therapien vor allem für Kinder beeinträchtigt. Hier setzt nun mit dem KIONET-Bayern eine neue Initiative an, die durch die enge Zusammenarbeit von zunächst fünf bayerischen Kliniken die Versorgungssituation krebskranker Kinder und Jugendlicher nachhaltig verbessern wird. Bernd Sibler, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, besuchte heute, am 15. März 2018, das UKR, und gab offiziell bekannt, dass der Bayerische Landtag kürzlich im Nachtragshaushalt 2018 einen Zuschuss in Höhe von 400.000 Euro für das KIONET-Bayern beschlossen hat.

„Kinder und Jugendliche haben bei Krebserkrankungen oft gute Heilungschancen, leiden aber mitunter ein Leben lang an den Langzeitfolgen. Um sowohl die Überlebenschance als auch die Lebensqualität der kleinen Patienten nachhaltig zu verbessern, sind aufwendige wissenschaftliche Projekte erforderlich. Die Initiative der beteiligten Kliniken in diesem Bereich ist äußerst wertvoll und wichtig! Daher unterstützen wir das Netzwerk sehr gerne“, betonte Wissenschaftsstaatssekretär Bernd Sibler heute im UKR.

Im KIONET-Bayern haben sich Ende letzten Jahres die Fachbereiche der Kinderonkologie der Universitätskliniken Regensburg, Erlangen, Würzburg, des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München sowie des Klinikums Augsburg zusammengeschlossen. Das Netzwerk deckt dabei ein Einzugsgebiet von rund acht Millionen Menschen ab. „Durch den Verbund steht den erkrankten Kindern und Jugendlichen in Bayern nun die gebündelte Expertise aller fünf kinderonkologischen Fachbereiche zur Verfügung. Dadurch können an den verschiedenen Standorten innovative Therapiekonzepte angeboten werden. Dieser Mehrwert wird die medizinische Versorgungssituation und die Prognose für unsere Patienten weiter verbessern“, kommentiert Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR, den kinderonkologischen Zusammenschluss.

Durch die Kooperation der verschiedenen Einrichtungen soll einerseits die wissenschaftliche Arbeit im Bereich der Kinderonkologie profitieren. Ein wichtiger Aspekt bei der Durchführung klinischer Studien in der Kinder- und Jugendmedizin ist, dass ausreichend Patienten mit derselben Erkrankung in die Studien mit eingeschlossen werden können, um belastbare Ergebnisse zu erzielen. Durch die geringe Fallzahl der Krebserkrankungen im Kinder- und Jugendalter kann ein Krankenhaus alleine diese Anzahl an Patienten meistens nicht vorhalten. „Im Verbund aber haben wir gute Chancen, unsere kranken Kinder und Jugendlichen klinischen Studien zuzuführen und damit ihre Heilungschancen zu verbessern. Für jeden einzelnen unserer Patienten lohnt es sich, alles an Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen, was uns heute und künftig zur Verfügung steht. Dafür wollen wir im KIONET in ganz Bayern noch enger zusammenarbeiten und forschen“, erklärt Professor Dr. Selim Corbacioglu, Leiter der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie, Onkologie und Stammzelltransplantation sowie KIONET-Projektleiter am UKR, die Ziele des Kinderonkologischen Netzwerks.

Neben der Möglichkeit, an wissenschaftlichen Studien zu partizipieren, wird durch KIONET-Bayern auch die heimatnahe Versorgung verbessert. Die Ärzte der fünf Kliniken arbeiten hierfür eng zusammen und bündeln ihre Kompetenzen und Erfahrungen, um Synergien in der klinischen Versorgung zu schaffen und ihr Fachwissen fürs ganze Netzwerk einzubringen. Betroffene Familien müssen in der Konsequenz keine langen Anreisen mehr auf sich nehmen, sondern können sich der kompetenten Versorgung ihres Kindes im heimatnahen Krankenhaus des KIONET-Verbundes sicher sein.

Die Etablierung von KIONET-Bayern wurde auf politischer Seite unter anderem eng von den Bayerischen Landtagsabgeordneten Sylvia Stierstorfer, Dr. Franz Rieger, Carolina Trautner, Joachim Herrmann und Oliver Jörg unterstützt. Sylvia Stierstorfer und Dr. Franz Rieger wohnten heute auch im UKR der Bekanntgabe der Förderung durch Staatssekretär Sibler bei. „KIONET-Bayern liegt mir persönlich sehr am Herzen. Das Projekt unterstützt erkrankte Kinder und ihre Familien in ganz Bayern, damit diese nicht in ein weit entferntes Klinikum, nicht selten im Ausland, zur Therapie müssen, sondern relativ heimatnah behandelt werden können. Wir investieren hier in unsere Zukunft“, so Sylvia Stierstorfer, die als Zeichen ihrer Unterstützung auch erste Botschafterin für das Netzwerk wurde.


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