28.06.2018, 16:03 Uhr

Patientenfürsprechertag in Würzburg Huml will Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus stärken

Von links: Dr. Franz Josef Riedhammer von der Asklepios Klinik im Städtedreieck Burglengenfeld, Dr. Kurt Fischer vom Donauisar Klinikum Deggendorf, Dr. Heiner Giewekemeyer vom Krankenhaus Barmherzige Brüder St. Barbara Schwandorf, Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml, Margit Selig von der Steigerwaldklinik Burgebrach, Petra Schweiger, kommunale Patientenbeauftragte der Landeshauptstadt München, Dr. Hans Rau vom Kreiskrankenhaus Rotthalmünster, Rudolf Schoemann vom Krankenhaus Martha-Maria Nürnberg. (Foto: StMGP)Von links: Dr. Franz Josef Riedhammer von der Asklepios Klinik im Städtedreieck Burglengenfeld, Dr. Kurt Fischer vom Donauisar Klinikum Deggendorf, Dr. Heiner Giewekemeyer vom Krankenhaus Barmherzige Brüder St. Barbara Schwandorf, Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml, Margit Selig von der Steigerwaldklinik Burgebrach, Petra Schweiger, kommunale Patientenbeauftragte der Landeshauptstadt München, Dr. Hans Rau vom Kreiskrankenhaus Rotthalmünster, Rudolf Schoemann vom Krankenhaus Martha-Maria Nürnberg. (Foto: StMGP)

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Demenz in Krankenhäusern noch besser als bisher versorgt werden.

ROTTHALMÜNSTER/WÜRZBURG Huml betonte am Donnerstag anlässlich des 6. Bayerischen Patientenfürsprechertages in Würzburg: „Experten gehen davon aus, dass im Jahr 2020 bereits jeder fünfte Krankenhauspatient unter einer Demenz leiden wird. Deshalb ist die stationäre Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus ein wichtiges Handlungsfeld der Bayerischen Demenzstrategie.“

Die Ministerin erläuterte: „Leitziele der Bayerischen Demenzstrategie sind ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit dem Thema Demenz und die Bewahrung der Selbstbestimmung und Würde der Betroffenen in allen Phasen der Erkrankung. Es sollen sowohl die Lebensbedingungen und die Lebensqualität für die Betroffenen und ihre Angehörigen als auch deren Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verbessert werden. Zugleich soll eine angemessene, an den Bedarfen orientierte Betreuung, Pflege und medizinische Versorgung sichergestellt werden.“

Huml würdigte den Einsatz der meist ehrenamtlich tätigen Patientenfürsprecher an bayerischen Krankenhäusern. Sie betonte: „Das Engagement der Patientenfürsprecher ist ein Vorbild an Mitmenschlichkeit und gesellschaftlichem Miteinander. Mit dieser anspruchsvollen Tätigkeit leisten sie einen unverzichtbaren Dienst für unsere Gesellschaft.“

Gemeinsam mit der Bayerischen Krankenhausgesellschaft e. V. hat das bayerische Gesundheitsministerium im Jahr 2012 eine Initiative gestartet, die zum Ziel hat, Patientenfürsprecher in jeder bayerischen Klinik auf freiwilliger Basis einzurichten. Die Ministerin unterstrich: „Wir blicken auf sechs erfolgreiche Jahre zurück: Während im Juli 2012 an etwa 17 Prozent aller zugelassenen Kliniken Patientenfürsprecher tätig waren, sind es heute 36 Prozent. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung! Unser Ziel ist es jedoch, dass an allen bayerischen Krankenhäusern Patientenfürsprecher eingerichtet werden.“

Das bayerische Gesundheitsministerium hat einen Schwerpunkt des Landesverbands Bayern der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zum Thema „Menschen mit Demenz im Krankenhaus“ mit mehreren Projekten in Höhe von insgesamt rund 170.000 Euro gefördert. Diese Projekte wurden zudem durch die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern unterstützt. Sie zielen darauf ab, konkrete Hilfen für dementiell erkrankte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen in den Klinikalltag einzuführen.

Bei dem Patientenfürsprechertag wurde außerdem ein Leitfaden für eine alters- und demenzsensible Architektur im Krankenhaus vorgestellt. Das deutschlandweit einzigartige Projekt liefert eine wissenschaftliche, systematische und umfassende Hilfestellung für Architekten, Bauträger, Angehörige und Entscheidungsträger. Die Erarbeitung des Leitfadens unter der Leitung der Ingenium-Stiftung und unter Mitwirkung des Bayerischen Instituts für alters- und demenzsensible Architektur in Bamberg wurde zu gleichen Teilen vom bayerischen Gesundheitsministerium und der Robert-Bosch-Stiftung mit jeweils rund 60.000 Euro gefördert.

Die Ministerin erläuterte: „Für Menschen mit einer Demenzerkrankung kann ein Krankenhausaufenthalt besonders belastend sein. Bauliche Möglichkeiten sind daher ein wichtiger Ansatzpunkt, mit dem betroffene Patientinnen und Patienten so gut wie möglich unterstützt werden sollen. Die Planungshinweise im Leitfaden sind auf die besonderen Bedürfnisse dieser Patientengruppe zugeschnitten.“

Mehr Informationen zum Leitfaden für alters- und demenzsensible Architektur von Krankenhäusern unter www.demenz-im-krankenhaus-bayern.de, zu den Projekten der Bayerischen Demenzstrategie unter https://www.stmgp.bayern.de/meine-themen/fuer-fach-und-pflegekraefte/demenzprojekte/ und zum Thema Patientenfürsprecher unterhttps://www.stmgp.bayern.de/meine-themen/fuer-krankenhausbetreiber/patientenfuersprecher/.


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