24.01.2018, 14:11 Uhr

„Schritt für Schritt“ 48.000 Euro für Dimitri Tschatschins Weg zurück


Dimitri Tschatschin sucht weitere Unterstützer für ein „Wunder“

PASSAU/POCKING „Schritt für Schritt – wir helfen mit“ steht auf dem Schild, das anstatt Dimitri Tschatschin (PaWo berichtete) in seinem Rollstuhl „sitzt“. Der 30-Jährige steht (!) daneben – ein „Wunder“, das es so gar nicht geben dürfte.

Zumindest, wenn es nach den Ärzten einer Murnauer Klinik geht. „Die haben mir gnaden- und aussichtslos eine Zukunft im Rollstuhl prophezeit und die Krankenkasse nannte mich austherapiert und leistet deshalb keine Unterstützung für die Rehabilitation in der Pforzheimer Spezialklinik“, meint der nach einem Motorradunfall inkomplett querschnittsgelähmte Pockinger. Mittlerweile steht Tschatschin wieder auf eigenen Beinen – mit Krücken sind schon 30 bis 40 Minuten drin. „Ich habe auch schon selbstständig und ohne therapeutische Hilfe vier Stufen geschafft“, freut sich Tschatschin.

Schritt für Schritt kämpft er sich voller Optimismus und Willensstärke an sein früheres Leben heran. Und das Passauer Radio-Log hilft eben mit. Denn trotz seines positiven Denkens – alleine kann Dimitri Tschatschin die Kosten für die Intensiv-Reha in einer Pforzheimer Klinik nicht aufbringen: 48.000 Euro! Allerdings: „Einige Firmen aus Passau und dem Landkreis – darunter auch das Radio-Log mit einem Scheck über 4.600 Euro – haben die Übernahme eines Teils der Kosten zugesichert“, freut er sich.

„Wir haben bei unserem Jahresabschlusstreffen gesammelt“, verrät Dr. Stefan Braitinger. „Denn wir wissen, dass Dimitris Reha nicht nur einen langen Atem braucht, sondern auch zügig vorangehen muss. Zu der Spende beigetragen haben alle Mitarbeiter und auch die Familie Ruppert vom Restaurant Bonvivant, in dem die Feier von Radio-Log stattfand. Die Unternehmensleitung hat den Betrag am Ende verdoppelt.“ Auch CSU-MdL Walter Taubeneder hat sich hierzu schon eingeschaltet – ein Gespräch steht noch aus.

Dimitri Tschatschin ist und bleibt positiv: „In Pforzheim haben sie zu mir gesagt, dass ich nach drei Monaten mittels Rollator die Klinik verlassen werde. Eine gute Prognose, an die ich mich halte und weiter hart trainiere“, so der Sportler. Zuvor hatte bereits die Unterstützung durch das sogenannte Exoskelett wichtige Fortschritte gebracht. Das ist ein Roboteranzug mit kleinen Motoren, welche die Bewegungen des Trägers erleichtern oder gar erst ermöglichen. Die Kosten für das Anmieten dieses High-Tech-Anzugs hatte Radio-Log maßgeblich finanziert.

Der Aufenthalt in der spezialisierten Einrichtung, die physiotherapeutische Ansätze und robotergestütztes Training kombiniert, ist allerdings mit hohen Kosten verbunden. Dimitri Tschatschin sammelt deshalb auf innovative Weise Geld: Im Internet hat er auf der Spendenplattform https://www.gofundme.com/rehabilitation-querschnitt eine Seite eingerichtet, auf der Unterstützer aktiv sein können. Er hat sich zum Ziel gesetzt, 40000 Euro auf diesem Wege für die Rehabilitation zu sammeln.

„Dimitri ist ein wahrer Kämpfer!“

Ein direkter Kontakt ist außerdem über die Facebook-Seite von Dimitri Tschatschin möglich. „Wir unterstützen Dimitri weiter – heute mit diesem Scheck. Er ist ein wahrer Kämpfer“, sagt Dr. Stefan Braitinger und ruft Unternehmen und Privatpersonen auf, das Gleiche zu tun.

Wer Dimitri Tschatschin auf seinem schweren Weg unterstützen will, kann dies tun unter: www.gofundme.com/rehabilitation-querschnitt


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