23.02.2018, 15:08 Uhr

Trauerbegleiterin im Interview „Sich mit dem eigenen Tod zu beschäftigen ist ein Gewinn!“

Susanna Burkhardt liebt das Leben, aber auch der Tod macht ihr keine Angst. (Foto: Susanna Burkhardt)Susanna Burkhardt liebt das Leben, aber auch der Tod macht ihr keine Angst. (Foto: Susanna Burkhardt)

Vortrag mit Susanna Burkhardt am 9. März

SULZBACH „Unsere komplexen Wahrnehmungsmöglichkeiten können wir nicht mit einfachen Worten beschreiben“, meint Susanna Burkhardt (Medium, Trauer- und Sterbebegleiterin). In Vorträgen tut die Schweizerin ihr Möglichstes, um diese schwer fassbaren Themen so einfach wie möglich zu beleuchten, jedoch nie zu belehren; denn jeder soll seine eigenen Erfahrungen machen, sich seine eigene Meinung bilden. Am Freitag, 9. März, ist Susanna Burkhardt zu Gast in Sulzbach. Die PaWo sprach vorab mit ihr:

Sie sind diplomierte Sterbe- und Trauerbegleiterin. Was ist diesbezüglich Ihre wichtigste Erkenntnis?

Eine meiner größten Erkenntnisse ist, dass das Sterben – wie das Leben – ein sehr individueller Prozess ist, dem wir aus der heutigen (westlichen) Sicht überhaupt keine Rechnung mehr tragen. Leider ist es ganz grundsätzlich so, dass der Tod / das Sterben als Krankheit und nicht als natürliches (biologisches) Lebens-Ende wahrgenommen wird. So wird weder Zeit, noch Verständnis für diesen wunderbaren Übergang geschaffen – deswegen arbeite ich sehr gerne bereits mit dem Verständnis für den Tod während unserer begrenzten biologischen Lebenszeit hier.

Wann und warum haben Sie angefangen, sich mit diesem „schweren“ Thema zu beschäftigen?

Für mich ist das Thema nicht mehr ‚schwer‘ – nur noch sehr beeindruckend! Ich kann mir heute überhaupt nicht mehr vorstellen, dass man sich während seiner Lebens-Zeit hier nicht mit seinem eigenen „Ab-Leben“ beschäftigt. Ich habe mit acht Jahren gemerkt, dass ich mich vor dem Tod fürchte und bin seither sehr konsequent auf der Suche nach Antworten, Möglichkeiten, Zusammenhängen etc. ... und es hat mir auf meinem Lebens-Weg sehr geholfen; ich sehne mich überhaupt nicht nach meinem biologischen Todes-Prozess, aber mit dem Wissen, dass ein Teil von mir diesen Tod überlebt, hoffe ich sehr, etwas gelassener an meinen (hoffentlich bewussten) Tod herangehen zu können. Aber das werden wir dann sehen, wenn es so weit ist. Sich mit seinem eigenen Tod zu beschäftigen ist ein Gewinn für das Leben im „Jetzt“.

Welche Bewusstseinsübungen kann jeder von uns im Alltag einbauen?

Ganz banal: Mehrmals am Tag tief ein- und ausatmen und sich dabei seines Körpers bewusst werden. Sobald ich mir bewusst bin, dass ich einen Körper habe, ist es nur noch ein kleiner Schritt auch seine Seele, seinen Geist wahrnehmen zu können.

Wie kann man sich auf das „Danach“ vorbereiten?

Als Erstes ist es sehr wichtig, sich immer wieder gewahr zu werden, dass wir auch jetzt schon ‚geistige Wesen‘ sind (mit Ausdruck in der Körperlichkeit). Als Zweites sollte man sich ganz bewusst trauen, ein paar Fragen zum eigenen Leben jetzt und dann auch zum „Übergang“ zu stellen. Bei einer von mir entwickelten Übung gehen wir zum Beispiel gemeinsam durch unsere Leben voran und stellen uns Fragen; dann erfühlen wir unser Befinden kurz bevor wir ‚sterben‘. Da wir während dieser Übung in einer tiefen Meditation – sogar einer Art Trance befinden – erhalten wir Hinweise aus unserem Unterbewusstsein. Dieser „un-bewusste“ Teil von uns hat oft die Aufgabe viele Seelen- Anteile zu repräsentieren und steht, mehr als wir meinen, im Austausch mit allem, was da ist.

„Die Seele spricht durch unsere Gefühle“

Wie kann man die Sprache der eigenen Seele erlernen?

Die Seele spricht meist durch unsere Gefühle. Da wir aber sehr oft die Hälfte unserer Gefühle – die sogenannt ‚schlechten‘ oder unangenehmen – nicht mehr „empfinden“ (ja, finden) können, ebbt mit der Zeit der ‚Weitschwung unseres Gefühlspendels‘ immer mehr ab, bis wir überhaupt keine Gefühle (und somit auch unsere Seele) mehr „wahr-nehmen“ können.

Und wie kann man seine diesseitigen/jenseitigen Helfer kennenlernen?

Erstens mit dem Vertrauen, dass Helfer immer (!) dann auftauchen wenn wir sie wirklich brauchen, sie aber nie eingreifen werden, ohne dass wir damit einverstanden sind (bewusst oder unbewusst). Helfer aus der ‚jenseitigen Welt‘ erkennen wir an ihren verschiedenen Energie-Mustern ... viele von uns machen es sich zu Hilfe, Persönlichkeiten aus diesen Energien zu erschaffen und somit einen einfacheren Zugang zu finden. Der Weg, seine Helfer zu erkennen, führt auf jeden Fall zuerst über eine gesunde Eigen-Wahrnehmung, bevor wir andere erkennen können. Ruhe und Konzentrationsfähigkeit helfen ebenfalls bei diesem Prozess ... und natürlich sich ganz einfach mit dem Thema – alleine oder in Seminaren – zu beschäftigen und sich das nötige Wissen und Rüstzeug anzueignen.

Wie funktionieren die „Systeme“ der Spontanheilungen bzw. Jenseitskontakte?

Wenn man (mit unseren ‚beschränkten‘ Wahrnehmungs-Möglichkeiten) begriffen hat, dass alles (!) Schwingung und Energie ist – inklusive unserem Leben hier – lassen sich (durch verschiedenste ‚Modelle‘) alle sogenannten ‚Wunder‘ erklären. Nehmen wir hier als Beispiel nur die Erkenntnisse aus der Quantenphysik, bei der es bereits wissenschaftlich erwiesen ist, dass nichts von uns nur an einem Ort existiert – so ist es sehr schnell möglich zu erkennen, dass alles möglich ist. Viel wichtiger ist für mich aber die Erkenntnis, dass wir unser Leben hier mit Voraussetzungen leben, die etwas mit dem großen Ganzen zu tun haben.

Das eigene Leben und vor allem auch Sterben selbst gestalten – wie mache ich das?

Wie vorhin schon erwähnt, sehe ich ein Problem darin, dass wir das Leben als Mühsal und den Tod als Krankheit begreifen. Es ist nicht erstaunlich, dass wir uns in diese Richtung entwickelt haben, weil die Anerkennung von ‚geistigen Werten‘ traditionell in den Händen von Religionen liegt. Wir sind geprägt von Vorstellungen zu den Themen: Schuld, Sühne, Vergebung, Karma, etc. – wer möchte dem lieber nicht ausweichen? Sobald wir ein „Bewusst-sein“ entwickelt haben, können wir ganz einfach nicht nur eine ‚normale‘ sondern auch eine spirituelle (Patienten-) Verfügung anfertigen – die Fragen, die wir uns dabei stellen, werden uns als Vision (wie ein Fix-Stern) den Weg durch unser Leben hier zeigen, erklären und auch (so weit als möglich) begreifen lernen.

Susanna Burkhardt ist am Freitag, 9. März, in Sulzbach zu Gast. Weitere Info und Anmeldung unter Tel. 08503/567


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