26.11.2017, 22:02 Uhr

Auszeichnung Barmherzige Brüder gewinnen Krebspatientenpreis für Nachsorgeprojekt

Körper, Geist und Seele von Krebspatienten stärkt das Nachsorge-Projekt des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg. (Foto: Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg)Körper, Geist und Seele von Krebspatienten stärkt das Nachsorge-Projekt des Krankenhauses Barmherzige Brüder Regensburg. (Foto: Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg)

Staatsministerin Melanie Huml hat das Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg mit dem ersten Platz des Bayerischen Krebspatientenpreises ausgezeichnet. Die Auszeichnung würdigt ein Krebsnachsorgeprojekt, das den Patienten auch nach der stationären Therapie eine ganzheitliche Versorgung von psychoonkologischer Betreuung, über Entspannungskursen bis hin zu Krisenintervention bietet.

REGENSBURG Dem Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg wurde am Freitag, 24. November, bei einer Feierstunde im Foyer des Bayerischen Rundfunks in München der 1. Platz des Bayerischen Krebspatientenpreises verliehen. Damit ehrt die Bayerische Krebsgesellschaft ein Projekt, mit dem der Übergang zwischen Krankenhaus und nachstationärer Behandlung für Patienten mit einer Tumorerkrankung nachhaltig reibungsloser gestaltet wurde. Christian Bradl, der Leiter der Techniker-Krankenkasse in Bayern, hob in seiner Laudatio insbesondere den ganzheitlichen Ansatz des Engagements hervor: Die Mitarbeiter des Krankenhauses haben für die Betroffenen ein komplettes Maßnahmenpaket für Körper, Geist und Seele zusammengestellt. Auch Angehörige dürfen davon profitieren.

Jeder Patient erhält das Angebot einer psychoonkologischen Betreuung, das bei Bedarf mit Atem- und Musiktherapie ergänzt wird. Für Ruth Wagner, die Leiterin des Psychologischen Dienstes, ist die Begleitung über den stationären Aufenthalt hinaus besonders wichtig: „Wir haben unsere Angebote an den Bedürfnissen der Patienten orientiert. Sei es der Wunsch nach Entspannen und Kraft tanken, nach Selbstfürsorge und positivem körperlichen Erleben, nach Austausch mit Mitbetroffenen oder auch kurzfristig notwendiger persönlicher Gesprächsbedarf, auch mit Angehörigen.“

So werden über einen an das Krankenhaus angebundenen Psychotherapiesitz Kriseninterventionen ermöglicht. Wohlfühlnachmittage, die durch den Förderverein des Krankenhauses mitfinanziert werden, bieten beispielsweise Shiatsu, Qi Gong, Körper- und Achtsamkeitsübungen, Meditation, Kunsttherapie, Yoga und Fußreflexzonenmassage. Über die enge Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen werden Patienten sehr frühzeitig mit dieser Unterstützungsmöglichkeit bekannt gemacht. Dafür wurde das Haus schon 2014 als erstes in Bayern als selbsthilfefreundliches Krankenhaus ausgezeichnet.

„Für mich als ärztlichen Leiter des ersten Onkologischen Zentrums der Region ist es eine große Freude, dass die Bemühungen unserer Psychoonkologinnen, vieler weiterer Mitarbeiter und der Krankenhausleitung mit diesem ersten Platz so wunderbar honoriert wurden“, so Professor Dr. Jan Braess, Chefarzt der Klinik für Onkologie.

Eine nette Geschichte ergab sich noch nach der Preisverleihung: Eine ältere Frau wandte sich ganz begeistert an die feiernde Regensburger Delegation, gratulierte und berichtete von ihrem Schicksal. Sie sei jetzt knapp 80 Jahre und habe im Rahmen einer Chemotherapie einer Tumorerkrankung eine Inkontinenz bekommen. Leider habe sie bislang keinen Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe gefunden. Das weckte den Beratungseifer der Preisgewinner: Nach einer kurzen Internetrecherche auf dem Handy konnte der glücklichen Dame eine wohnortnahe Kontaktadresse auf eine Papierserviette geschrieben werden.

Weitere Preisträger waren: Krankenhaus Ebersberg, dritter Preis, und Caritas-Krankenhaus St. Josef Regensburg, zweiter erster Preis.


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