25.01.2018, 11:45 Uhr

Sammelaktion 500 Deckel – für ein Leben ohne Polio!

(Foto: RC Mainburg-Hallertau)(Foto: RC Mainburg-Hallertau)

Deckel, Deckel, Deckel – gelbe, grüne, blaue, weiße, rote, einfach alle Farben an Schraubverschlüssen von Getränkeflaschen werden gesammelt und für den guten Zweck an Recyclingbetriebe verkauft. So wird nicht nur dafür gesorgt, dass die Plastikdeckel wiederverwertet werden, sondern durch den Erlös werden auch Polio-Impfungen finanziert. Und das Beste an der Aktion – jeder kann mitmachen.

MAINBURG Das größte Projekt, das Rotary je angepackt hat, ist der Kampf gegen die Kinderlähmung, heißt PolioPlus „End Polio Now“ und hat zum Ziel, die Krankheit weltweit auszurotten. Seit 1988 gelang es bereits mit Hilfe großer Partner wie der WHO und der Bill & Melinda Gates Stiftung, den größten Teil der Welt durch Impfkampagnen von Polio zu befreien. Bekannt ist, dass die Krankheit heute nur noch in Nigeria, Pakistan und Afghanistan existiert. Experten sind aber auch sensibilisiert: Durch den Rückgang der Impfungen in Europa kann eine Rückkehr von Polio nicht ausgeschlossen werden.

Die Kinderlähmung ist eine hoch ansteckende Krankheit, deren Erreger vornehmlich Kleinkinder unter fünf Jahren befällt. Doch es können sich auch Erwachsene infizieren. Das Virus verursacht dauerhafte Lähmungen und Verkrüppelungen, die Infektion verläuft oft tödlich, wenn die Atemmuskulatur befallen wird. Es gibt keine Heilung gegen Polio, doch es gibt eine Vorbeugung: eine Schluckimpfung mit einem Serum, das auf Lebenszeit gegen die Kinderlähmung immunisieren kann. Um die Kinder weltweit dauerhaft vor Kinderlähmung schützen zu können, müssen die Impfmaßnahmen zu Ende geführt werden. Um hierfür Gelder zu generieren, haben sich die Rotarier etwas einfallen lassen – das Sammeln und Verwerten von Plastikdeckeln.

Das Prinzip ist einfach: Kunststoffdeckel werden gesammelt, an Recyclingbetriebe verkauft und der Erlös wird für den guten Zweck genutzt. So wird doppelt Gutes getan – neben dem Gesundheitsaspekt wird auch die Umwelt geschont, denn die sortenrein gesammelten Deckel werden recycelt.

Schon mit 500 Deckeln kann eine lebenswichtige Impfung bezahlt werden. Eigens für diesen Sammelzweck wurde ein eingetragener Verein gegründet: „Deckel drauf e. V.“ mit Sitz in Nürnberg. Dieser Verein organisiert die Logistik und Verwertung der Deckel, die örtlichen Rotaryclubs das Sammeln und Bekanntmachen der Aktion. Als die Präsidentin des Rotary Clubs Mainburg-Hallertau Irina Reisinger zum ersten Mal auf diese Sammelaktion aufmerksam wurde, war sie sofort begeistert: Vor allem der Ansatz, dass es so einfach ist und jeder, der möchte, mitmachen kann, hat sie an dieser Aktion so begeistert. Daher möchte sie gemeinsam mit den Mitgliedern des Rotaryclubs diesem Projekt in unserer Region zum Erfolg verhelfen. Neben viel Werbung für die Sammelaktion kümmern sich Mainburger Rotarier um das Aufstellen und Leeren der Sammeltonnen sowie das Lagern der Deckel, bis eine ausreichende Menge für einen Verwerter vorhanden ist. Sehr gefreut hat sich das rotarische Deckel-Team aus Mainburg, dass gleich mehrere Firmen und Märkte als Sammelstellen zur Verfügung stehen – „die Zusagen kamen sofort, ein tolle Sache“, so die Präsidentin. Je mehr Deckel gesammelt werden, desto mehr Kinder können gegen Kinderlähmung geimpft werden. Daher freuen sich die Rotarier, wenn viele mitmachen und sammeln. Denn jeder kann mitmachen: Ob alleinstehend, Großfamilie, Kindergarten, Schule, Verein oder Unternehmen, bei jedem fallen Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen oder Getränkekartons an, die in ein separates Behältnis eingeworfen und später zur nächsten großen Sammelstelle gebracht werden können.

Ab Februar werden gekennzeichnete Sammelbehälter an den Abgabestellen in Mainburg zu finden sein, die gesammelten Deckel können zu den üblichen Öffnungszeiten eingeworfen werden. Wichtig beim Sammeln ist, dass ausschließlich Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen, Getränkekartons und auch das gelbe Überraschungsei gesammelt werden. Die maximale Deckelgröße sollte nicht mehr als vier Zentimeter haben. Hintergrund für diese Begrenzung ist, dass die Maschinen für die Granulierung ein passendes Mahlwerk benötigen und bei erhöhten Größenunterschieden das Material nicht mehr verarbeitet werden kann. Die leeren Flaschen können auch ohne Deckel zurückgegeben werden!

Wer noch mehr wissen will, findet weitere Informationen und Aktuelles im Internet unter www.mainburg-hallertau.rotary.de oder unter www.deckel-gegen-polio.de.


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